Velbert (2mind) – Am Freitag wurden den Absolvierenden des Berufspraktikums 2022/23 am Berufskolleg Bleibergquelle in einer kleinen Feier ihre Abschlusszeugnisse übergeben. Dabei kamen – humorvoll – die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Distanzunterricht während der Corona-Zeit zur Sprache.
Die Berufseinsteiger sind nun schwerpunktmäßig in Kindertagesstätten, im offenen Ganztag und in der Jugendhilfe tätig, aber auch in eher selteneren Tätigkeitsfeldern wie etwa der Erlebnispädagogik.
Das Berufskolleg Bleibergquelle bietet vielseitige Zugangswege zum Erzieher-Beruf:
die klassische Vollzeit-Fachschule
die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA)
die Berufsintegrierte Ausbildung (BiA) für Studierende mit Berufserfahrungen
Düsseldorf (2mind) – Jeder dritte Jugendliche hat vor dem 18. Lebensjahr bereits einen Porno gesehen. Die meisten Jugendlichen sahen einen Porno erstmals zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr. Häufig wurden die Minderjähriger unfreiwillig mit pornografischen Inhalten konfrontiert. Das zeigt eine von der Landesanstalt für Medien NRW beauftragte Studie. Zudem fällt es offenbar vielen schwer, Pornos als fiktional zu erkennen: Nur ein Drittel der jugendlichen Pornokonsumenten bewerteten diese als unrealistisch.
In der Studie wurde zudem nach der Verbreitung von Sexting – dem Austausch von eigenen pornografischen Fotos oder Videos, häufig via Handy – gefragt: Jeder Fünfte unter 18 Jahren hat danach bereits gesextet. 37 % dieser Jugendlichen haben die Empfänger der Sex-Bilder vorher nicht nach ihrem Einverständnis gefragt. Die Studienergebnisse deuten darauf, dass Sexting-Verhalten in Zusammenhang mit der Pornografie-Nutzung steht: Fast die Hälfte der Jungen, die eine Sexting-Nachricht versendet haben, verwendeten dabei nach eigenen Angaben Handlungen oder Begriffe, die sie aus Pornos kennen (46 %); bei Mädchen sind das 17 %.
Die Studie zeige, dass die Durchsetzen der gesetzlichen Jugendmedienschutz-Standards nicht hoch genug bewertet werden könne, erklärte Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW. Schmid weiter: „Wie sollen Kinder und Jugendliche ein Verständnis für die gesetzlichen Grenzen von ‚sexueller Kommunikation‘ im Netz, also Sexting, entwickeln können, wenn sie bereits mit 14 regelmäßig und ungewollt mit stärksten Formen der Pornografie konfrontiert werden?“ Altersverifikationen auf Porno-Seiten sind gesetzlich vorgeschrieben; diese Verpflichtung müsse durchgesetzt werden, fordert die Landesanstalt. Derzeit gibt es auf vielen Portalen keine oder eine für Kinder und Jugendliche leicht umgehbare Altersüberprüfung.
Im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW hatten KB&B Family Marketing Experts über 3.000 in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren befragt. Die Befragung fand im Juni und Juli 2023 statt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse > gibt es hier als PDF.
Berlin (2mind) – Ein prominenter AfD-Politiker positioniert sich gegen das „Ideologieprojekt“ Inklusion, Deutschland muss sich vor einem Fachausschuss der Vereinten Nationen (UN) für die Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention verantworten: In diesen Tagen diskutiert ein größerer Teil der Öffentlichkeit über Inklusion als sonst. Kritische Töne überwiegen.
Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke fordert, dass Kinder mit Behinderungen nicht mehr an Regelschulen unterrichtet werden. Das berichtet u.a. das Magazin Spiegel, das aus dem Sommerinterview des MDR mit dem AfD-Politiker zitiert. Laut Spiegel bezeichnete Höcke Inklusion als eines der „Ideologieprojekte“, von dem man das Bildungssystem „befreien“ müsse. Solche Projekte würden „unsere Schüler nicht weiterbringen“ und „nicht leistungsfähiger machen“. Sie führten nicht dazu, „dass wir aus unseren Kindern und Jugendlichen die Fachkräfte der Zukunft machen“.
