Kategorie: Gesellschaft

  • Gewaltanstieg in NRW-Kitas

    Gewaltanstieg in NRW-Kitas

    Foto: Natalie Bold auf Pexels

    Düsseldorf (2mind) – Aus nordrhein-westfälischen Kitas werden aktuell deutlich mehr Gewaltfälle gemeldet als noch vor drei Jahren. Das geht aus Zahlen der NRW-Landesregierung hervor, die in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der NRW-Landtagsfraktion enthalten sind. Die Zahlen beruhen auf Meldungen an die Landesjugendämter, zu denen Kita-Träger nach § 47 SGB VIII verpflichtet sind.

    Danach wurden im Jahr 2020 insgesamt 21 sexuelle Übergriffe durch Mitarbeitende gemeldet; 2022 waren es 37 Fälle. 46 Übergriffe durch Kinder verzeichnet die Statistik für das Jahr 2020, zwei Jahre später waren es 75. An körperlichen Übergriffen wurden 2020 insgesamt 90 Fälle gemeldet; 2022 waren es 195 und im 1. Halbjahr 2023 bereits 149 Fälle.

    „Nach gemeinsamer Einschätzung von Landesjugendämtern und dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Flucht und erlauben die reinen Daten keinerlei qualitative Erkenntnis über die Gründe der Steigerung der Meldungen“, heißt es in der Antwort auf die SPD-Anfrage, wobei die Landesregierung dann doch um Erklärungen bemüht ist. „Es ist von einer erhöhten Sensibilisierung bei den Trägern von Kindertageseinrichtungen, den Einrichtungen selbst und den Eltern auszugehen“, heißt es im Blick auf die aufmerksamkeitsstarken Missbrauchsfälle der letzten Jahre weiter.

    Nach Einschätzung der Landesjugendämter haben die gemeldeten kindeswohlgefährdenden Ereignisse vielseitige Ursachen. Dazu gehörten:

    • individuelle Überforderungssituationen,
    • mangelnde pädagogische Handlungsfähigkeiten,
    • Personalmangel, Aufsichtspflichtverletzungen,
    • pädagogische Grundhaltungen,
    • Kommunikationsstörungen.

    Der familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dennis Maelzer, kritisiert die fehlende finanzielle Entlastung der Kitas. „Familienministerin Paul selbst gibt individuelle Überforderung und Personalmangel als mögliche Gründe an. Dies wird durch die finanzielle Notlage, in der sich viele Kitas derzeit befinden, noch zusätzlich verschärft“, so Maelzer in einem Statement. Die SPD-Landtagsfraktion hatte zuletzt ein „Kita-Rettungspaket“ in Höhe von 500 Millionen Euro gefordert.

  • Es steht schlecht um die Inklusion in Deutschland

    Es steht schlecht um die Inklusion in Deutschland

    Foto: Unsplash+

    Genf (2mind) – Im Jahr 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Seit 2009 ist diese Konvention in Deutschland verbindlich; bei der Umsetzung bestehen allerdings erhebliche Lücken. Das bescheinigt der zuständige UN-Ausschuss in einem in der vergangenen Woche vorgelegten Bericht. Die Anhörung dazu hatte im August stattgefunden.

    „Es tut mir leid, dass ich so ehrlich bin“, zitiert das Magazin Spiegel Amalia Gamio, Vizepräsidentin des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Am zweiten Anhörungstag sagte sie demnach weiter: „Es ist ein Skandal, was Sie hier zum Teil antworten.“ Für die Anhörung im UN-Ausschuss waren 26 Vertreter aus Bund und Ländern nach Genf gereist – und bekamen die mahnenden Worte von Gamio zu hören: „Es geht nicht darum, die Konvention ein bisschen umzusetzen, sondern es ernsthaft zu tun“, zitiert der Spiegel die Ausschussvorsitzende weiter. Woran genau es bei der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland mangelt, dokumentiert der nun vorgelegte vorläufige Bericht.

    Zum Hintergrund

    Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Convention on the Rights of Persons with Disabilities) wurde im Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und trat im Mai 2008 völkerrechtlich in Kraft. Deutschland hatte das Übereinkommen im Februar 2009 ratifiziert.

