Kategorie: Aktuelles

  • Kira Geiss: Wie sich im Leben der Miss Germany 2023 ein „Schalter umgelegt“ hat

    Kira Geiss: Wie sich im Leben der Miss Germany 2023 ein „Schalter umgelegt“ hat

    Kira Geiss (2. von links) zu Besuch am Berufskolleg Bleibergquelle (Foto: Maria Nguyen / BBQ)

    Velbert (2mind) – Bei ihrem Besuch am Berufskolleg Bleibergquelle berichtete Kira Geiss, die Miss Germany 2023, sehr persönlich über ihr Leben und ihren Glauben. Die 21-jährige Wahl-Magdeburgerin war als eine von 15.000 Kandidatinnen zu dem Award angetreten, der seit 2020 kein Schönheitswettbewerb mehr ist. Den Titel „Miss Germany“ erhalten Frauen, die Verantwortung übernehmen, heißt es in der Ausschreibung. Kira Geiss engagiert sich für soziale Nachhaltigkeit, insbesondere für die Jugendarbeit und den richtigen Umgang mit sozialen Medien. Und das hängt mit ihrer Lebensgeschichte zusammen:

    Mit 13 Jahren trank Kira Geiss erstmals Alkohol und erlebte bei einer Party nachts im Wald einen Blackout. Den Zuhörern der Schulgemeinschaftsstunde am Berufskolleg berichtet die heutige Miss Germany, sie habe als Jugendliche zu viel geraucht und zu viel getrunken, in einer ungesunden Beziehung gelebt und dreieinhalb Jahre lang jedes Wochenende Party gefeiert. So kam sie an einen Punkt, an dem sie sich selbst fragte: „Ist das, was ich lebe und jeden Tag konsumiere, wirklich das, was mir guttut?“ Innerlich habe sich ein „Schalter umgelegt“: Kira Geiss trennte sich von ihrer Clique und ihrem Freund und fühlte sich danach ein halbes Jahr lang „ziemlich einsam“.

    In einem Bus lernte Kira Geiss zwei Mädchen kennen, die sie zu kirchlichen Veranstaltungen einluden. Sie nahm an einer christlichen Freizeit teil und erlebte dort eine Gemeinschaft, in der sie sich angenommen fühlte, ohne etwas leisten zu müssen. „Es ist das erste Mal gewesen, dass ich mich außerhalb meiner Familie zuhause gefühlt habe“, sagt Kira Geiss. Dem Glauben gegenüber sei sie noch längere Zeit skeptisch geblieben, bis sie an einem Tag betete: „Oh Gott, ich weiß überhaupt nicht, ob es dich gibt, aber ich gebe dir eine Chance.“ In den folgenden Wochen seien viele innere Wunden geheilt, über eine längere Zeit sei sie dabei von anderen Christen begleitet worden und schließlich gründete Kira Geiss 2021 in Magdeburg selbst eine junge Gemeinde.

    Zu ihren Glaubenserfahrungen sagt sie heute: „Das ist nichts, was jemandem aufgezwungen werden kann. Aber es kostet auch nichts, das auszuprobieren.“ Kira Geiss ist seit dem vergangenen Jahr als Hoffnungsbotschafterin für den Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband unterwegs.

    In der Veranstaltung am Berufskolleg Bleibergquelle ging es auch um den Umgang mit sozialen Medien. Dabei trat Kira Geis dafür ein, sowohl in als auch außerhalb digitaler Medien engagiert zu leben. Ihre eigene Social Media-Nutzung begrenze sie bewusst auf die Zeitspanne zwischen 7.00 und 19.00 Uhr.

    Die Schulgemeinschaftsstunden am Berufskolleg Bleibergquelle werden viermal im Jahr von Gästen oder Klassengemeinschaften zu aktuellen Themen oder als kultureller Beitrag gestaltet.

  • Mitgefühl entsteht im 2. Lebensjahr

    Mitgefühl entsteht im 2. Lebensjahr

    Foto: Unsplash+

    München (2mind) – Bereits mit 18 Monaten zeigen Kinder Mitgefühl. Mimik und Äußerungen dieser Kinder lassen erkennen, dass sie das Leid anderer Menschen berührt. Das geht aus einer an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) durchgeführten Studie hervor.

    Danach lassen sich Kleinkinder schon früh von Gefühlen anderer wie Angst oder Trauer anstecken. Laut dem Entwicklungspsychologen Markus Paulus sei diese emotionale Ansteckung ein erster Schritt hin zu Mitgefühl. „Bei Mitgefühl geht es darum, die Emotion auch regulieren zu können und nicht davon überwältigt zu werden“, so Prof. Paulus weiter, an dessen Lehrstuhl die Studie durchgeführt wurde.