Dagegen positionierte sich Der Paritätische Gesamtverband und 18 angeschlossene Organisationen in einer gemeinsamen Anzeige in der „Welt am Sonntag“. „Wenn der AfD-Politiker Björn Höcke das Ende der Inklusion und damit die aktive Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung fordert, ist das kein Zufall und kein Ausrutscher“, heißt es darin. „In der AfD wird wiederholt gefordert, Menschen, die nicht in das Weltbild des völkischen Nationalismus passen, zu entrechten oder aus dem Land zu werfen.“
Wer so spreche, stelle die Würde des Menschen als Individuum und die Universalität von Menschenrechten in Frage. „Wir lassen nicht zu, dass Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen weiter Raum greifen, die an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erinnern“, so die unterzeichnenden Organisationen weiter. Die Zivilgesellschaft müsse sich der Gefahr einer solchen Agenda für den Zusammenhalt der Gesellschaft entschlossen entgegenstellen.
Während sich die Wohlfahrtsverbände gegen Forderungen von Rechtsaußen nach einem Ende der Inklusion wehren, droht Deutschland eine kritische Bewertung seiner Inklusionspraxis durch die Vereinten Nationen. An deren Genfer Standort findet am 29. und 30. August vor dem UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen die Staatenprüfung Deutschlands zur Behindertenrechtskonvention statt. In Vorbereitung auf diese Prüfung legte das Deutsche Institut für Menschenrechte, das mit dem Monitoring der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention betraut ist, im Juli einen Bericht vor.
Auf allen politischen Ebenen habe die Dynamik der Umsetzung der Konvention deutlich nachgelassen. Weiter heißt es in dem Bericht: „Ein echter Paradigmenwechsel in Politik und Gesellschaft hin zu Inklusion und Selbstbestimmung ist auch 14 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK nicht festzustellen. Im Gegenteil: In Deutschland besteht weiterhin ein stark ausgebautes System von Sonderstrukturen – sowohl in der schulischen Bildung und bei der Beschäftigung in Werkstätten als auch in Form von großen stationären Wohneinrichtungen. Zwar wird viel über Inklusion diskutiert, konsequent in die Tat umgesetzt wird sie allerdings nicht.“
Zudem beobachtet das Menschenrechtsinstitut mit Sorge „eine fehlgeleitete Inklusionsrhetorik, wonach unterschiedliche Akteure aus Politik und Gesellschaft Sonderstrukturen als Teil eines inklusiven Systems bezeichnen.“ Was auf die eingangs zitierten Diskussionen verweisen könnte.
Mainz (2mind) – Der Umgang mit digitalen Technologien gewinnt in der Jugendhilfe an Bedeutung: Sowohl im Blick auf den Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen und den Umgang damit in den Gruppen als auch im beruflichen Alltag der Fachkräfte. Welche Veränderungen ergeben sich durch die Digitalisierung für die Jugendhilfe? Und welche Herausforderungen sind damit verknüpft? Dazu hat das Projekt JAdigital jetzt eine Expertise veröffentlicht.
In dem Projekt sollen konzeptionelle Elemente für die Einführung digitaler Technologien in Schlüsselprozessen der Kinder- und Jugendhilfe herausgearbeitet werden. Konkret geht es etwa um „Hilfeplanung“, „Kinderschutz“, „Beratung“, „Jugendhilfeplanung“ sowie „Beteiligung/Beschwerde“ und „Inklusion“. Zu diesen Themenfeldern bietet die Website https://www.digitalejugendhilfe.de/ Praxisberichte, Forschungsergebnisse digitale Tools und Handreichungen.
Im Projekt JAdigital kooperieren das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism), die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen und das Deutsche Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesjugendministerium.
Aktuell veröffentlicht wurde die Expertise „Einsatz digitaler Technologien in der Kinder- und Jugendhilfe“ von Nina Rehme und Udo Seelmeyer. „Fachkräfte stehen in der Verantwortung, digitale Partizipationsmöglichkeiten durch digitale Medien für Adressat:innen zu fördern und Reproduktionen von Exklusionsmechanismen durch digitale Medien zu minimieren. Um fachliches Handeln in mediatisierten Alltags- und Lebenswelten zu gewährleisten, stellen Medienkompetenz und -bildung eine wichtige Voraussetzung für Fachkräfte wie auch Adressat:innen dar“, heißt es im Fazit.
