Kategorie: Aktuelles

  • NRW: Mehr als die Hälfte der Grundschulkinder im Ganztag

    NRW: Mehr als die Hälfte der Grundschulkinder im Ganztag

    Foto: Juliane Liebermann auf Unsplash

    Düsseldorf (2mind) – Mehr als die Hälfte der nordrhein-westfälischen Grundschulkinder besuchte im zurückliegenden Schuljahr ein schulisches Ganztagsangebot. Wie das Statistische Landesamt NRW weiter berichtet, steigen die Zahlen kontinuierlich an: Waren es im Schuljahr 2013/2014 noch 38,5 % der Grundschulkinder in NRW, die einen offenen oder gebundenen Ganztag an Grundschulen besuchten, so stieg deren Anteil im Schuljahr 2023/2024 auf 52,7%.

    Dabei bestehen zwischen einzelnen Regionen erhebliche Unterschiede: So war der Anteil von Grundschulkindern im Ganztag 2023/24 in Köln (mit 82,6%), Leverkusen (79,6%) und Oberhausen (78,9%) am höchsten – gegenüber den Kreisen Olpe (31,6%), Borken (31,7) und dem Hochsauerlandkreis (31,9%).

    Insgesamt nutzten 372.930 Grundschulkinder im vergangenen Schuljahr ein Angebot des schulischen Ganztags in NRW – zumeist in sogenannten offenen Ganztagsschulen, in denen ein Teil der Schüler dieses Angebot wahrnimmt. Lediglich 3.705 Kinder waren im sogenannten gebundenen Ganztag an Grundschulen, in denen diese Betreuung verpflichtend ist. Nicht erfasst ist hier die Zahl der Grundschulkinder in außerschulischen Betreuungsformen.

    Mit dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) kommt ab 2026 die stufenweise Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter.

    • Wie kommt der Ausbau des offenen Ganztags voran? Und wie steht es dabei um die pädagogische Qualität dieses Betreuungsangebotes? Lasst uns gerne Euer Feedback aus der Praxis zukommen und weist uns auf gelungene Beispiele der Ganztagsentwicklung hin – mit einer Mail an redaktion@2mind.org oder hier über den Chat.
  • Fachkräftelücke im Sozial- und Gesundheitswesen wächst weiter

    Fachkräftelücke im Sozial- und Gesundheitswesen wächst weiter

    Foto: Kenny Eliason auf Unsplash

    Berlin (2mind) – In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Fachkräftelücke in Sozial- und Gesundheitsberufen mehr als verdreifacht. In der Kinderbetreuung und -erziehung ist die Fachkräftelücke mit 20.875 offenen Stellen im Jahresdurchschnitt 2023 am größten, gefolgt vom Berufsfeld Sozialarbeit und Sozialpädagogik mit 19.774 offenen Stellen. Das berichtet das KOFA Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

    Kein Mangel bestehe unter Helferinnen und Helfern, die rund 15% der fünf Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sozial- und Gesundheitsberufen ausmachen. Die Nachqualifizierung von Helferinnen und Helfern könne ebenso einen Beitrag zur Schließung der Fachkräftelücke leisten wie die Gewinnung von Quereinsteigern oder die gezielte Rekrutierung ausländischer Fachkräfte.

    Am Ausbildungsmarkt im Bereich Gesundheit und Soziales sei ein positiver Trend zu beobachten. Aufgrund eines steigenden Bedarfs könne damit alleine die Fachkräftelücke nicht geschlossen werden, so der KOFA-Bericht weiter.

    Das Institut verweist zudem darauf, das fehlende Fachkräfte in der Kinderbetreuung die Situation am Arbeitsmarkt insgesamt erschweren. „Berufstätige Mütter reduzieren oft ihre Arbeitsstunden, um Lücken in der Kinderbetreuung auszugleichen. Eine Bereitstellung von Betreuungsplätzen ist eine zentrale Stellschraube, um die Arbeitszeiten von Müttern und Vätern zu erhöhen“, erklärte der KOFA-Arbeitsexperte Jurek Tiedemann in einer Mitteilung.

    Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, das vom arbeitgebernahmen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) umgesetzt wird.

    KOFA-KOMPAKT „Die Fachkräftesituation in Gesundheits- und Sozialberufen“ > als PDF zum Download

    • Warum arbeitest Du in einem Sozialberuf?
    • Was ist daran herausfordernd und erfüllend?

    Wir wollen einzelne Berufstätige in Sozialberufen vorstellen und freuen uns auf eine Rückmeldung an redaktion@2mind.org oder hier über den Chat.

  • Kita-Personal besonders häufig krank

    Kita-Personal besonders häufig krank

    Foto: Unsplash+

    Gütersloh (2mind) – Mitarbeitende in der Kinderbetreuung und -erziehung sind häufiger arbeitsunfähig erkrankt als der Durchschnitt aller Berufsgruppen. Wie die Bertelsmann Stiftung in einer aktuellen Studie ausweist, waren die Beschäftigte in Kinderbetreuung und -erziehung 2023 durchschnittlich an etwa 30 Tagen arbeitsunfähig – gegenüber rund 20 Tagen bei allen Berufsgruppen.

    Auf Platz zwei der Erkrankungen des pädagogischen Personals folgen – nach den Atemwegsinfektionen – die psychischen Erkrankungen mit stark ansteigenden Arbeitsunfähigkeitstagen. Nach den Berechnungen der Bertelsmann Stiftung lagen die Ausfallzeiten in Kitas 2023 im Bundesdurchschnitt bei 18 Prozent der jährlichen Arbeitszeit einer Vollzeitkraft; besonders hoch waren sie in Ostdeutschland.

    Anette Stein, Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung, erklärte dazu in einer Pressemeldung: „Viele Kitas stecken in einem Teufelskreis: Aufgrund der steigenden Krankenstände fallen immer mehr Fachkräfte aus, wodurch die Überlastung für die verbleibenden Beschäftigten weiter zunimmt. An gute frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist vielerorts gar nicht mehr zu denken.“

    Die Studie „Krankenstand in Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung der Bertelsmann Stiftung > als PDF zum Download

    • Wie reagiert Eure Kita auf diesen „Teufelskreis“?
    • Was können Kitas für die Gesundheit ihres pädagogischen Personals tun?

    Schreibt uns Eure Erfahrungen an redaktion@2mind.org.

  • Der KidsClub: Offene Kinder- und Jugendarbeit in Hückeswagen

    Der KidsClub: Offene Kinder- und Jugendarbeit in Hückeswagen

    Hückeswagen (2mind) – Ein lockerer Start mit einem regen Kommen und Gehen, Sport und Spiele in Gruppen – drinnen oder draußen, ein biblischer Impuls und das gemeinsame Essen: So lässt sich kurz der Programmablauf im KidsClub in Hückeswagen-Wiehagen beschreiben , der jetzt – nach den Sommerferien – gut besucht ist.

    Mit ihrem Angebot in dem Wohngebiet erreicht die Gefährdetenhilfe Scheideweg junge Leute, die Angebote der klassischen Vereinsarbeit eher selten nutzen. Wer den KidsClub besucht, dem fällt auf: Beziehungen sind hier wichtig, eine Kerngruppe ist regelmäßig dabei. In der offenen Zeit am Anfang langweilt sich – erkennbar – niemand, sondern es entstehen spontan ganz unterschiedlich Gruppen mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten. Und das gemeinsame Essen am Ende besitzt für eine hohe Bedeutung für die Kids.

    Geleitet wird das Angebot von dem Ehepaar Ruth und Samuel Schäfer, die von weiteren ehrenamtlich Mitarbeitenden und FSJ-lern unterstützt werden.

    Das Haus Brunnenweg 20 liegt am Rand des Wohngebietes und bietet in seinem Außenbereich einen kleinen Sportplatz. Früher war dieses Gebäude eine sogenannte „Notunterkunft“ für wohnungslose Menschen. Heute hat es die Gefährdetenhilfe Scheideweg erworben und im unteren Bereich Jugendräume geschaffen.

