Köln (2mind) – Online-Spiele erfreuen sich unter jungen Menschen großer Beliebtheit – und können in Bildungskontexten nicht ignoriert werden. Das allerdings erfordert aktuelle Informationen zu einem sich schnell wandelnden Angebot und pädagogisches Hintergrundwissen. Der neu gestaltete Spieleratgeber-NRW will genau das bieten und beteiligt dazu Kinder und Jugendliche.
Angeboten wird der online verfügbare Ratgeber von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW. Diese hat junge Spieler in mehr als 30 Spieletest-Gruppen beteiligt und bietet über 400 Spielebeurteilungen mit einer Kurzvorstellung, der jeweiligen Alterskennzeichnung, einer pädagogischen Altersempfehlung, einer Spielbeschreibung und einer pädagogischen Beurteilung. Spielebeurteilungen können nach Suchkriterien wie Plattform, Altersempfehlung und Genre durchsucht werden.
Zu den weiteren Themenangeboten gehört die „Gamespädagogik“. Die Autor:innen stellen dort vor, wie Videospiele zur Förderung von Medienkompetenz, Wissenserwerbs und persönlicher Entwicklung eingesetzt werden können. Zwölf Methodenvorschläge stehen beispielhaft für die Umsetzung der Gamespädagogik.
Ein Ratgeber informiert beispielsweise über Alterskennzeichnungen, Plattformen, Chancen und Risiken. Gefördert wird der Ratgeber vom Jugendministerium NRW.
München (2mind) – In der Bundesregierung wird über den richtigen Umgang mit Werbung für Kinderlebensmittel gestritten. Jetzt schalten sich 61 Organisationen aus Wissenschaft, Kinder- und Verbraucherschutz ein und fordern umfassende Werbebeschränkungen. Die Kritik geht vor allem in Richtung FDP.
Der Hintergrund: In ihrem Koalitionsvertrag hatten die Ampel-Parteien vereinbart: „An Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt darf es in Zukunft bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr geben.“ Nun streiten in der Bundesregierung Grüne und FDP darüber, wie umfangreich das Werbeverbot sein soll. Der offene Brief, den u.a. der AOK-Bundesverband, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, das Deutsches Krebsforschungszentrum und das Deutsche Kinderhilfswerk unterzeichnet haben, liegt der Süddeutschen Zeitung (SZ) vor und kritisiert das FDP-Engagement für eingeschränkte Werbeverbote. Mit ihrer Ablehnung stelle sich die Partei „gegen den einhelligen Konsens in der Wissenschaft und unter Fachorganisationen“, heißt es laut SZ in dem Schreiben.
Es geht um die Kinder- und Jugendgesundheit
Experten und Verbände fordern seit längerem verpflichtende Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, so auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dabei bezieht sich die WHO auf Studien, nach denen sich weniger Reklame positiv auf die Essensauswahl von Kindern auswirken – wenn die Einschränkungen für alle Werbekanäle gelten.
Die Kritik von Fachleuten an der Werbung der Lebensmittelindustrie ist grundsätzlich: „Die Lebensmittelindustrie bewirbt fast ausschließlich ungesunde Nahrungsmittel, die viel Zucker, Fett oder Salz enthalten und welche die Entstehung von Übergewicht fördern“, erklärte Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt:innen, im Juli. „Da die Ernährungsgewohnheiten in Kindheit und Jugend geprägt und dann zu einem hohen Grad im Erwachsenenalter beibehalten werden, versucht die Lebensmittelindustrie, Kinder als Kunden von morgen mit Hilfe spezieller Kinderprodukte und entsprechender Werbung frühzeitig an Marken und Produkte zu binden. Daten belegen, dass Kindermarketing das Risiko erhöht, überschüssiges Gewicht zuzulegen.“ Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie hätten sich als wirkungslos erwiesen. Fischbach fordert daher verpflichtende Regelungen, wie sie aktuell in der Bundesregierung diskutiert werden.
Pädagogen gefordert
Der Mediziner ist zugleich Vorsitzender des Bündnisses Kinder- und Jugendgesundheit. „Das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit ist überzeugt, dass ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richten, einen positiven Effekt auf die Prävention von Übergewicht, Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben wird“, teilte der Zusammenschluss im Juli gegenüber der Presse mit. Ein Werbeverbot solle durch weitere Maßnahmen flankiert werden: eine Zuckersteuer, eine steuerliche Begünstigung von gesunden Lebensmitteln – und Ernährungsbildung.