    Die Behindertenrechtskonvention konkretisiert die universellen Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen, wobei Autonomie, Selbstbestimmung und Inklusion – eine barrierefreie Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens – Kernprinzipien darstellen. Als Monitoring-Stelle überwacht das Deutsche Institut für Menschenrechte die nationale Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention seit 2009. Unterzeichnerstaaten legen alle vier Jahre einen Bericht zur Umsetzung der Konvention vor

    Was Deutschland nicht gut macht

    Die nun vorgelegten „Beobachtungen“ des zuständigen UN-Ausschusses loben Deutschland kurz, etwa für Veränderungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz oder für Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung. Dann folgt eine sehr lange Liste von Sorgen und Empfehlungen des Ausschusses. Kritisch merkt der Ausschuss etwa an:

    • Maßnahmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung sind nicht durchgängig in allen Bereiche von Staat, Gesellschaft und Recht einbezogen.
    • Der Erfolg gesetzlicher Maßnahmen wird nicht überprüft.
    • Organisationen von Menschen mit Behinderungen fehlen Ressourcen für eine aktive Beteiligung an der Ausarbeitung und Umsetzung von Gesetzen, Politiken und Programmen.
    • Der gesetzliche Schutz gegen Diskriminierung erstreckt sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht auf private Anbieter von Gütern und Dienstleistungen. Der Ausschuss empfiehlt der deutschen Regierung daher, Zusagen im Koalitionsvertrag zu erfüllen und den Rechtsschutz gegen Diskriminierung auf alle privaten Einrichtungen auszuweiten, die Güter und Dienstleistungen für die Öffentlichkeit bereitstellen. Zugleich sollten wirksame Rechtsbehelfe zur Durchsetzung der entsprechenden Verpflichtungen geschaffen werden.
    • Es fehlt ein intersektioneller Ansatz, der die Berücksichtigung der Interessen von Mädchen und Frauen mit Behinderungen – einschließlich der Migrantinnen – in Gesetzgebung und Politik sicherstellt. Hier fehle zudem eine langfristige Finanzierung repräsentativer Organisationen.
    • Mit Blick auf die die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen fehle es an Schulungen für Mitarbeitende von Jugendhilfeeinrichtungen.
    • Zur Situation der Flüchtlingskinder mit Behinderungen fehlen Daten.
    • Es fehlt eine umfassende nationale Strategie für Sensibilisierungsmaßnahmen, die zu einem nachhaltigen Einstellungswandel im Blick auf die Achtung der Rechte und der Würde von Menschen mit Behinderungen beitragen könnte.
    • Es fehlt ein ausreichendes Angebot an erschwinglichem barrierefreiem Wohnraum.
    • Öffentliche Verkehrsmittel sind nach wie vor mangelhaft zugänglich.
    • Menschen mit Behinderungen werden weiterhin getrennt in Heimen untergebracht und es fehlen Maßnahmen, um diese Separation zu beenden.

    Nun liegt es an den Bundes- bzw. Landesregierungen, die UN-Empfehlungen umzusetzen und benannte Missstände zu beseitigen.

  • Ehemalige Heimkinder protestieren gegen neue geschlossene Einrichtung

    Ehemalige Heimkinder protestieren gegen neue geschlossene Einrichtung

    Screenshot NDR-Beitrag

    Hamburg (2mind) – Der geplante Bau eines Kinderheims im Hamburger Stadtteil Groß Borstel sorgte am vergangenen Samstag für eine Demonstration. Insbesondere Kinderrechtsaktivisten und ehemalige Heimkinder protestierten dagegen, dass in der „Casa Luna“ ein Bereich für eine geschlossene Unterbringung entstehen soll. Nach Informationen der Taz handelt es sich dabei um eine gesonderte Aufnahmestation mit vier Plätzen.

    In der Vergangenheit wurden Hamburger Kinder in der Haasenburg im Bundesland Brandenburg untergebracht, die nach öffentlicher Kritik im November 2013 geschlossen wurde. In einem Videobeitrag des NDR über den Protest in Groß Borstel kommt Renzo Martinez zu Wort, der selbst in der Haasenburg lebte und eine Interessengemeinschaft ehemaliger Heimkinder gründete. „Ich habe noch nie so viele zerstörte Seelen gesehen. Menschen mit so viel Potential, deren Leben von Angst bestimmt ist. Eine Angst, die ihnen in einer Institution beigebracht wurde, die dafür da war, ihnen zu helfen“, sagte Martinez.