    Die Studie zeigt zudem, dass Mitgefühl nicht angeboren ist, sondern sich im Kontext sozialer Interaktionen entwickelt. Entscheidend dabei sei das Ausmaß der elterlichen Feinfühligkeit. : Je feinfühliger Mütter auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingingen, desto besser konnten die Kinder schon im zweiten Lebensjahr einer fremden Person Mitgefühl zeigen. Paulus: „Ein Kind könnte nicht überleben ohne feinfühlige Bezugspersonen, die mitfühlend handeln. Die Kinder lernen von ihnen, mit negativen Emotionen umzugehen. Dadurch sind sie in der Lage, das später selbst auch anzuwenden“.

    Für die Studie bat ein Team um Markus Paulus und Tamara Becher 127 Kinder im Alter von 6, 10, 14 und 18 Monaten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mit ihren Müttern zu Verhaltensexperimenten an die LMU.

    Die Forschungsergebnisse sind hier nachzulesen:

    Markus Paulus et al.: When do children begin to care for others? In: Cognitive Development 2024. URL: https://doi.org/10.1016/j.cogdev.2024.101439

  • Mehr Extremismusvorfälle an Schulen

    Mehr Extremismusvorfälle an Schulen

    Foto: Giulia Squillace auf Unsplash+

    Berlin (2mind) – Die Zahl extremistische Vorfälle an Schulen steigt in mehreren Bundesländern deutlich. Das gilt zumindest für die Bundesländer, die bei einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ entsprechende Statistiken vorlegten (> zur Meldung). Zu den gemeldeten Vorfällen zählen etwa „Judenwitze“, „Sieg Heil“-Schriftzüge und „Hitlergrüße“ im Klassenzimmer, die Beleidigung von Mitschülern als „Kanaken“ oder „schwarze Sau“ und Bemerkungen wie „Verbrenn’ die Juden“.

    In Sachsen stehen 50 extremistische Vorfälle im Jahr 2019 nun 149 Vorfällen im Jahr 2023 gegenüber. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete allein in diesem Januar 34 Meldungen, im ganzen Jahr 2023 waren es 17 Vorfälle. Baden-Württemberg erfasste an Schulen im Schuljahr 2020/21 zwölf Fälle „antisemitisch und anderweitig religiös und ethnisch motivierte Diskriminierungen“; im laufenden Schuljahr waren es bis zum 20. März bereits 35 Vorfälle dieser Kategorie. In Hessen verdreifachte sich im Jahr 2023 das Aufkommen rechtsextremistischer Vorfälle gegenüber dem Vorjahr auf 35 Meldungen; in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden bereits 39 rechtsextremistische Vorfälle gemeldet.

    Inwiefern die gestiegenen Zahlen zu extremistischen Vorfällen auf ein verändertes Meldeverhalten der Schulen zurückgehen, bleibt laut der Zeitung unklar. Zudem antworteten zahlreiche Bundesländer nicht oder teilten mit, keine entsprechenden Zahlen zu erheben.

    Die „Welt am Sonntag“ sprach mit Matthias Busch, Professor für Didaktik an der Universität Trier und Leiter des Projektes „Aktiv für Demokratiebildung im Lehramt“. Lehrkräfte fühlten sich angesichts der gesellschaftlichen Polarisierung alleingelassen und gingen zu etwa einem Drittel fälschlich davon aus, „neutral sein zu müssen“ – selbst bei grundgesetzfeindlichen oder rassistischen Aussagen. Das führe dazu, dass politisch kontroverse Themen nicht angesprochen würden, zitiert die „Welt am Sonntag“ den Wissenschaftler weiter.

    Die saarländische Bildungsministerin und amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Christine Streichert-Clivot (SPD), sagte der Zeitung zum Anstieg der gemeldeten Extremismusvorfälle: „Wir beobachten in der KMK diese Entwicklungen natürlich mit Sorge.“ Sie verwies zudem auf „viele positive Entwicklungen“ – etwa dass Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam auf der Straße „Zeichen gegen Hass, Diskriminierung, Populismus, Antisemitismus und Extremismus“ setzten. Laut „Welt am Sonntag“ bezeichnete die KMK-Präsidentin eine Vereinheitlichung der Erfassung extremistischer Vorfälle an Schulen aufgrund der unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Bundesländern als „nicht unbedingt zielführend“. Eine solche Vereinheitlichung hatte nach dem Bericht der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, gefordert.

