Kategorie: Medien

  • Fertig? Gelebt? Aktuell?

    Fertig? Gelebt? Aktuell?

    Foto: Alex Gorin auf Unsplash

    Medienkonzepte in der Kinder- und Jugendhilfe implementieren

    Köln (2mind) – „In der Kinder- und Jugendhilfe ist die Medienpädagogik eine Entdeckungsreise mit vielen Fragezeichen“, heißt es auf der Website „Conceptopia“. Die Seite bietet Unterstützung bei der Entwicklung eines Medienkonzeptes sowie Fortbildungs- und Vernetzungsangebote. Eine Zusammenstellung der Tipps bietet die soeben erschienene Broschüre „Auf Kurs bleiben mit eurem Medienkonzept“.

    „Conceptopia“ ist ein Angebot der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, die im Rahmen eines gleichnamigen Projekts von 2020-2023 insgesamt zehn Modellgruppen auf dem Weg zum Medienkonzept begleitet. „Daraus ist ein Beratungskonzept entstanden, das systematisch, aber auch flexibel durch die organisatorischen und inhaltlichen Elemente einer Medienkonzept-Entwicklung führt“, heißt es in der Broschüre. Ziel sei es, dass die Kinder- und Jugendhilfe den Herausforderungen der Digitalisierung mit nachhaltigen Lösungen begegnen könne.

  • „Das Ganze verlagert sich gerade in den digitalen Raum“

    „Das Ganze verlagert sich gerade in den digitalen Raum“

    Eingangsbereich der "Roten Meile" in Oberhausen
    „Rote Meile“ in Oberhausen (Foto: Achim Halfmann / 2mind)

    SOLWODI engagiert sich in Oberhausen für Frauen in der Prostitution – auch mit einem Fotoprojekt.

    Oberhausen (2mind) – „Es braucht Soziale Arbeit in der Prostitution“, sagt Adina Weiß. Die Sozialarbeiterin ist für den Verein SOLWODI in Oberhausen tätig ist und berät Frauen aus der Prostitution. Die meisten dieser Frauen arbeiten auf der Flaßhofstraße, die als „Rote Meile Oberhausen“ firmiert. Viele kommen aus Südamerika, einige aus Spanien, Rumänien oder Bulgarien. Wenige der Frauen sind in Deutschland geboren. Die Altersspanne ist weit: „Da sind Frauen, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie über 18 sind“, sagt Weiß. Und auch über 70-Jährige prostituieren sich. „Viele sind kurz da und schnell wieder weg“, so die Sozialarbeiterin. Eine Herausforderung für die Helferinnen liegt darin, Vertrauen zu den Frauen aufzubauen.

    Adina Weiß sitzend
    Adina Weiß, SOLWODI (Foto: Achim Halfmann/2mind)

    Vertrauen kann durch regelmäßige Begegnungen entstehen. Dazu sind die Mitarbeiterinnen zweimal wöchentlich im Streetwork auf der Flaßhofstraße – mit Süßigkeiten und zum Smaltalk mit den Frauen. SOLWODI bietet zudem Hilfe bei Ämtergängen, bei Anträgen oder bei Problemen mit dem Ordnungs- oder Sozialamt. Die Arbeit des Vereins wird durch die Stadt gefördert.

    Auch einen Ausstieg aus der Prostitution und den Neuanfang danach unterstützt SOLWODI. „Wir erleben immer mal wieder Frauen, die nach Unterstützung fragen, sich dann aber umentscheiden.“ Die Beraterinnen unterstützen Frauen bei der Suche nach sicheren Jobs oder einem Ausbildungsplatz, schreiben mit ihnen Bewerbungen und waren auch bei der Wohnungssuche involviert. Zwei Hauptamtliche mit 50%-Stellen und eine ehemalige Kriminalpolizistin als engagierte Ehrenamtliche gehören zum Team von SOLWODI Oberhausen.

    Neben aufsuchender Arbeit und Beratung engagiert sich der Verein in der Prävention, etwa in Schulveranstaltungen zur Loverboy-Masche für Schülerinnen und Lehrkräfte. Und der Verein gestaltet Projekte, etwa ein Fotoprojekt anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von SOLWODI Oberhausen im vergangenen Jahr.