    Den Bau des Heimes auf dem sogenannten „Klotzenmoorstieg“ zu verhindern, sehen Demonstrierende nicht als einzige Option. Kinderrechtsaktivist Dennis Engelmann hält geschlossene Heime mit ihrem Machtgefälle für nicht zeitgemäß. Weiter sagte er: „Die Kernmessage ist, dass der Klotzenmoorstieg erst gar nicht bebaut wird. Und wenn, dass es auf jeden Fall Diskussionsmöglichkeiten gibt, worüber man dann auch mitentscheiden kann, wie das Konzept aussieht.“

    Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Wolfgang Arnhold, sagte dem NDR, dass die Casa Luna keine geschlossene Einrichtung sein werde. „Casa Luna wird so aufgestellt sein, dass durch ein fachliches Konzept dort auch Kinder betreut werden können, für die ein familiengerichtlicher Unterbringungsbeschluss vorliegt“, so der Sprecher weiter.

  • Exhumierung geplant: Babyleichen aus irischem „Mother and Baby Home“

    Exhumierung geplant: Babyleichen aus irischem „Mother and Baby Home“

    Die irische Graftschaft Galway (Foto: Daniel Angele auf Unsplash)

    Tuam (2mind) – In zahlreichen Ländern werden tragische Zustände in der Heimerziehung aufgearbeitet. Ein besonders menschenverachtendes Beispiel wird aus Irland berichtet: Dort wurden bereits 1975 in einer nicht mehr benutzten Klärgrube auf dem Gelände eines ehemaligen Heimes für vernachlässigte Frauen mit Kindern zahlreiche Skelette gefunden. Das Heim bestand in der Stadt Tuam in der Grafschaft Galway. Da Anzahl und Identität der Toten unklar blieb, wurde der Fall polizeilich nicht untersucht. Jetzt aber sollen die Kinderleichen exhumiert werden.

    Die Lokalhistorikerin Catherine Corless berichtete 39 Jahre nach diesem Fund, dass zwischen 1925 und 1961 in dem Heim 796 Totenscheine für Babys ausgestellt worden waren, aber nur eine einzige Bestattung beurkundet wurde. Im selben Jahr 2014 folgten Meldungen über ein Massengrab mit Babys. Die Regierung richtete eine Untersuchungskommission ein, die Vorgänge aus insgesamt 14 irischen Mutter-Kind-Heimen und vier Sozialeinrichtungen, sogenannten County Homes, aufarbeitete und ihren Bericht 2021 vorlegte:

    Laut diesem Bericht starben zwischen 1922 und 1998 etwa 9.000 Kinder in Heimen, die von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen, oft von der katholischen Kirche, geleitet wurden. Während dieser Zeit lebten und entbanden etwa 35.000 zumeist unverheiratete Frauen dort. Die Sterblichkeitsrate der Kinder galt als unverhältnismäßig hoch. Häufigste Todesursachen waren Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Entzündungen.

    Das Heim in Tuan wurde von Nonnen der Bon Secours Sisters geleitet. Dort starben Kinder auch an Unterernährung. „Von 1940 bis 1961 haben sie die Leichname in den stillgelegten Kammern entsorgt“, sagt die Historikerin Corless der Tageszeitung „taz“ mit Blick auf den Fund in den Kammern des hauseigenen Abwassersystems. „Im Durchschnitt starb alle zwei Wochen ein Kind.“

    Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) entschuldigte sich eine Vertreterin des Ordens der Schwestern von Bon Secour später für den Umgang mit Frauen und Kindern in der Einrichtung und die „respektlose und inakzeptable“ Art und Weise, wie Säuglinge begraben wurden. „Wir haben unser Christsein beim Betreiben dieses Heimes nicht gelebt“, so Schwester Eileen O’Connor, Leiterin des Ordens in Irland, nach dem SZ-Bericht.