Hier sind insbesondere Pädagogen in der Elementarpädagogik, den Schulen und der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit gefragt.
Programm zur Ernährungsbildung werden in vielen Einrichtungen umgesetzt. Gehört dazu auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Werbung?
Wie können Kinder und Jugendliche in ihrer kritischen Reflexion solchen Lebensmittelwerbungen gestärkt werden?
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Kinder brauchen Nähe (Foto: Caroline Hernandez auf Unsplash)
Erkrath (2mind) – Das Thema Kinderpornografie bewegt die Menschen. Deshalb verwundert es nicht, dass der Fall eines 41-jährigen Kita-Mitarbeiters ein großes Presseecho erlebt: Der Mann sei in einem Schwimmbad in Baden-Württemberg dabei beobachtet worden, wie er Kinder gefilmt habe. Polizisten gegenüber bezeichnete er sich danach selbst als „Pädophiler“, berichtet etwa die „Zeit“. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden Beamte zahlreiche Datenträger, auf denen sich nach einer ersten Durchsicht auch kinderpornografische Inhalte befinden sollen. Der Mann hatte in verschiedenen Kitas als „Springer“ gearbeitet.
Radio Neandertal erfuhr auf Nachfrage bei der Stadt Erkrath, dass der Beschuldigte nach Bekanntwerden der polizeilichen Ermittlungen sofort entlassen wurde. Die Jugendbehörde in Erkrath habe die Eltern der Kindergartenkinder informiert. „Hinweise auf einen etwaigen durch den Beschuldigten verübten sexuellen Missbrauch liegen derzeit nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal.
Zur Diskussion:
Kitas sollen ein „sicherer Ort“ sein und das Vertrauen zwischen Eltern, Kindern und pädagogischem Personal ist eine Grundlage ihrer Arbeit. Schutzkonzepte, wie sie das Landeskinderschutzgesetz NRW (§11) vorschreibt, sollen dazu beitragen. Reichen die vorhandenen Konzepte zum Schutz der Kinder und zur Vertrauensbildung aus? Oder was sollte darüber hinaus geschehen? Beteiligen Sie sich gerne mit Ihren Erfahrungen und Ihrer Meinung!
Dortmund (2mind) – Im zurückliegenden Jahr haben sich nordrhein-westfälische Jugendämter 56.914-mal mit einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung beschäftigt und eine Einschätzung dazu vorgenommen. In 14.411 Fällen wurde dabei eine latente oder akute Kindeswohlgefährdung festgestellt: am häufigsten aufgrund von Vernachlässigungen, gefolgt von psychischen und körperlichen Misshandlungen. In 985 Fällen lagen Hinweise auf sexuelle Gewalt vor.
Die Zahl der Verdachtsverfahren auf Kindeswohlgefährdung stieg um fast 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als 100 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Diese Zahlen berichtet das Statistische Landesamt NRW.
Nachgegangen ist dem jetzt die WDR Lokalzeit Ruhr. Während die Fallzahlen in der Jugendhilfe steigen, fehlen sowohl in den Jugendämtern als auch bei den freien Trägern Fachkräfte. „Das System kollabiert gerade“, sagt Thomas Soer, Leiter der Jugendhilfe echt in Dortmund, in der Sendung. Unterbringungsmöglichkeiten für gefährdete Kinder zu finden, werde zunehmend zu einem Problem. Immer häufiger blieben vermeintlich leichte Fälle liegen. Unterstützung erhält er in der Sendung von Karen Krause Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) der Ruhr-Universität Bochum. „Wir brauchen mehr Fachkräfte“, so die Psychologin.
Das Problem ist auch dem Deutschen Städtetag bekannt. Dessen Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy erklärte schriftlich gegenüber dem Sender: „Die Arbeitsbelastung der Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) in den Städten steigt seit Jahren dynamisch. Der Beruf fordert die Beschäftigten mental stark. Die Länder müssen die Kommunen deutlich mehr unterstützen: Sie müssen zum Beispiel zusätzliche Studienplätze für sozialpädagogische Studiengänge an den Fachhochschulen schaffen.“
Berlin (2mind) – Was können Pädagog:innen für Kinder tun, die von Partnergewalt mit betroffen sind? Wie können diese Kinder traumainformiert und ressourcenorientiert begleitet werden? Dazu bietet die neu gestartete Website sicher-aufwachsen.org Arbeitsmaterialien und methodische Ansätze für die Praxis.