    Ort, Zeit und Kontakt: https://scheideweg.nrw/unsere-arbeit/jugendarbeit/

    Ein wichtiger Programmpunkt: das gemeinsame Essen
  • Videotutorial: Basteln in den vier Jahreszeiten

    Videotutorial: Basteln in den vier Jahreszeiten

    Velbert (2mind) – Studierende am Berufskolleg Bleibergquelle haben in einem Videotutorial Bastelangebote für jede der vier Jahreszeiten festgehalten: Ideen, die Zuhause oder in Kita bzw. Schule umsetzen werden können. Erstellt wurde das Video in einem Projekt im Wahlfach Medien.

    Das inspirierende Videotutorial auf YouTube:

  • Weltdrogentag: Mehr Einsatz für Drogenprävention gefordert

    Weltdrogentag: Mehr Einsatz für Drogenprävention gefordert

    Opium (Foto: Tim Cooper auf Unsplash)

    Düsseldorf (2mind) – Mindestens 261 Menschen starben 2022 in Nordrhein-Westfalen durch den Einfluss psychotroper Substanzen: 154 Menschen kamen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen ums Leben. Weitere 107 Menschen starben aufgrund von Vergiftungen durch Betäubungsmittel, wie der Landesbetrieb IT.NRW als statistisches Landesamt heute mitteilt. In etwa der Hälfte der Fälle sei die Selbsttötung beabsichtigt gewesen. Die Statistik verzeichnet einen leichten Rückgang der Zahl der Drogentoten (um 1,9%).

    Das statistische Landesamt gab die Zahlen anlässlich des heutigen Weltdrogentages heraus. Der Aktionstag geht auf einen Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1987 zurück. Das „Office of Drugs and Crime“ der Vereinten Nationen wirbt anlässlich dieses Tages mit dem Slogan: „Die Fakten sind eindeutig: Investieren Sie in Prävention“.

    Dass mehr Investitionen in Prävention gebraucht werden, belegt der European Drug Report 2024. Dort heißt es: „Heute wirken sich Drogenprobleme fast überall aus. Im Inland zeigen sie sich in anderen komplexen politischen Problemen wie Obdachlosigkeit, dem Umgang mit psychischen Störungen und Jugendkriminalität und verschärfen diese.“ Dabei schadet der Drogenkonsum nicht nur einzelnen Menschen, sondern auch der Gesellschaft und der Umwelt, wie auch der am Weltdrogentag erschienene Weltdrogenbericht 2024 ausweist:

    „Organisierte kriminelle Gruppen nutzen Instabilität und Lücken in der Rechtsstaatlichkeit, um ihren Drogenhandel auszuweiten“. Das schädige Ökosysteme und erhalte andere Formen der Kriminalität wie den Menschenhandel aufrecht. Weiter heißt es in dem Bericht: „Die Kokainproduktion erreicht Rekordhöhen, wobei die Produktion in Lateinamerika steigt, während der Drogenkonsum und die Märkte in Europa, Afrika und Asien expandieren. Synthetische Drogen fügen Menschen und Gemeinschaften ebenfalls großen Schaden zu, was auf einen Anstieg des Methamphetaminhandels in Südwestasien, dem Nahen und Mittleren Osten und Südosteuropa sowie auf Fentanyl-Überdosen in Nordamerika zurückzuführen ist.“

    Differenzierte Hintergründe zu Drogenkonsum und Drogenhilfe bietet das „DHS Jahrbuch Sucht 2024“. Das von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen herausgegebene Werk > ist erstmals kostenlos als PDF-Download verfügbar.