    Von der nun beschlossenen Exhumierung berichtet die taz. Danach soll die komplizierte forensische Operation von Daniel McSweeney, einem früheren Vorstand des Internationalen Roten Kreuzes, geleitet werden. Die Leichen von Kindern, die identifiziert werden können, sollen ihren Verwandten übergeben werden.

  • Schlechte Noten für die Bildung in NRW

    Schlechte Noten für die Bildung in NRW

    Foto: Unsplash+

    Berlin (2mind) – Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat ihren „Bildungsmonitor 2023“ vorgelegt. Danach hat sich das Bildungsniveau in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschlechtert. Nordrhein-Westfalen erreicht nur den 13. Platz unter 16 Bundesländern. Das Monitoring wird seit 20 Jahren durchgeführt. Die Studienautoren des Instituts der deutschen Wirtschaft warfen dabei auch einen Blick auf die Situation in Kindertagesstätten und im Ganztag, dort als „Förderinfrastruktur“ zusammengefasst. Hier liegt NRW mit Platz 10 im unteren Mittelfeld.

    „Zur Stärkung der Bildungschancen sind weiterhin die Bildungs- und Betreuungsangebote an Kindergärten und Schulen zentral“, heißt es in der Studie. So fördere eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung die weitere kognitive wie nicht-kognitive Kompetenzentwicklung eines Kindes und reduziere gesamtgesellschaftlich Bildungsarmut und Bildungsungleichheiten.

    Der Besuch einer Ganztagsschule wirke positiv auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verringere Bildungsungleichheiten und eröffne individuellere Förderungsmöglichkeiten. „Des Weiteren können Angebote zu sozialem Lernen und Teamsport bei einer kontinuierlichen Teilnahme bei Kindern mit Migrationshintergrund zu einer besseren Entwicklung des Sozialverhaltens führen“, heißt es in der Studie. „Ganztagsangebote können somit einen wichtigen Beitrag zur Sozialisation der Kinder leisten“.

    Im Blick auf den Ganztag sieht die Studie deutlichen Handlungsbedarf: Zwar habe sich zwischen den Jahren 2015 und 2021 der Anteil der Anteil der Grundschülerinnen und Grundschüler, die ganztags die Schule besuchen, von 34,5 Prozent auf 47,5 Prozent gesteigert. Und auch an allen allgemeinbildenden Schulen konnte ein Anstieg von 39,3 Prozent auf 48,3 Prozent erreicht werden. Um eine hohe Kompetenzausstattung innerhalb der Ganztagsschule zu gewährleisten, seien aber weitere Anstrengungen nötig:

    „Einerseits müssen handlungsorientierte Ganztagsschulkonzepte entwickelt werden, andererseits sollte das Thema stärker in die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern eingebettet werden“, heißt es in der Studie dazu. Zudem müsse der steigende Bedarf an Ganztagsplätzen in den kommenden Jahren beachtet werden. Um ein flächendeckendes Angebot qualitativ hochwertiger Förderinfrastruktur im Ganztag zu erreichen, müsse geklärt werden, wie „trotz einer schon bestehenden Fachkräftelücke im Betreuungsbereich eine Versorgung mit pädagogischen Fachkräften sichergestellt werden kann und mit welchem Konzept die Ganztagsschule umgesetzt werden soll“. Die Studienautor:innen favorisieren dabei den rhythmisierten Ganztag, bei dem der Unterricht auf Vor- und Nachmittag verteilt wird. Durch diese Unterrichtsverteilung erhalten Schüler:innen zwischen dem Unterricht ausreichende Pausenzeiten; andererseits ist der rhythmisierte Ganztag dadurch nur an gebundenen Ganztagsschulen möglich.