  • „Vertraue Nachrichten, die stimmen statt Stimmung machen“

    „Vertraue Nachrichten, die stimmen statt Stimmung machen“

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    Hamburg (2mind) – Eine Kommunikationskampagne gegen Fakenews und Desinformation hat die Initiative #UseTheNews gestartet. „Jahr der Nachricht“ lautet der Titel und „Vertraue Nachrichten, die stimmen statt Stimmung machen“ der Claim. „Desinformation heizt das gesellschaftliche Klima an. Sie untergräbt den Zusammenhalt und bedroht die Demokratie“, erklärte UseTheNews-Geschäftsführer Meinolf Ellers.

    #UseTheNews erforscht Nachrichtennutzung und -kompetenz junger Menschen und entwickelt Bildungsangebote. Mit dem „Jahr der Nachricht“ will die Initiative auf das Phänomen Fakenews aufmerksam machen und seriösen Medien eine Plattform geben. Erreicht werden soll das u.a. durch neuen Nachrichtenformat auf Social Media auf TikTok, Instagram und YouTube, bundesweite Newscamps für Jugendliche, die Verknüpfung von Schulklassen und Lokalredaktionen sowie durch journalistische Projekte.

    Eine Testimonial-Kampagne in TV, Radio, Print sowie digitalen Räumen soll das „Jahr der Nachrichten“ bekannt machen. Zu deren Gesichtern zählen unter anderem die Schauspielerin und Sängerin Lina Larissa Strahl, die TikTokerinenn Nadine Breaty und Jeannie Wagner, die Nachrichtensprecherin Damla Hekimoglu (unter anderem Tagesschau24) sowie die RTL- und ntv-Moderatorinnen Pinar Atalay und Nadja Kriewald.

    Initiatoren von #UseTheNews sind die dpa, die HAW Hamburg, die Hansestadt Hamburg und das Leibniz-Institut für Medienforschung; zahlreiche Medienhäuser gehören zu den Medienpartnern.

    Der Link zur Kampagnenwebsite: https://www.jahrdernachricht.de/

  • „Wer Menschen mit Respekt behandelt, wird auch selbst respektiert.“

    „Wer Menschen mit Respekt behandelt, wird auch selbst respektiert.“

    Heval Akil bei der Arbeit (Foto: Achim Halfmann / 2mind)

    Dortmund (2mind) – Wie gelingt die Integration von Geflüchteten in Arbeit? CSR NEWS besucht Betriebe, die Menschen mit Migrationshintergrund Arbeit und Ausbildung ermöglichen. Im Dortmunder Hotel Esplanade sprechen wir mit Küchenchef Heval Akil. Der heute 43-Jährige kam 1999 selbst als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland.

    Von Achim Halfmann

    Viele Integrations-Herausforderungen kennt Heval Akil aus eigener Erfahrung. In Syrien hatte er eine Ausbildung in der Systemgastronomie abgeschlossen – die in Deutschland nicht anerkannt wurde. Das Erlernen der deutschen Sprache, der Erhalt einer Arbeitserlaubnis und der Zugang zu einem Ausbildungsplatz – vor 25 Jahren lagen die Hürden noch deutlich höher als heute. Akils beruflicher Weg begann im Sauerland. Durch die ehrenamtliche Arbeit in der Abtei Königsmünster in Meschede lernte er Menschen kennen, die ihn bei Bewerbungen und Behördengängen unterstützten. In Meschede absolvierte er eine Ausbildung zum Koch, sammelte danach Auslandserfahrungen in Frankreich und den Niederlanden und übernahm eine erste Küchenleitung.

    In Meschede engagierte sich Akil für die Gründung eines kurdischen Kulturvereins und war vier Jahre lang dessen Vorsitzender. Dort erlebte er auch die sogenannte „Flüchtlingswelle“ der Jahre 2015 und 2016 mit, als über eine Million Menschen nach Deutschland kamen – viele davon aus Syrien. Er arbeitete als ehrenamtlicher Übersetzer für das Jugendamt, schrieb mit Geflüchteten Lebensläufe und Bewerbungen und vermittelte einzelne in Gastronomiebetriebe. Akil kam dabei zugute, dass er zweisprachig aufwuchs und Arabisch ebenso wie Kurdisch spricht. Zum Erliegen kam dieses Engagement während der Corona-Pandemie.

    Heval Akil präsentiert seine Weinmarke „Kobane“ (Foto: Achim Halfmann / 2mind)

    In Dortmund fand Heval Akil mit dem Hotel Esplanade und der Unternehmerfamilie Kortmann ein neues berufliches Umfeld, in dem Arbeitnehmer mit Fluchterfahrung willkommen sind. Unter den etwa 25 Mitarbeitenden sind jeweils fünf oder sechs Geflüchtete. In die Ausbildungen zum Koch bzw. zur Köchin und zur Hotelfachkraft nimmt das Unternehmen junge Menschen auf, die kurz zuvor nach Deutschland gekommen sind. Für die Geflüchteten und das Hotel handele es sich um eine Win-Win-Situation, sagt Akil. Denn immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Gastronomie, auch wegen der Arbeitszeiten.