  • Deutlich bessere Bildungschancen für Akademikerkinder

    Deutlich bessere Bildungschancen für Akademikerkinder

    Foto: Miguel Henriques auf Unsplash

    Wiesbaden (2mind) – Kinder aus akademischen Haushalten erreichen deutlich häufiger einen Hochschulabschluss als andere Kinder. Das Bundesamt für Statistik hat die Altersgruppe der 25- bis 65-jährigen und deren Bildungsabschlüsse in den Blick genommen: 56 % derjenigen mit mindestens einem akademisch gebildeten Elternteil verfügten 2021 selbst über einen Hochschulabschluss. Bei denjenigen, deren Eltern maximal einen beruflichen Abschluss oder die Hochschulreife hatten, waren es 19 %) und bei Menschen mit formal gering qualifizierten Eltern (maximal Haupt- oder Realschulabschluss, kein Berufsabschluss) 12 %.

    Wer im Kleinkindalter zugewandert war, hat als Erwachsener mit 24 % ähnlich oft einen Hochschulabschluss wie Erwachsene ohne Einwanderungsgeschichte.

    Den Zahlen liegt eine soeben veröffentlichte Sonderauswertung der Daten des Mikrozensus 2021 zugrunde.

  • „Man lernt sich durchzubeißen“

    „Man lernt sich durchzubeißen“

    Nils Andersen im Geschenkeladen (Foto: 2mind/Achim Halfmann)

    Hückeswagen (2mind) – Die Gefährdetenhilfe Scheideweg besucht mit ehrenamtlichen Mitarbeitern 14 Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen und sie unterstützt in ihren Wohngemeinschaften junge Menschen aus sozialen Krisen bei einem Neuanfang. Dazu gehören auch Betriebe mit ihren Angeboten ans Arbeitstraining und Ausbildung. Nils Andersen hat gerade bei Geschenke Scheideweg seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beendet. Vor drei Jahren kam er aus einer Lebenssituation nach Scheideweg, die durch Depressionen und Sucht geprägt war. Hier berichtet Nils, was ihm heute Halt gibt. Das Gespräch führte Achim Halfmann.

    Achim Halfmann: Nils, herzlichen Glückwunsch zu dieser mit gutem Ergebnis bestandenen Abschlussprüfung! Wie war diese Ausbildung für Dich, war das eine anstrengende Zeit, war das eine schöne Zeit?

    Nils Andersen: Das war wirklich eine sehr schöne Zeit – und natürlich auch sehr herausfordernd. Es gibt Momente, wo man denkt: „Am liebsten will ich aufhören“. Aber da lernt man dann sich durchzubeißen und das zu Ende zu bringen. Im Endeffekt ist man sehr stolz darauf.

    Wie lange bist Du jetzt hier in Scheideweg und wie hast Du uns überhaupt kennengelernt?

    Ich bin jetzt seit drei Jahren in Scheideweg. Vorher habe ich einige Therapien gemacht und dann eine Einrichtung für betreutes Wohnen gesucht. Da habe ich über einen Kontakt hiervon erfahren.

    Würdest Du uns sagen, wofür oder wogegen Du diese Therapien gemacht hast?

    Bei mir ging es hauptsächlich um Depressionen und auch um Drogensucht. Ich nahm Ecstasy, Speed, eigentlich alles Mögliche.

    Du bist dann nach Scheideweg in eine Wohngemeinschaft gezogen. „Wohngemeinschaft“ sagt nicht jedem etwas. Wie kann man sich das Leben in dieser Gemeinschaft vorstellen?

    Dort kommen mehrere Leute wie ich zusammen, die Probleme in ihrem Leben haben und die daran etwas ändern möchten. Man ist meistens mit 4, 5 Leuten in der Wohngemeinschaft, lebt zusammen, gestaltet seinen Alltag. Jeder geht auf die Arbeit und man frühstückt zusammen, isst zusammen zu Abend und hat dann verschiedene gemeinsame Aktivitäten wie Sport oder den Einkauf. Da wächst man als Gemeinschaft zusammen und lernt das gemeinsame Leben mit seinen Herausforderungen, die dazu gehören.

    Da hat Hilfe für Dich drin gesteckt bei diesem Thema, das du eben angesprochen hast: dem Durchhalten?