    Die Studienautor:innen sehen „Hinweise darauf, dass die Ganztagsschulen ihr Potenzial zur Leistungsförderung von Schülerinnen und Schülern im Vergleich zu den Halbtagsschulen noch nicht vollständig ausschöpfen.“

    Einer der Studienautoren, der promovierte Volkswirt Axel Plünnecke, verweist auf die Herausforderungen durch Migration und ein verändertes Leseverhalten: „Die Kitas und Schulen haben noch keine gute Antwort darauf gefunden, dass die Schülerschaft in den vergangenen Jahren deutlich heterogener wurde“, so Plünnecke. „Die Ergebnisse von Kindern aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder von bildungsfernen Haushalten sind besonders stark gesunken. Leichte Verbesserungen bei der Ganztagsinfrastruktur und den Betreuungsrelationen konnten diese Verschlechterungen der Bildungsergebnisse nicht umkehren. Es fehlt an Qualität beim Ganztag und an gezielter Förderung. Internationale Vergleiche zeigen, dass es anderen Ländern besser als Deutschland gelingt, den Bildungserfolg von der familiären Herkunft zu entkoppeln.“

    Die Studienwebsite mit interaktiver Karte: https://www.insm-bildungsmonitor.de/

    Die Gesamtstudie > als PDF zum Download

  • Geschafft: Erzieher:innen feiern ihren Berufsabschluss

    Geschafft: Erzieher:innen feiern ihren Berufsabschluss

    Foto: Achim Halfmann / 2mind

    Velbert (2mind) – Am Freitag wurden den Absolvierenden des Berufspraktikums 2022/23 am Berufskolleg Bleibergquelle in einer kleinen Feier ihre Abschlusszeugnisse übergeben. Dabei kamen – humorvoll –  die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Distanzunterricht während der Corona-Zeit zur Sprache.

    Die Berufseinsteiger sind nun schwerpunktmäßig in Kindertagesstätten, im offenen Ganztag und in der Jugendhilfe tätig, aber auch in eher selteneren Tätigkeitsfeldern wie etwa der Erlebnispädagogik.

    Das Berufskolleg Bleibergquelle bietet vielseitige Zugangswege zum Erzieher-Beruf:

    • die klassische Vollzeit-Fachschule
    • die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA)
    • die Berufsintegrierte Ausbildung (BiA) für Studierende mit Berufserfahrungen

    Alle Infos: https://www.bkbleibergquelle.de/

    [smartslider3 slider=“2″]

  • Es könnte besser stehen um die Inklusion

    Es könnte besser stehen um die Inklusion

    Foto: Nathan Anderson auf Unsplash

    Berlin (2mind) – Ein prominenter AfD-Politiker positioniert sich gegen das „Ideologieprojekt“ Inklusion, Deutschland muss sich vor einem Fachausschuss der Vereinten Nationen (UN) für die Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention verantworten: In diesen Tagen diskutiert ein größerer Teil der Öffentlichkeit über Inklusion als sonst. Kritische Töne überwiegen.

    Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke fordert, dass Kinder mit Behinderungen nicht mehr an Regelschulen unterrichtet werden. Das berichtet u.a. das Magazin Spiegel, das aus dem Sommerinterview des MDR mit dem AfD-Politiker zitiert. Laut Spiegel bezeichnete Höcke Inklusion als eines der „Ideologieprojekte“, von dem man das Bildungssystem „befreien“ müsse. Solche Projekte würden „unsere Schüler nicht weiterbringen“ und „nicht leistungsfähiger machen“. Sie führten nicht dazu, „dass wir aus unseren Kindern und Jugendlichen die Fachkräfte der Zukunft machen“.

    Dagegen positionierte sich Der Paritätische Gesamtverband und 18 angeschlossene Organisationen in einer gemeinsamen Anzeige in der „Welt am Sonntag“. „Wenn der AfD-Politiker Björn Höcke das Ende der Inklusion und damit die aktive Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung fordert, ist das kein Zufall und kein Ausrutscher“, heißt es darin. „In der AfD wird wiederholt gefordert, Menschen, die nicht in das Weltbild des völkischen Nationalismus passen, zu entrechten oder aus dem Land zu werfen.“

    Wer so spreche, stelle die Würde des Menschen als Individuum und die Universalität von Menschenrechten in Frage. „Wir lassen nicht zu, dass Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen weiter Raum greifen, die an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnern“, so die unterzeichnenden Organisationen weiter. Die Zivilgesellschaft müsse sich der Gefahr einer solchen Agenda für den Zusammenhalt der Gesellschaft entschlossen entgegenstellen.