    Für Heval Akil besitzt die Netzwerkarbeit eine hohe Bedeutung. Er leitet nicht nur die Küche im Hotel Esplanade, sondern ist als Ausbilder zugleich Mitglied im Prüfungsausschuss der Dortmunder Industrie- und Handelskammer. Und er hält Kontakt zum kurdischen Kulturverein in der Stadt. Häufig kämen geflüchtete junge Menschen durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf die Idee, sich in dem Hotel zu bewerben, berichtet Akil.

    Besonders wichtig für den beruflichen Erfolg sind Sprachkenntnisse. Grundlagen vermitteln Sprachkurse, die von der Arbeitsagentur finanziert werden. Der Besuch einer Berufsschule ist für Geflüchtete trotzdem eine „harte Nummer“, weiß Akil aus eigener Erfahrung. Seine Nachwuchskräfte unterstützt der Küchenleiter daher bei der Prüfungsvorbereitung. So stellen Auszubildende mit Migrationshintergrund gemeinsam mit ihrem Ausbilder ein Menü aus saisonalen Produkten zusammen, erklären dies zunächst in ihrer Muttersprache und lernen dann die deutschen Begriffe kennen.

    Kulturelle Unterschiede müssen ebenso überwunden werden. In Deutschland zählt die Pünktlichkeit: 8.00 Uhr ist 8.00 Uhr, in manchen anderen Kulturen werden zeitliche Absprachen nicht auf die Minute genau genommen. Und auch für dieses kulturelle Ankommen sind Sprachkenntnisse wichtig. Denn „ohne Sprache fühlt man sich nicht zuhause“, sagt Akil. Erschwert werde das Lernen bei manchen Geflüchteten durch Traumata: Jahre des Krieges und des Terrors und die Gefahren der Flucht bleiben nicht ohne Spuren. Nach den Erfahrungen von Akil ist etwa jeder dritte Flüchtling traumatisiert. Und manche leiden unter Heimweh. Geflüchtete Menschen beobachten das Geschehen in ihrem Heimatland weiterhin genau – auch aus Sorge um die zurückgelassenen Freunde und Verwandten.

    Betrieben, die Geflüchtete integrieren wollen, rät Akil zum Austausch mit anderen, die darin bereits Erfahrungen gemacht haben. Und dann sollten Chefs und Ausbilder positiv auf Menschen mit Migrationshintergrund zugehen. Heval Akil: „Wer Menschen mit Respekt behandelt, wird auch selbst respektiert.“

    Das Dortmunder Hotel Esplanade ist Teil des > DIHK-Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“

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  • Internationale Wochen gegen Rassismus: „Populistischer Instrumentalisierung des Christentums“ begegnen

    Internationale Wochen gegen Rassismus: „Populistischer Instrumentalisierung des Christentums“ begegnen

    Foto: Mesut cicen auf Unsplash

    Berlin (2mind) – Vom 11. bis 24. März finden deutschlandweit die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt. Das Thema lautet: „Menschenrechte für alle“. Vereine, Wohlfahrtsverbände, Kirchen und andere Akteure bieten während dieser Tage unterschiedliche Veranstaltungen: Workshops, Diskussionsrunden und kulturelle Beiträge sollen Bewusstsein für Rassismus und Diskriminierung in der Gesellschaft schaffen.

    Zentrum der Veranstaltungswochen ist der 21. März, der 1966 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“ erklärt wurde. Er erinnert an den 21. März 1960, als über 5.000 Menschen im südafrikanischen Sharpeville gegen die diskriminierenden Passgesetze des Apartheid-Regimes demonstrierten. Die Polizei setzte Flugzeuge und Tränengas gegen die Demonstrierenden ein und schoss schließlich in die Menge. 69 Menschen starben, darunter acht Frauen und zehn Kinder.

    Seit Januar 2016 werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) von der Stiftung gegen Rassismus koordiniert. Die Stiftung bietet z.B. Arbeitsmaterialien, einen Veranstaltungskalender und Impulse für die Öffentlichkeitsarbeit.