Die digitale Materialsammlung bietet über 250 Leitfäden, Arbeitsblätter, Checklisten, Videos und aktuelle Studien von rund 70 Kooperationspartnern. Filtermöglichkeiten – etwa nach Altersgruppen wie „Kita-Kinder“ oder „Jugendliche“ – erleichtern die zielgerichtete Suche. Unter „Erste Hilfe“ finden sich zahlreiche Links zu Beratungsangeboten in Akut-Situationen. Ein Wörterbuch bietet Orientierung im Dschungel der Fachbegriffe. Über ein Kontaktformular können weitere Publikation zum Thema „Kinder & häusliche Gewalt“ eingereicht werden.
Herausgegeben wird das Informationsangebot vom Verein Frauenhauskoordinierung. Der Verein ist eine Initiative der Wohlfahrtsverbände (AWO Bundesverband, Diakonie Deutschland, Der Paritätische, Sozialdienst katholischer Frauen / Deutscher Caritasverband) als ein Beitrag zur Verbesserung der Hilfen für betroffene Frauen und deren Kinder. Das Bundesfamilienministerium fördert die Website im Rahmen des Bundesinnovationsprogramms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“.
Berlin (csr-news) – In Deutschland besitzt die freiwillige Selbstkontrolle der Medienanbieter eine hohe Bedeutung für den Jugendmedienschutz – u.a. durch das Angebot von Beschwerdestellen. Der Ansprechpartner für das Internet ist die FSM – Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter. Mit 12.956 Beschwerden im Jahr 2022 verzeichnete die FSM zwar einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, jedoch zugleich das zweithöchste Meldungsaufkommen in ihrer Geschichte.
In 68% der Fälle (8.757 Meldungen) verstießen die angezeigten Inhalte gegen deutsche Jugendmedienschutzgesetze, berichtet die FSM zu ihrer Arbeit in 2022. Bei den Beschwerden geht es zur Hälfte um Pornografie; weitere 37% richten sich auf die Darstellung des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Damit bearbeitete die FSM-Beschwerdestelle im zurückliegenden Jahr fast dreimal so viele Hinweise auf Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger wie noch 2020.
Bei auf deutschen Servern gespeicherten Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger informiert die FSM sofort an das Bundeskriminalamt (BKA) und – im sogenannten „Notice-and-Takedown-Verfahren“ – den Hostprovider, damit dieser die strafbaren Inhalte unverzüglich entfernt. Im Durchschnitt vergingen 2022 vom Beschwerdeeingang bei der FSM bis zur Löschung der strafbaren Inhalte 1,5 Tage.
Bei auf ausländischen Servern gehosteten Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen informiert die FSM die „International Association of Internet Hotlines“ (INHOPE) sowie den Hostprovider. „Die Löschquote der im Ausland gehosteten Inhalte lag eine Woche nach Erstmeldung bei 47 Prozent, nach vier Wochen bei 77 Prozent“, heißt es von der FSM.
„Die konstant hohen Meldungen im vergangenen Jahr zeigen die starke Nachfrage nach Entfernung von jugendgefährdenden Inhalten im Netz“, so FSM-Geschäftsführer Martin Drechsler gegenüber der Presse. „Illegale und jugendgefährdende Online-Inhalte bei der FSM zu melden, ist einfach und kostenlos. Wir werden weiter mit großem Einsatz daran arbeiten, dass unser niedrigschwelliges Angebot noch breitere Bekanntheit erlangt.“
Berlin (2mind) – Werden Eltern während der Grundschulzeit ihrer Kinder arbeitslos, verringert sich die Chance dieser Kinder auf das (Fach-) Abitur. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Forscher haben Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Trotz der langen Zeit zwischen der Arbeitslosigkeit der Eltern und den gemessenen Effekten auf den Schulerfolg ihrer Kinder können die Ergebnisse kausal interpretiert werden, so die Forscher: Die Arbeitslosigkeit der Eltern ist tatsächlich Ursache für die schlechteren Bildungsergebnisse ihrer Kinder.