Hamburg / New York (2mind) – Wenn Künstliche Intelligenz (KI) kritisch beleuchtet wird, geht es dabei um die unautorisierte Datensammlung im Internet oder den enormen Energieverbrauch. Jetzt rückt ein weiteres Thema in den Fokus der Medien: die Menschen hinter dieser Technologie. Denn KI durchforstet sie nicht nur selbständig das Internet: Es braucht die Unterstützung von Menschen, die solche Daten etikettieren und mit Bewertungen versehen. Diese sogenannten Clickworker oder Klickarbeiter leben zum Beispiel in Kenia oder Kolumbien und werden mit Niedriglöhnen abgespeist.
Der Begriff Clickworker bezeichnet Menschen, die nach dem Crowdsourcing-Prinzip Aufgaben und Projekte ohne Festanstellung übernehmen. Etwa zwei Dollar pro Stunde verdient ein Clickworker in Kenia, der für OpenAI Texte analysiert. Das zeigten Recherchen des Time Magazine Anfang des Jahres. Nach Time-Recherchen versendet die Firma hinter ChatGPT seit November 2021 Tausende von Textschnipseln nach Kenia. Dort werden sie von den Clickworkern mit Anmerkungen versehen, wenn etwa Gewalt, sexualisierte Inhalte oder Rassismus in diesen Texten auftauchen. Denn ChatGPT soll solche Inhalte nicht ungefiltert weitergeben. Drei kenianische Mitarbeiter berichteten dem Time Magazine, dass von ihnen die Bearbeitung von 150 bis 250 Textpassagen mit 100 bis 1.000 Worten pro 9-Stunden-Schicht erwartet wurde. Darunter seien auch Beschreibungen extrem unangemessener sexueller Handlungsweisen. Die Entlohnung der Clickworker lag je nach Leistung und Verantwortung zwischen 1,32 und zwei US Dollar pro Stunde.
Das Magazin Spiegel hatte im Juli über Clickworker und festangestellte kenianische Mitarbeiter berichtet, die Texte für Open AI kategorisieren: Danach gehören Berichte über Kindesmissbrauch, Erzählungen von Leichenschändungen und Schilderungen von Inzest zu den Textvorlagen.
Eine aktuelle Reportage der Tagesschau berichtet über kenianische Clickworker, die für das Outsourcing-Unternehmen Cloudfactory arbeiten und einen Stundenlohn von 1,20 Euro erzielen. Der Bericht stellt zwei junge Männer vor, denen nach ihrem abgeschlossenen Studium wegen der schwierigen Wirtschaftslage nur die schlecht bezahlte Klickarbeit für Cloudfactory bleibt. „Es hat etwas von Sklavenarbeit. Denn die Menschen hier haben keine andere Wahl. Es gibt kaum Jobs“, sagt John in dem Beitrag.
Die beiden kenianischen Clickworker kritisieren ihren Arbeitgeber zudem für dessen Eingriff in ihre Privatsphäre. Gearbeitet wird von zuhause aus; Cloudfactory kontrolliert die Mitarbeiter mit digitalen Tools. Das Unternehmen nutzt einen speziellen Browser, um Screenshots von den privaten PCs der Arbeiter zu erstellen und auf deren Webcams zuzugreifen. „Das ist ein Übermaß an Überwachung“, so John gegenüber der Tagesschau.
Weltweit leisten nach Recherchen des öffentlich-rechtlichen Senders zehn Millionen Menschen die Bearbeitung von Trainingsdaten- viele davon über sogenannte Crowdwork-Plattformen. „Die digitale Arbeit ist prekär, weil sie rund um die Uhr stattfinden kann, weil sie schlecht bezahlt wird und dabei einem globalen Unterbietungswettbewerb ausgesetzt ist“, sagte der Digitalökonomie-Forscher Fabian Ferrari von der Universität Utrecht der Tagesschau. Klickarbeit findet vor allem in Niedriglohnländern wie Kenia, Pakistan Venezuela statt.