    Oh ja, definitiv. Wenn man immer miteinander ist, vor allem mit Menschen, die man vorher gar nicht kannte, dann kommen Sachen dazu, die einen sehr herausfordern. Aber man lernt dann den Umgang damit.

    Ich bin jetzt seit drei Jahren hier. Und ich habe in dieser Zeit gelernt, mich mit anderen Leuten auseinanderzusetzen, auch mit ihren Problemen: Sie zu verstehen, warum sie so sind, wie sie sind, und sie so anzunehmen. Das ist wirklich eine sehr lehrreiche Zeit für mich gewesen.

    Jetzt ist Scheideweg ich eine christliche Einrichtung und hier geht es auch um den Glauben, um Gott und die Bibel. Wie war das für Dich?

    Ich war vorher schon in der Kirche, aber ich hatte nie davon gehört, dass man eine persönliche Beziehung zu Jesus aufbauen kann. Das habe ich hier das erste Mal erfahren. Von Menschen in Scheideweg wird vorgelebt, wie man seinen Alltag mit Jesus gehen kann und das hat mich sehr erstaunt und mir imponiert. Genau das wollte ich dann leben. Dafür bin ich sehr dankbar, dass ich das heute tun kann, dass ich mein Leben für Gott lebe.

    Jetzt kann sich – glaube ich – nicht jeder etwas unter dieser „persönlichen Beziehung mit Jesus“ vorstellen. Vielleicht kannst Du uns noch ein bisschen erklären, was das ist?

    Dazu gehört mit Gott zu sprechen wie in einer menschlichen Beziehung auch. Man ist ständig im Gespräch mit Gott, ja, man kann wirklich alles mit ihm besprechen. Ob es gute Dinge, schlechte Dinge, emotionale Dinge sind: Mit ihm kann ich über alles sprechen und meinen Alltag mit ihm leben. Dazu gehört für mich auch, dass ich mich für ihn einsetze.

    Dein Dialekt verrät, dass Du nicht aus dem Bergischen Land kommst. Woher kommst Du und wie ist das so mit Deiner Beziehung zu Deinen Eltern, zu Deinem früheren Umfeld?

    Ich komme aus Koblenz, direkt am Rhein, eine sehr tolle Gegend. Mein Vater kommt aus Dänemark, da bin ich jedes Jahr mindestens einmal. Das ist meine zweite Heimat. Ich hatte damals, als ich Depressionen und Sucht noch sehr stark in mir hatte, eine schwierige Beziehung zu meinen Eltern. Mittlerweile hat sich das sehr deutlich gebessert. Seit ich in meinem Leben aufgeräumt und viele Dinge in Ordnung gebracht habe, ist das alles wieder zum Guten gekommen. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern und besuche beide regelmäßig.

    Jetzt hast Du Deine Ausbildung in Geschenke Scheideweg abgeschlossen. Wie geht es weiter?

    Ich bin jetzt noch etwa drei Monate hier im Scheideweg und arbeite weiterhin im Geschenkeladen und im Café. Dann werde ich mir dann eine neue Stelle suchen. Ich werde weiterhin hier wohnen, hier habe ich nämlich eine Trainingswohnung. Ich werde mir eine Arbeit in der Nähe suchen und da bin ich mir sicher, dass ich etwas Geeignetes für mich finden werde.

    Lieber Nils, vielen Dank, dass Du uns von Dir erzählt hast!

    Sehr gerne.

    Titeloto: Nils Andersen im Shop Geschenke Scheideweg.

  • NRW: Jeder 5. Bürger ist armutsgefährdet

    NRW: Jeder 5. Bürger ist armutsgefährdet

    Foto: Nick Fewings auf Unsplash

    Düsseldorf (2mind) – Etwa 3,3 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen galten 2023 als armutsgefährdet. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 18,3 Prozent. Im zurückliegenden Jahr galt ein Einpersonenhaushalt in NRW mit weniger als 1.233 Euro netto pro Monat als von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gelten Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltseinkommens zur Verfügung stehen. Zwischen 2013 und 2023 stieg das Armutsrisiko in NRW von 16,0 Prozent auf 18,3 Prozent. Die Zahlen stellte der Landesbetrieb IT.NRW als statistisches Landesamt heute vor.