    In Kirchhundem (Sauerland) engagiert sich das katholische Geistliche Rüstzentrum Kohlhagen mit einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Auftrag der Kirche: Migrantinnen und Migranten begleiten und dem Rassismus entgegentreten“. „Unsere Gesellschaft wurde in den letzten Jahrzehnten massiv durch rechtsextreme Übergriffe und Anschläge erschüttert“, so Pater Siegfried Modenbach SAC, einer der Leiter des Rüstzentrums. „Flüchtlingsunterkünfte wurden in Brand gesteckt, Menschen wegen ihrer Herkunft angegriffen oder ermordet; politische Verantwortungsträger und ehrenamtlich Engagierte, die für ein gutes Miteinander einstehen, wurden Opfer von Bedrohungen und Anschlägen; jüdische und muslimische Gotteshäuser wurden geschändet.“

    Christen müssen sich mit Rassismus in den eigenen Reihen auseinandersetzen, denn trotz eindeutiger Stellungnahmen der Kirchenleitungen und zahlreichen Initiativen „finden sich rassistische Vorstellungen und damit die Spannungen und Bruchlinien der Gesellschaft auch im Raum der Kirche wieder“, so der Pater. Wer sich bei der Ausgrenzung und Abwertung von Menschen anderer kultureller oder religiöser Hintergründe auf „christliche Werte“ berufe, „betreibt eine populistische Instrumentalisierung des Christentums, die von den Kirchen deutlich zurückgewiesen wird.“ Modenbach verweist in diesem Zusammenhang auf die „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus“, in der über 50 Organisationen aus dem kirchlichen Raum und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

    Informationen und Material zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ auf der Seite der Stiftung gegen Rassismus: https://stiftung-gegen-rassismus.de/iwgr

    Plakat zur Internationalen Woche gegen den Rassismus
  • „Da steckt viel Potential drin, unsere Kinder auf falsche Bahnen zu lenken“

    „Da steckt viel Potential drin, unsere Kinder auf falsche Bahnen zu lenken“

    NRW-Schulministerin Dorothee Feller besucht Velbert (Foto: Achim Halfmann/2mind)

    Velbert (2mind) – Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller (CDU) betont die Bedeutung von Demokratiebildung und Medienkompetenzförderung in den Schulen. „Schulen können nicht alles regeln“, sagte Feller. Aber: „Bei Demokratiebildung glaube ich, dass Schulen eine große Chance haben“, so die Ministerin am Dienstag in Velbert, wo sie auf Einladung der örtlichen CDU im Bildungszentrum der Diakonie Bleibergquelle sprach.

    Kinder müssten lernen, eine eigene Meinung zu entwickeln, andere Meinungen auszuhalten und sich in der Gesellschaft zu engagieren, so die Ministerin. Dazu sollten die Schulen Beteiligungsmöglichkeiten schaffen und Schülerinnen und Schülern so die Erfahrung vermitteln: Wir können an unseren Schulen etwas bewegen.

    Sorge bereiten Feller die Bilderwelten in den Social Media. Während etwa öffentlich-rechtliche Medien nach dem Angriff der Hamas auf Israel besonders grausame Bilder nicht gezeigt hätten, seien alle Bilder ungefiltert in den sozialen Medien zu sehen gewesen. „Da steckt viel Potential drin, unsere Kinder auf falsche Bahnen zu lenken“, sagte die Schulministerin. Deshalb gehöre auch die Vermittlung von Medienkompetenz und digitaler Kompetenzen in die Schulen. Ein wichtiges Thema sei dabei der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI).

    Ihrer Zuhörerschaft berichtete die Dorothee Feller darüber, wie sich ihr Ministerium den zahlreichen Herausforderungen im Bildungswesen stellt: dem Lehrermangel – besonders in Grundschulen und der Sekundarstufe I -, dem schlechten Abschneiden nordrhein-westfälischer Schüler in internationalen Lernstandserhebungen und der schulischen Integration von Flüchtlingskindern.

    An das Velberter „Bildungszentrum Bleibergquelle“ wird die NRW-Schulministerin demnächst zurückkehren: Sie nahm an dem Abend eine Einladung von Bildungszentrums-Geschäftsführer Markus Berg zu einem Besuch der dortigen Schulen – Grundschule, Gesamtschule und Berufskolleg – an.

  • Jugendhilfe und Medien: Zu viel Regulierung, zu wenig Partizipation

    Jugendhilfe und Medien: Zu viel Regulierung, zu wenig Partizipation

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    Velbert (2mind) – In der stationären Jugendhilfe werden junge Menschen zu wenig auf die digitale Welt vorbereitet. „Medienpädagogisches Arbeiten beschränkt sich in vielen Einrichtungen auf die Regulierung“, sagte der Medienpädagoge Andrè Weßel am 7. Februar auf dem Fachtag „Medien in der Jugendhilfe“ in Velbert. Als Sanktionsinstrument würde der Handyentzug in die Stufenpläne von Heimgruppen eingebaut. Wichtig seien jedoch der „Schutz durch Beteiligung“ und der „Schutz durch Förderung“, um jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln.