Als besonders einflussreich zeigte sich in der Studie die Arbeitslosigkeit des Vaters: Betroffene Kinder erreichen mit einer um gut 30 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit das (Fach-) Abitur. Bei einer Arbeitslosigkeit der Mutter sind geringe oder keine Effekte – wobei die Kinder in der untersuchten Stichprobe wurden zwischen 1979 und 2001 geboren wurden und die Erwerbstätigkeit von Müttern seitdem deutlich gestiegen ist.
„Die Studie zeigt ein weiteres Mal, wie stark der Bildungserfolg in Deutschland vom Elternhaus abhängt“, so Celina Tippmann, eine Co-Autorin der Studie, gegenüber der Presse. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix Weinhardt fordert sie, das Bildungssystem so zu gestalten, dass der Bildungserfolg der Kinder weniger stark von den Eltern abhängt. „Ganztagsschulen und der beschlossene Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz im Grundschulalter ab 2026 sind ein wichtiger Schritt“, so Co-Autor Weinhardt.
Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine repräsentative Befragung privater Haushalte in Deutschland, die seit 1984 jährlich durchgeführt wird und für die aktuell jedes Jahr rund 30 000 Personen in etwa 15 000 Haushalten befragt werden.
Berlin (2mind) – Die hohe Arbeitsbelastung von pädagogischen Fachkräften führt zu höheren Fehlzeiten und mehr Krankschreibungen. So sehen es 97 Prozent der Kita-Leitungen, die an einer Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) teilnahmen. 95 Prozent erleben einen verschärften Personalmangel und das Problem, geeignete Bewerber für offene Stellen zu finden.
Das hat Folgen für den Kita-Alltag: 64 Prozent der befragten Kita-Leitungen berichteten, in den letzten zwölf Monaten in 20 Prozent der Zeit in Personalunterdeckung gearbeitet zu haben, also etwa mit zu wenig Personal, um den Aufsichtspflichten zu entsprechen. Laut Kita-Leitungen führte der Personalmangel in der Hälfte der Einrichtungen (51 Prozent) zum Ausfall von Teamsitzungen und hatte negative Auswirkungen auf die Vorbereitungs- und Reflexionszeit für pädagogische Angebote (89 Prozent), auf Beobachtung und Dokumentation (90 Prozent) sowie auf die Konzeptentwicklung (83 Prozent).
„Das sind erschreckende Ergebnisse, die deutlich machen, dass die Politik ihrer gesetzlichen Verantwortung nicht gerecht wird. Sie sind ein eindringlicher Hilferuf und die Verpflichtung zum Handeln“, so Tomi Neckov, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), gegenüber der Presse. Der Verbandsvertreter fordert mehr Geld für die Kitas: „Die frühkindliche Bildung braucht, hier gibt es keine zwei Lesarten, massive Investitionen – jetzt und dauerhaft“.
Derweil setzten die Kita-Leitungen bei der Personalgewinnung und -sicherung auf die praxisintegrierte Ausbildung (53 Prozent), auf die Entfristung befristeter Arbeitsverträge (44 Prozent) und die Öffentlichkeitsarbeit (42 Prozent). „In den kommenden Jahren wird ein großer Teil der Leitungspositionen in Deutschland neu zu besetzen sein, der Ganztagsanspruch verstärkt den Personalbedarf zusätzlich, von der Wirkung aktueller Missstände auf den dringend benötigten Nachwuchs ganz zu schweigen. Es besteht akuter Handlungsbedarf“, so Neckov.
An der DKLK-Studie 2023 haben im Rahmen einer Online-Befragung zwischen Oktober 2022 und Januar 2023 5.387 Kitaleitungen teilgenommen. Durchgeführt wird sie vom dem VBE Bundesverband sowie vier VBE Landesverbänden in Kooperation mit FLEET Education Events. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Hochschule Konstanz.
Hamburg (2mind) – Die Zahl mediensüchtiger Kinder und Jugendlicher hat sich während der Pandemiezeit verdoppelt. Über 600.000 Jungen und Mädchen zeigen ein pathologisches Nutzungsverhalten, so eine in dieser Woche vorgelegte Längsschnittstudie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).