    Während sich die Wohlfahrtsverbände gegen Forderungen von Rechtsaußen nach einem Ende der Inklusion wehren, droht Deutschland eine kritische Bewertung seiner Inklusionspraxis durch die Vereinten Nationen. An deren Genfer Standort findet am 29. und 30. August vor dem UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen die Staatenprüfung Deutschlands zur Behindertenrechtskonvention statt. In Vorbereitung auf diese Prüfung legte das Deutsche Institut für Menschenrechte, das mit dem Monitoring der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention betraut ist, im Juli einen Bericht vor.

    Auf allen politischen Ebenen habe die Dynamik der Umsetzung der Konvention deutlich nachgelassen. Weiter heißt es in dem Bericht: „Ein echter Paradigmenwechsel in Politik und Gesellschaft hin zu Inklusion und Selbstbestimmung ist auch 14 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK nicht festzustellen. Im Gegenteil: In Deutschland besteht weiterhin ein stark ausgebautes System von Sonderstrukturen – sowohl in der schulischen Bildung und bei der Beschäftigung in Werkstätten als auch in Form von großen stationären Wohneinrichtungen. Zwar wird viel über Inklusion diskutiert, konsequent in die Tat umgesetzt wird sie allerdings nicht.“

    Zudem beobachtet das Menschenrechtsinstitut mit Sorge „eine fehlgeleitete Inklusionsrhetorik, wonach unterschiedliche Akteure aus Politik und Gesellschaft Sonderstrukturen als Teil eines inklusiven Systems bezeichnen.“ Was auf die eingangs zitierten Diskussionen verweisen könnte.

    Der Bericht der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention > als PDF zum Download

  • Wettbewerb: „Lesen in Ganztag und Hort“

    Wettbewerb: „Lesen in Ganztag und Hort“

    Foto: Unsplash+

    Berlin (2mind) – Der Wettbewerb mit dem Motto „LeseOase, ein Gewinn für Ganztag und Hort“ prämiert die Schaffung einer lesefreundlichen Umgebung sowie die Umsetzung von freizeitpädagogischen und kinderrechtsbasierten Aktivitäten zur Leseförderung. Veranstaltet wird er von der Kinderrechtsorganisation Save the Children. Der Ganztagsschulverband unterstützt den LeseOasen-Wettbewerb, gefördert wird er durch die Postbank.

    „Ganztag und Hort sind gute Orte für Leseförderung“, erklärte Projektleiter Johannes Freund. „Der erfolgreiche Erwerb von Lesekompetenz besonders für Kinder mit weniger Bezug zu Büchern braucht ein Zusammenspiel aus Leseförderung im sowie außerhalb des Unterrichts“.

    Für die Umsetzung der LeseOase stellt Save the Children eine digitale Werkzeugkiste zur Verfügung. Bewerbungen sind bis zum 1. Oktober 2023 möglich. Bis Anfang 2024 können teilnehmende Einrichtungen ihre Projektdokumentation einreichen. Zur Wettbewerbsjury gehören Pädagogen, Wissenschaftler, Verbands- und Wirtschaftsvertreter. Die Prämierung erfolgt im April 2024. Ausgelobt werden Geldprämien von insgesamt 5.000 Euro.

  • Niedersachsen: 41 % der Kitakinder gehen ohne Frühstück aus dem Haus

    Niedersachsen: 41 % der Kitakinder gehen ohne Frühstück aus dem Haus

    Foto: Unsplash+

    Hannover (2mind) – In Niedersachsen verlassen 41 % der Kitakinder das Haus ohne Frühstück und erhalten ihre erste Mahlzeit in der Tageseinrichtung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Mit den Ergebnissen soll die Ernährungsstrategie des Bundeslandes bedarfsgerecht ausgestaltet werden. „Wir müssen die Realitäten anerkennen und dazu gehört, dass das gemeinsame Essen in der Kita unersetzlich ist“, erklärte die niedersächsische Ernährungsministerin Miriam Staudte. „Immerhin besteht so die Chance, Ernährungsbildung an alle Kinder heranzutragen und Essgewohnheiten mitzuprägen. Gesundes, regionales Essen ist wichtig für Kinder und Umwelt“.