    Weßel, der heute bei der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) tätig ist, wirkte bis 2022 an dem Forschungsprojekt DigiPäd 24/7 zum Stand der Digitalisierung und Organisationsentwicklung in Heimen und Internaten mit. Danach stehen in der Medienarbeit vieler Einrichtungen „eher Schutz von Risiken, um Gefährdungspotentiale zu reduzieren“ im Vordergrund. Regeln dazu würden häufig ohne die Beteiligung Jugendlicher entwickelt und von diesen als intransparent und grenzüberschreitend wahrgenommen. In vielen Jugendhilfeeinrichtungen fehle ein Medienkonzept und jedes Team arbeite anders. „Der weiteren wird das Thema häufig bei Medienbeauftragten abgeladen“, so der Weßel, der eine medienpädagogische Grundqualifizierung des gesamten pädagogischen Teams für wichtig hält.

    Auch junge Menschen in Jugendhilfeeinrichtungen „nehmen Digitalität als selbstverständlichen Bestandteil ihres Alltags war“, so der Medienpädagoge, der dazu den 15. Kinder- und Jugendhilfebericht zitierte: „Wer nicht (digital) kommuniziert, nimmt nicht teil.“ Es gelte, Kinder und Jugendliche für zunehmend hybride Lebenswelten fit zu machen; Pädagogen hätten „dafür nur wenig Zeit“, so Weßel. Gefordert seien auch Informationen zu Kostenfallen, Cyber Grooming, Mobbing und Hate Speech.

    Veranstaltet wurde der Fachtag vom Berufskolleg Bleibergquelle (Velbert) und der Graf Recke Stiftung (Düsseldorf). Die etwa 170 Teilnehmenden diskutierten medienpädagogische Themen für die stationäre Jugendhilfe und Impulse für Medienprojekte in Seminaren und Workshops.

    > Das Programm der Veranstaltung

  • Suchen und Finden im Internet

    Suchen und Finden im Internet

    Foto: Sherise Van Dyk auf Unsplash

    Düsseldorf (2mind) – Was ist eine Suchmaschine und wodurch unterscheidet sie sich von einem Browser? Wo und wie können sich Kinder informieren? Was bietet die Kindersuchmaschine „Blinde Kuh“? Diese und zahlreiche weitere Infos für Kinder bietet das Internet-ABC bei seinem aktuellem Themenmonat „Suchen und Finden im Internet“. Ein Quiz zu Fake-News, ein Rechercheratgeber für Hausaufgaben und das Spiel „Nadel im Heuhaufen“ gehören zu den weiteren Angeboten.

    Das Internet-ABC ist ein Angebot der Medienanstalten der Länder für Kinder im Grundschulalter und deren Eltern. Vorangegangene Themenmonate beschäftigten sich etwa mit Künstlicher Intelligenz, Energiesparen, Influencern und Medienberufe.

    Der Link zum Themenmonat „Suchen & Finden im Internet“: https://www.internet-abc.de/kinder/mitredennbsp-mitmachen/themenmonate/suchen/

  • Wechsel ins Erwachsenenalter ein Hauptkrisenherd

    Wechsel ins Erwachsenenalter ein Hauptkrisenherd

    Kinder mit fetaler Alkoholspektrumstörung (FASD) in der Jugendhilfe

    Foto: Unsplash+

    Mönchengladbach (2mind) – Jochen Merkel ist Bereichsleiter bei der Hephata-Jugendhilfe. Der Diplom-Pädagoge und systemische Berater hat sich zur FASD-Fachkraft weitergebildet. An mehreren Standorten begleitet die Hephata-Jugendhilfe in ihren Gruppen kognitiv eingeschränkte Kinder und Jugendliche, darunter Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen und fetaler Alkoholspektrumstörung (FASD). Letztere wird primär durch den Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht; bereits ein gelegentlicher Alkoholkonsum kann das Risiko für FASD erhöhen. 2mind sprach mit dem Pädagogen über die Begleitung von Kindern mit FASD in der Jugendhilfe. Die Fragen stellte Achim Halfmann.

    2mind: Das Thema FASD wird in der Jugendhilfe derzeit stark diskutiert.