„Die Clickwork-Industrie ist das unsichtbare Rückgrat vieler KI-Technologien, und der wachsende Markt für Datenetikettierungslösungen von Drittanbietern hatte 2019 einen Wert von 1,7 Mrd. US-Dollar und wird bis 2024 voraussichtlich 4,1 Mrd. US-Dollar erreichen. 2024“, schreibt Thilo Hagendorf (2022). Diese Arbeitnehmer seien überwiegend vom Mindestlohn oder anderen Arbeitnehmerschutzgesetzen ausgenommen; gelegentlich werde die Etikettierung von Gefängnisinsassen durchgeführt. „Grob gesagt, ist das typische Muster der Bereitstellung von Arbeitskräften aus dem Globalen Süden für den Globalen Norden wird fortgesetzt“, so Thilo Hagendorf.
Der > Bericht des Time Magazin vom 18. Januar 2023
Berlin (2mind) – Der Wettbewerb mit dem Motto „LeseOase, ein Gewinn für Ganztag und Hort“ prämiert die Schaffung einer lesefreundlichen Umgebung sowie die Umsetzung von freizeitpädagogischen und kinderrechtsbasierten Aktivitäten zur Leseförderung. Veranstaltet wird er von der Kinderrechtsorganisation Save the Children. Der Ganztagsschulverband unterstützt den LeseOasen-Wettbewerb, gefördert wird er durch die Postbank.
„Ganztag und Hort sind gute Orte für Leseförderung“, erklärte Projektleiter Johannes Freund. „Der erfolgreiche Erwerb von Lesekompetenz besonders für Kinder mit weniger Bezug zu Büchern braucht ein Zusammenspiel aus Leseförderung im sowie außerhalb des Unterrichts“.
Für die Umsetzung der LeseOase stellt Save the Children eine digitale Werkzeugkiste zur Verfügung. Bewerbungen sind bis zum 1. Oktober 2023 möglich. Bis Anfang 2024 können teilnehmende Einrichtungen ihre Projektdokumentation einreichen. Zur Wettbewerbsjury gehören Pädagogen, Wissenschaftler, Verbands- und Wirtschaftsvertreter. Die Prämierung erfolgt im April 2024. Ausgelobt werden Geldprämien von insgesamt 5.000 Euro.
Hannover (2mind) – In Niedersachsen verlassen 41 % der Kitakinder das Haus ohne Frühstück und erhalten ihre erste Mahlzeit in der Tageseinrichtung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Mit den Ergebnissen soll die Ernährungsstrategie des Bundeslandes bedarfsgerecht ausgestaltet werden. „Wir müssen die Realitäten anerkennen und dazu gehört, dass das gemeinsame Essen in der Kita unersetzlich ist“, erklärte die niedersächsische Ernährungsministerin Miriam Staudte. „Immerhin besteht so die Chance, Ernährungsbildung an alle Kinder heranzutragen und Essgewohnheiten mitzuprägen. Gesundes, regionales Essen ist wichtig für Kinder und Umwelt“.
Doch für das Angebot eines gesunden Essens braucht es auch die Partnerschaft mit den Eltern, denn sieben von zehn Kitas bringen ihr Frühstück von zu Hause mit. „Ob der Inhalt der Brotbox ausgewogen ist oder nicht, haben Kita-Mitarbeitende also nur bedingt in der Hand“, so die Leiterin der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung, Tanja Bolm. „Als erste Reaktion haben wir Tipps für Erziehungsberechtigte zusammengestellt, wie Brotdosen ausgewogen befüllt werden können.“
Weitere Ergebnisse der Umfrage:
Drei Viertel (75,0 %) der Einrichtungen haben das Thema Essen und Trinken in ihrem pädagogischen Konzept verankert, 17,6 Prozent planen oder erarbeiten ein solches.
Die Hälfte der Kitas (49,9 %) berücksichtigt bisher weder bei der Zusammenstellung des Frühstücks noch beim Mittagessen oder der Zwischenverpflegung Leitlinien oder Handlungsempfehlungen von Fachgesellschaften.
In den niedersächsischen Kindertagesstätten dominieren bei der Mittagsverpflegung Komponentenküchen: Drei Fünftel (60,0 %) der Einrichtungen werden mit warmem Mittagessen beliefert. In einem Fünftel (20,4 %) der Kitas wird mittags frisch gekocht.
Auf das Thema Kinderernährung bzw. Verpflegung wird mit den Erziehungsberechtigten bei 84,3 Prozent der Einrichtung bereits im Aufnahmegespräch eingegangen. Während der Kita-Zeit selbst sorgen vorrangig der Aushang des Speiseplans (93,7 %), Elternbriefe (52,3 %) oder das Verpflegungskonzept (51,7 %) für Transparenz.