    Doch für das Angebot eines gesunden Essens braucht es auch die Partnerschaft mit den Eltern, denn sieben von zehn Kitas bringen ihr Frühstück von zu Hause mit. „Ob der Inhalt der Brotbox ausgewogen ist oder nicht, haben Kita-Mitarbeitende also nur bedingt in der Hand“, so die Leiterin der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung, Tanja Bolm. „Als erste Reaktion haben wir Tipps für Erziehungsberechtigte zusammengestellt, wie Brotdosen ausgewogen befüllt werden können.“

    Weitere Ergebnisse der Umfrage:

    • Drei Viertel (75,0 %) der Einrichtungen haben das Thema Essen und Trinken in ihrem pädagogischen Konzept verankert, 17,6 Prozent planen oder erarbeiten ein solches.
    • Die Hälfte der Kitas (49,9 %) berücksichtigt bisher weder bei der Zusammenstellung des Frühstücks noch beim Mittagessen oder der Zwischenverpflegung Leitlinien oder Handlungsempfehlungen von Fachgesellschaften.
    • In den niedersächsischen Kindertagesstätten dominieren bei der Mittagsverpflegung Komponentenküchen: Drei Fünftel (60,0 %) der Einrichtungen werden mit warmem Mittagessen beliefert. In einem Fünftel (20,4 %) der Kitas wird mittags frisch gekocht.
    • Auf das Thema Kinderernährung bzw. Verpflegung wird mit den Erziehungsberechtigten bei 84,3 Prozent der Einrichtung bereits im Aufnahmegespräch eingegangen. Während der Kita-Zeit selbst sorgen vorrangig der Aushang des Speiseplans (93,7 %), Elternbriefe (52,3 %) oder das Verpflegungskonzept (51,7 %) für Transparenz.

    An der repräsentativen Umfrage hatten im März 2023 online 729 der insgesamt 5.258 niedersächsischen Kindertagesstätten teilgenommen.

    Die > Umfrageergebnisse als PDF zum Download

    Diskutieren Sie mit:

    • Wie können Essenqualität und Ernährungsbildung in der Kita gestärkt werden?
    • Welche guten Beispiele gibt es?
  • Mehr Männer in den Kitas

    Mehr Männer in den Kitas

    Foto: Unsplash+

    Wiesbaden (2mind) – Männliche Erzieher in Kitas sind immer noch die Ausnahme, aber nicht mehr so selten wie vor zehn Jahren. Dazu legt das Statistische Bundesamt in dieser Woche folgende Zahlen vor:

    Im Jahr 2012 arbeiteten am 1. März gut 438.000 Menschen in der pädagogischen Betreuung, davon rund 18.000 Männer. Der Männeranteil lag damit bei 4,1 %. Im Jahr 2022 waren am 1. März rund 681.000 Menschen unmittelbar mit der pädagogischen Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen befasst, knapp 53.500 davon waren Männer. Der Männeranteil lag damit bei 7,9 %.

    Männliche Erzieher in der Kita gelten als wichtige Rollenvorbilder. Hoffnungsvoll im Blick auf die Zukunft stimmt: Je jünger die Betreuenden in den Kindertageseinrichtungen sind, um so häufiger sind sie männlich. 2022 waren 12,6 % der Beschäftigten unter 30 Jahren männlich – gegenüber 2,8 % bei den Beschäftigten ab 50 Jahren. „Vermutlich wird der Anteil an männlichen Erziehern in Kinderbetreuungseinrichtungen noch weiter zunehmen“, prognostiziert daher das Statistische Bundesamt. Das setzt allerdings voraus, dass männliche Erzieher mit steigendem Alter in den Kitas tätig bleiben.

    Auf einen Tagesvater kommen 24 Tagesmütter

    Bei Tageseltern sieht es noch etwas anders aus: Am 1. März 2022 waren knapp 41.900 Personen in der Kindertagespflege beschäftigt – darunter gut 1.700 Männer. Ihr Anteil ist mit 4,1 % weiterhin gering, gegenüber dem Jahr 2012 mit einem Männeranteil von 2,7 % aber ebenso gestiegen.

    Diskutieren Sie mit:

    • Welche Herausforderungen stellen sich männlichen Erziehern in den Kitas?
    • Was könnte Kitas für Männer attraktiver machen?