    Jochen Merkel (Foto: Ev. Stiftung Hephata)

    Jochen Merkel: Ja, die Informationen dazu werden immer mehr – ähnlich wie vor einigen Jahren bei der Autismus-Spektrum-Störung. Das Wissen über FASD steckt in Deutschland aber noch ziemlich in den Kinderschuhen – anders als etwa in den USA oder Kanada -, aber es bewegt sich vieles auf diesem Gebiet: Derzeit befindet sich ein Bundesverband mit dem Schwerpunkt FASD in Gründung. Es gibt bundesweit verschiedene Weiterbildungsangebote zur FASD-Fachkraft und es existiert mit PAFF ein Vernetzungstreffen von Praktiker:innen. Wichtig ist jetzt, das Störungsbild bekannter zu machen und entsprechende Expertisen zu schulen, weil viele Pädagog:innen und Träger da noch im Dunklen tappen. Man geht davon aus, dass jedes fünfte Kind in der Jugendhilfe von FASD betroffen ist. Deshalb müssen gerade die Träger der Jugendhilfe für dieses Thema sensibilisiert werden. Und wenn Träger offensiv damit werben, dass sie auf Kinder mit FASD eingestellt sind, dann kommen auch die Anfragen.

    Die Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder FASD in einem Gruppensetting wird für die Jugendhilfe eine große Herausforderung darstellen.

    Das ist allerdings eine große Herausforderung. Einige Träger haben sich mit spezifischen Wohngruppen auf den Bereich Autismus-Spektrum-Störungen eingestellt und bilden ein hochstrukturiertes Umfeld ab. Viele dieser Träger arbeiten analog dem “Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“-Model, kurz TEACCH genannt, das mit Strukturierung und Visualisierung arbeitet. Im Bereich FASD ist diese Spezialisierung noch nicht so ausgeprägt. Es gibt das Eylarduswerk in Bad Bentheim, das sich FASD-spezifisch aufgestellt hat und zu den Leuchttürmen gehört. Es gibt stationäre Wohngruppen und betreute Wohngemeinschaften im Sonnenhof in Berlin und das Vinzenzwerk Handorf in Münster, aber sonst sieht es im Blick auf spezialisierte Einrichtungen noch relativ dünn aus.

    Wir haben in der Hephata Jugendhilfe momentan eingestreute Plätze, das heißt: Wir haben durchaus Kinder und Jugendliche mit FASD, die als solche erkannt und definiert sind. Und wir begleiten sie in einem Gruppensetting. Damit ist die klassische Jugendhilfe mit ihren Wohngruppen mit acht, sieben oder selbst mit sechs Plätzen häufig überfordert.

    Für das Störungsbild FASD sind – ähnlich wie für die Autismus-Spektrum-Störung – eingeschränkte Exekutivfunktionen kennzeichnend. Wir versuchen daher Methoden, die sich im Bereich Autismus bewährt haben, auf FASD zu übertragen. Denn Kindern und Jugendlichen mit beiden Störungsbildern fällt es schwer, Lernerfahrungen auf unterschiedliche soziale Situationen zu übertragen. Die beiden Diagnosen darf man dabei keinesfalls gleichsetzen, trotzdem können sich vergleichbare Methoden bei beiden Störungsbildern bewähren. In meiner Abschlussarbeit in der Ausbildung zur FASD-Fachkraft habe ich mir angeschaut, ob und wie sich TEACCH-Methoden für FASD-Betroffene eignen. Allerdings sind wir in Hephata noch nicht so weit, das in die Praxis umzusetzen. Und man muss dabei sagen, dass die Prognose für Menschen mit FASD deutlich ungünstiger ausfällt als für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung.

    Eine Herausforderung für diese jungen Leute wird der Wechsel aus der öffentlichen Erziehung heraus in die Selbständigkeit darstellen. Was bedeutet das für FASD-Betroffene?

    Der Wechsel ins Erwachsenenalter ist einer der Hauptkrisenherde für diese jungen Menschen; dazu läuft gerade viel auf Fachtagungen. Dieser Übergang ist ein so sensibler Bereich, weil damit feste Tagesstrukturen wie zum Beispiel der Schulbesuch wegbrechen und sich der Übergang ins Berufsleben häufig schwierig gestaltet. Ein Problem ist auch, dass wir noch zu wenig über FASD typische Lebensläufe wissen. Diese jungen Menschen sind ja nicht kognitiv begrenzt – zumindest nicht so, dass sie als geistig gehindert gelten würden. Und trotzdem schränkt sie FASD so stark ein, dass sie häufig nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen. fällt ihnen der Wechsel ins Berufsleben häufig sehr schwer. Wenn das Ausgangsproblem nicht erkannt wird, folgt eine Jobcenter-Maßnahme auf die andere und scheitert– und schließlich werden keine weiteren Maßnahmen angeboten.