An der repräsentativen Umfrage hatten im März 2023 online 729 der insgesamt 5.258 niedersächsischen Kindertagesstätten teilgenommen.
Wiesbaden (2mind) – Männliche Erzieher in Kitas sind immer noch die Ausnahme, aber nicht mehr so selten wie vor zehn Jahren. Dazu legt das Statistische Bundesamt in dieser Woche folgende Zahlen vor:
Im Jahr 2012 arbeiteten am 1. März gut 438.000 Menschen in der pädagogischen Betreuung, davon rund 18.000 Männer. Der Männeranteil lag damit bei 4,1 %. Im Jahr 2022 waren am 1. März rund 681.000 Menschen unmittelbar mit der pädagogischen Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen befasst, knapp 53.500 davon waren Männer. Der Männeranteil lag damit bei 7,9 %.
Männliche Erzieher in der Kita gelten als wichtige Rollenvorbilder. Hoffnungsvoll im Blick auf die Zukunft stimmt: Je jünger die Betreuenden in den Kindertageseinrichtungen sind, um so häufiger sind sie männlich. 2022 waren 12,6 % der Beschäftigten unter 30 Jahren männlich – gegenüber 2,8 % bei den Beschäftigten ab 50 Jahren. „Vermutlich wird der Anteil an männlichen Erziehern in Kinderbetreuungseinrichtungen noch weiter zunehmen“, prognostiziert daher das Statistische Bundesamt. Das setzt allerdings voraus, dass männliche Erzieher mit steigendem Alter in den Kitas tätig bleiben.
Auf einen Tagesvater kommen 24 Tagesmütter
Bei Tageseltern sieht es noch etwas anders aus: Am 1. März 2022 waren knapp 41.900 Personen in der Kindertagespflege beschäftigt – darunter gut 1.700 Männer. Ihr Anteil ist mit 4,1 % weiterhin gering, gegenüber dem Jahr 2012 mit einem Männeranteil von 2,7 % aber ebenso gestiegen.
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Welche Herausforderungen stellen sich männlichen Erziehern in den Kitas?
Velbert (2mind) – Im kommenden Schuljahr 2024/25 startet am Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert die „Praxisintegrierte Erzieherausbildung“ (PiA). Was genau geplant ist, berichtet die neue Bildungsgangleiterin Susanne Gudd-Portugall im Interview.
Am Berufskolleg Bleibergquelle wirst Du die „Praxisintegrierte Erzieherausbildung“ (PiA) aufbauen. Das Thema ist für Dich aber nicht neu. Was ist das Besondere an der PiA?
Susanne Gudd-Portugall: Bis zum Sommer habe ich in Essen in einem PiA-Ausbildungsgang gearbeitet und dort die intensive Verzahnung von Theorie und Praxis kennengelernt. So planen wir es auch an der Bleibergquelle: Die Studierenden werden jede Woche einige Tage am Berufskolleg und einige Tage in der Praxis sein. Inhalte, die wir in der schulpraktischen Ausbildung vermitteln, können damit unmittelbar in die Praxis transportiert werden. Und Praxiserfahrungen können wir zeitnah im Unterricht reflektieren.
Die Theorie-Praxis-Verzahnung ist also eine besondere Stärke?
Genau: Die Lehrkräfte der stehen in regelmäßigem Austausch zu den Mitarbeitenden der Praxisstellen. Regelmäßige Praxisbesuche fördern diesen Austausch. Und Studierende können ihre Probleme und Beobachtungen in der Praxis unmittelbar in den Unterricht tragen.
Welche Praxisfelder lernen PiA-Studierende kennen?
Die Ausbildungsverträge werden in der Regel mit Kindertagesstätten geschlossen. Zur Ausbildung gehört aber auch ein zehnwöchiges Praktikum in einem anderen sozialpädagogischen Tätigkeitsfeld, also z.B. in der Jugendhilfe, in Freizeiteinrichtungen oder dem offenen Ganztag.
Wie läuft die PiA-Ausbildung ab?
Wie die Vollzeitausbildung dauert sie insgesamt drei Jahre. Im 3. Ausbildungsjahr findet das Abschlussexamen statt und daran anschließend das Kolloquium.