Danach hat sich die Zahl abhängiger Kinder und Jugendlicher bei Computerspielen von 2,7 Prozent im Jahr 2019 auf 6,3 Prozent im Juni 2022 erhöht. Im Blick auf Social Media verdoppelte sich die Mediensucht von 3,2 auf 6,7 Prozent. Eine problematische Nutzung bei Computerspielen oder sozialen Medien – oder von beiden – zeigen laut Studie rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche. Rund 1,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen nutzen Streaming-Angebote problematisch. Jungen sind – insbesondere beim Gaming – häufiger suchtgefährdet oder bereits von einer Sucht betroffen als Mädchen.
„Die Ergebnisse unserer Studie machen erneut deutlich, dass die andauernde Covid-19-Pandemie unseren Umgang mit digitalen Medien nachhaltig verändert hat und dass insbesondere Kinder und Jugendliche unter den Einschränkungen litten“, so Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) im UKE, gegenüber der Presse. Für den Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, steht fest: „Es ist eine neue Entwicklungsaufgabe von Politik und Gesellschaft, dass Kinder und Jugendliche lernen, die Risiken der Nutzung digitaler Medien einschätzen zu können und ihr Nutzungsverhalten zu reflektieren, damit sie die Möglichkeiten der digitalen Welt langfristig für ihr privates und berufliches Leben konstruktiv nutzen können.“
Der Studie liegen zur Einschätzung als pathologische oder riskante Nutzung die ICD-11-Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde. Im Auftrag von DAK und UKE befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 1.200 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren mit je einem Elternteil. Die Befragungen wurden im September 2019, im April 2020, im November 2020, im Mai 2021 und im Juni 2022 durchgeführt.
Düsseldorf (2mind) – Rund 70 Prozent der Berufseinsteigenden fühlen sich nicht fit für die digitale Arbeitswelt. Dennoch blicken junge Menschen positiv in die digitale Zukunft, heißt es in der heute vorgestellten Vodafone-Studie zur digitalen Bildung. 69 Prozent der befragten jungen Menschen erwarten positive gesellschaftliche Entwicklungen und 79 Prozent sehen Vorteile für ihre persönliche Entwicklung aufgrund von Digitalisierung.
Allerdings beurteilten 69 Prozent der jungen Menschen, die bereits einen Abschluss erreichten oder die im Berufsleben stehen, die Vorbereitung während ihrer Schulzeit rückblickend als unzureichend. Der Bildungsdirektor der OECD, Andreas Schleicher, kommentierte dazu: „Wenn wir jungen Menschen Resilienz, Motivation, ein Growth Mindset und effektive Lernstrategien vermitteln, dann sind sie vorbereitet für Berufe, die es heute noch nicht gibt, für Technologien, die noch nicht entwickelt wurden, und für soziale Herausforderungen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können“.
Weitere Ergebnisse der Studie mit dem Titel „Kompetent in die Zukunft? Junge Menschen über ihre Vorbereitung auf ein Leben in Digitalität“:
Für die Vermittlung von sozialen und emotionalen Zukunftskompetenzen, beispielsweise für Eigenschaften wie Empathie, sehen die befragten junge Menschen mehrheitlich das Elternhaus verantwortlich (79 Prozent für Empathie und 63 Prozent für Verantwortungsbewusstsein
Schulen und Universitäten wird hingegen die Vermittlung berufsvorbereitender Fähigkeiten wie Umgang mit digitalen Technologien (76 Prozent) und eigenverantwortliche Organisation (60 Prozent) erwartet.
In den Schulen sehen die Befragten Defizite: 56 Prozent der 14- bis 24-Jährigen beurteilt die digitale Ausstattung der Schulen insgesamt mit sehr gut oder gut. Nur bei 54 Prozent der Befragten ist Informatik ein reguläres Schulfach und nur 44 Prozent berichten von frei verfügbaren Tablets oder Computern für alle Schüler:innen.
Im Blick auf den Schutz persönlicher Daten im Internet fühlen sich 52 Prozent sicher und 48 Prozent eher unsicher.
Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragte im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland 2.069 deutschsprachige junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren (1.037 14- bis 19-Jährige und 1.032 20- bis 24-Jährige) in Privathaushalten in Deutschland. Die Stichprobenziehung erfolgte als Quotenstichprobe.