    Auch die Wohnsituation gestaltet sich schwierig, schon während der Zeit in öffentlicher Erziehungshilfe. Ich glaube, dass viele der sogenannten „Systemsprenger:innen“ FASD-Kinder sind. Da lässt sich häufig ein „Drehtüreffekt“ beobachten. Viele dieser Kinder leben außerdem in Pflegefamilien. Dort wird Außergewöhnliches geleistet; aber auch dort ist es schwierig, wenn geeignete Anschlussmaßnahmen fehlen.

    Die Arbeit in der Hephata Jugendhilfe (Foto: Ev. Stiftung Hephata)

    Die Situation der Kinder und Jugendlichen mit dem FASD-Syndrom ist für die Betroffenen selbst eine Herausforderung, aber ebenso für Pädagoginnen und Pädagogen in der Jugendhilfe. Was bedeutet das für Ihre Mitarbeitenden? Wie bereiten Sie die Fachkräfte vor? Und wie unterstützen Sie, damit der Job gelingt?

    Ich glaube, dass da eine gute Fall- und Fachberatung im Team sehr wichtig ist. Als Bereichsleiter achte ich darauf, eine solche Beratung für meine Teams möglich zu machen. Ich finde es wichtig, dass solche Teams extern supervidiert werden, im Optimalfall auch durch Supervisor:innen, denen FASD bekannt ist. Wir haben bei uns in Hephata einen Kompetenzbereich FASD gegründet, wo wir versuchen, dass sich ein Team von etwa sieben Personen dazu stetig weiterbildet. Aufklärung ist ganz besonders wichtig, etwa im Blick darauf, was FASD für das klassische Bezugspädagog:innensystem in der Jugendhilfe bedeutet. Ich will nicht sagen, dieses System bei FASD versagt. Aber es birgt eine große Gefahr, dass die mit FASD-Klient:innen arbeitenden Personen sich verausgaben oder ausbrennen. Da muss man gut draufschauen und möglicherweise eine Rotation entwickeln, wie sie im Bezugspädagogensystem sonst nicht vorgesehen wird. Häufig wollen wir stabile Bindungen anbieten, die möglichst lange vorhalten. Im Sinne von Psychohygiene für die Mitarbeitenden sollten wir bei FASD-Betroffenen da anders verfahren und Wechsel vorsehen.

    Und es braucht ganz viel Wissen über das Störungsbild: Wegen der guten verbalen Fähigkeiten der Betroffenen erscheint es oft so, als würden diese Kinder und Jugendlichen etwas nicht wollen. FASD ist aber mit einer Hirnschädigung verbunden und aus den guten verbalen lässt sich nicht auf praktische Fähigkeiten schließen. Wenn das Pädagog:innen klar ist, gibt es in der Praxis weniger Frust. Es ist für Mitarbeitende wichtig Resilienz zu entwickeln. Ich habe manchen Mitarbeitenden erlebt, der sagte: Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich es mit einem Menschen mit FASD-Symptomatik zu tun hatte, dann hätte ich anders auf mich geachtet. Der Blick darauf ist eine Aufgabe für das Team – und für die Leitung.

    Die Begleitung junger Menschen mit FASD ist  eine Team-Aufgabe.

    Grundsätzlich ist ein Arbeiten in Netzwerken wichtig in der Jugendhilfe. Für die Begleitung von jungen Menschen mit FASD gilt das ganz besonders. Auf Fachtagungen kursiert zur Zeit der wohl aus Afrika stammende Spruch: Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Gerade im Zusammenhang mit FASD gilt das: Es braucht Netzwerke, in denen sich Betroffene austauschen können. Ebenso brauchen Kernfamilien solche Netzwerke – und auch Pädagog:innen. Und wir müssen uns gemeinsam auf den Weg machen, um Therapiemöglichkeiten und pädagogische Unterstützung zu schaffen. Denn mit dem Personalschlüssel, den die Jugendhilfe derzeit bietet, fällt die Begleitung der Betroffenen schwer. FASD muss ein Thema für die ganze Jugendhilfe werden, wir müssen uns insgesamt breiter dazu aufstellen.

    Was dann auch die Situation der Betroffenen beim Übergang in das Erwachsenenleben verbessern würde …

    Aktuell ist das ein Riesenproblem ist; viele Betroffene von FASD bleiben nach den Jugendhilfemaßnahmen auf der Strecke, weil Anschlussmaßnahmen, Unterstützungsmöglichkeiten und Wissen fehlen. Die Hirnschädigung unterstützt bei manchen eine hohe Verführbarkeit und manche FASD-Betroffene landen in Kriminalität und Haft. Viele scheitern bereits während der Jugendhilfe, werden durch die Einrichtung gereicht und erleben immer wieder Abbrüche. Unsere Systeme sind da nicht passgenau, und das müssen wir ändern.

    Herzlichen Dank für das Gespräch!