    Das Armutsrisiko verteilt sich in NRW sehr unterschiedlich: Einem Armutsrisiko von 22,1 Prozent in der Region Dortmund stand ein Risiko von 12,5 Prozent in der Region Siegen gegenüber.

    Das stärkste Armutsrisiko trifft Alleinerziehende und ihre Kinder: Unter den Haushalten mit minderjährigen Kindern wiesen Alleinerziehende mit 45,7 Prozent die höchste Armutsgefährdungsquote im Land auf. Kinderreichtum wird ebenfalls zum Risiko: Haushalte mit drei oder mehr Kindern waren mit 35,3 Prozent etwa vier Mal höher von Armutsrisiken betroffen als Familien mit einem Kind (9,1 Prozent).

    Wenig überraschend steigert Arbeitslosigkeit das Armutsrisiko: 50,6 Prozent der erwerbslosen Personen waren armutsgefährdetet – gegenüber 8,9 Prozent der Erwerbstätigen.

    Besonders hoch ist das Armutsrisiko von Menschen mit Migrationshintergrund (30,6 Prozent gegenüber 11,9 Prozent bei Menschen ohne Migrationshintergrund.

    Die Zahlen basieren auf dem Mikrozensus, einer seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik

    Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden lassen sich die Landeszahlen nicht einfach mit deutschlandweiten Werten vergleichen. Der Bundesdurchschnitt weist für 2023 laut Statistischem Bundesamt eine Armutsgefährdungsquote von 21,2 Prozent aus, wobei die Armutsgefährdungsgrenze für einen Einpersonenhaushalt mit 1.310 Euro netto monatlich höher angesetzt ist als in der NRW-Statistik.

  • Strafvollzug: Nur in Krankenhäusern wird mehr geweint

    Strafvollzug: Nur in Krankenhäusern wird mehr geweint

    Pfarrer Stefan Richert in Scheideweg (Foto: 2mind / Achim Halfmann)

    Hückeswagen (2mind) – Die Besuche ehrenamtlicher Mitarbeiter in Gefängnissen helfen Gefangenen und dem Strafvollzug. „Ein Gespräch kann viel dazu wirken, dass Menschen nicht mehr aggressiv sind“, sagte Stefan Richert, Pfarrer in der JVA Wuppertal-Vohwinkel. Wichtig sei es, Gefangene als Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Das Gefängnis sei ein Gewaltsystem und die Besuche von außen könnten Druck herausnehmen. Zugleich sagte Richert, „dass in Deutschland in den Gefängnissen – außer in Krankenhäusern – die Orte sind, wo am meisten geweint wird.“ Der Gefängnispfarrer sprach am 13. April auf einer Schulung der Gefährdetenhilfe Scheideweg, Hückeswagen, zu etwa 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern.

    Seine Zuhörer ermutigte Richert, in den seelsorgerlich ausgerichteten Gesprächsgruppen im Strafvollzug als Christen für den Gesprächspartner klar erkennbar zu bleiben. „Wir bringen ihm die gute Nachricht, dass Gott ihn auch liebt“, so der Gefängnispfarrer. Richert berichtete auf der ganztägigen Schulung zu rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie zur inhaltlichen Arbeit der Ehrenamtlichen im Strafvollzug.

    Der 1975 gegründete diakonische Verein Gefährdetenhilfe Scheideweg ist mit rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeitenden in nordrhein-westfälischen Gefängnissen und organisiert dort 14 Kontaktgruppen (Gesprächsgruppen), die in zweiwöchigem Rhythmus stattfinden. Zudem unterhält der Verein Wohngemeinschaften für junge Haftentlassene, Betriebe zur beruflichen Integration sowie Freizeit- und Beratungsangebote.

    Weitere Infos: https://scheideweg.nrw