Wie lässt sich ein PiA-Studium finanzieren?
Die Studierenden schließen Verträge mit den Trägern der Praxiseinrichtungen. Die Träger sind froh über die Entlastung, die sie durch diese Studierenden unmittelbar erhalten. Die Vergütung ist von Träger zu Träger unterschiedlich und liegt in der Regel zwischen 600 und 800 Euro.
Wie entscheide ich mich denn zwischen einer Vollzeit-, einer berufsintegrierten oder einer praxisintegrierten Erzieherausbildung?
Die berufsintegrierte Ausbildung ist ein Angebot für Menschen mit Berufserfahrung, die bereits in pädagogischen Tätigkeitsfeldern arbeiten. Ob im Anschluss an die Schule eine Vollzeit- oder eine praxisintegrierte Ausbildung besser passt, muss jeder selbst entscheiden. Das hängt auch am Lerntyp: Bringt mich die theoretische Grundlegung oder die intensive Praxis auf meinem Lernweg besser voran?
Und wann geht es an der Bleibergquelle los?
Wir starten im Schuljahr 2024/25 mit der PiA-Ausbildung. Anmeldungen dazu sind ab sofort möglich. Auf unserem Tag der offenen Tür am 16. September werden wir die PiA ausführlich vorstellen und ich stehe für alle Fragen dazu zur Verfügung. Ansonsten gibt es die Infos und das Anmeldeformular im Internet: https://freiraum.news/pia
Berlin (2mind) – In Deutschland verpassen zu viele junge Menschen nach der Schule den Zugang zu einer Ausbildung: Mehr als 2,6 Millionen Menschen zwischen 20 und 35 Jahren gelten als „Ungelernte“ – ein neues Rekordhoch. Betriebe gehen bei der Suche nach Fachkräften zunehmend leer aus, deshalb kann sie diese Entwicklung nicht kalt lassen. Und auch aus Perspektive der betroffenen jungen Menschen ist die Frage zu stellen, wie unser Ausbildungssystem integrativer werden kann. Mit dem Programm „Zeig, was du kannst!“ unterstützt die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW) Schülerinnen und Schüler des Hauptschulzweigs auf ihrem Weg ins Berufsleben. Nun hat die SDW eine Videoreihe veröffentlicht, die Ausbildende und Pädagog:innen für die Situation der Careleaver sensibilisiert.
Der Begriff bezeichnet junge Menschen, die – meistens nach Vollendung des 18. Lebensjahrs – aus einer Pflegefamilien oder einem Heim ausziehen und ihr Leben überwiegend selbständig meistern müssen. Der Weg in den Beruf ist eine Herausforderung für diese jungen Leute, weitere sind das eigenständige Wohnen, der Aufbau neuer Beziehungen, der Umgang mit Geld oder die Gesundheitspflege. Mit diesen und anderen Themen beschäftigt sich die neue 17-teilige Videoreihe, die „Zeig, was du kannst!“ in einer App zur Verfügung stellt. Die 15-minütigen Videos wenden sich an Ausbilder, Lehrer und Schulsozialarbeiter und ist auch für Mitarbeitende in der Jugendhilfe informativ.
Das Programm „Zeig, was du kannst!“ besteht seit 16 Jahren und ist auf Jugendliche mit multiplen Problemlagen ausgerichtet, berichtet Silke Gerstenberger, die den Bereich Schülerförderung bei der SDW leitet. In den letzten Jahren wurden gezielt auch Careleaver aufgenommen. Das Programm setzt im vorletzten Schuljahr an und begleitet junge Menschen bis zum Ende des ersten Ausbildungsjahres. Derzeit werden etwa 450 Jugendliche an elf Standorten gefördert, darunter Rostock, Essen, Frankfurt a.M., Köln und Ludwigshafen. Zum Angebot gehören das Coaching in Kleingruppen und praxisorientierte Programme wie das zweitägige „Future Camp“ u.a. mit Bewerbungstrainings. „Durch dieses Training gewinnen die Jugendlichen an Selbstbewusstsein und Selbstwert“, sagt Gerstenberger. Die Careleaver gehören zu den Teilnehmern dieser Programme. Gerstenberger weiter: „Wir wollen sie nicht stigmatisieren.“