    Fotoprojekt: Gewalt sichtbar machen

    „Kunst ist ein so wichtiges Medium, um sich auszudrücken, wenn man sonst keine Worte findet“, Mona Schmidt, die Kollegin von Adina Weiß bei SOLWODI Oberhausen. Schmidt begleitete das Projekt, bei dem Frauen in der Prostitution Einwegkameras erhielten, um zu fotografieren, was sie glücklich macht, was sie traurig macht und was sie beschäftigt.

    Die Teilnahme an dem Projekt wurde vielen Frauen aus dem Umfeld der Beratungsstelle angeboten. „Alle waren interessiert, aber es haben am Ende nur zweieinhalb Frauen mitgemacht“, so Schmidt. So haben auch die Mitarbeiterinnen selbst fotografiert – mit Einverständnis der Frauen etwa deren Hände oder Spangen. Die beteiligten Frauen hatten Spaß an dem Projekt und erlebten, dass sie außerhalb der Prostitution etwas erreichen können. Schmidt: „Sie waren empowert.“

    Die Bilder flossen in eine Ausstellung unter dem Titel „unsichtbar“ ein, die SOLWODI Oberhausen und der Verein Windrose in Kooperation mit Frauen helfen Frauen und kitev – Kultur im Turm im Juni in Oberhausen durchführten. Die Ausstellung widmete sich dem Thema „geschlechtsspezifische Gewalt“. Es ging darum, Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen. Schmidt weiter: „Vieles passiert hinter verschlossenen Türen.“

    Bilder in der Ausstellung mit Betrachter
    Impressionen der Ausstellung (Foto: Rebecca Schwarz)

    Digitale Sexarbeit

    In der Coronazeit mussten Bordellbetriebe schließen und nach der Pandemie war ein Rückgang der Nachfrage spürbar – auch auf der Flaßhofstraße, hat Adina Weiß beobachtet. Und weiter: „Wir wissen, dass sich das Ganze gerade in den digitalen Raum verlagert.“ Dieser Wechsel ins Digitale wirft neue Probleme auf, etwa die Frage, wer die Online-Profile erstellt und bedient: Die Frauen selber? Oder doch ihre Zuhälter? Auch die Beratungsarbeit wird nicht einfacher. „Im digitalen Raum ist es viel schwieriger, Vertrauen aufzubauen“, so Weiß.

    Prostituiertenschutz funktioniert nicht

    In diesem Sommer legte die Bundesregierung eine Evaluation zu dem 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz vor. „Das Gesetz hat bei seiner Einführung dafür gesorgt, dass viele Frauen vom Radar verschwunden sind“, sagt Weiß, insbesondere Frauen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Prostituierte aus Afrika oder anderen außereuropäischen Ländern seien in den Hintergrund gedrängt worden, das Gesetz habe deren Schutz erheblich verschlechtert, so Weiß weiter.

    Die Ergebnisse im Evaluationsbericht gehen an der Lebensrealität vieler Frauen vorbei, ist Weiß überzeugt. Illegal in der Prostitution tätige Frauen oder wohnungslose Frauen seien bei der dem Bericht zugrunde liegenden Befragung nicht erreicht worden. Kritisch sieht Weiß zudem die Ausführungen zum Freiheitsbegriff in einem Zusatzgutachten zum Evaluationsbericht. „Bei Frauen aus Osteuropa verbindet sich Freiwilligkeit mit finanzieller Not“, sagt die Sozialarbeiterin.

  • Wie digitale Tools in der Kita Partizipation fördern

    Wie digitale Tools in der Kita Partizipation fördern

    Foto: Dew Rae auf Pexels

    Eine Konzeption an Schnittstelle von Kinderrechten und digitaler Beschwerde

    Hildesheim (2mind) – Wie können digitale Tools die Beteiligung von Kindern in Kindertagesstätten verbessern? Am Beispiel der Beschwerdeverfahren sind die Forscherinnen Severine Thomas und Sabrina Volk von der Universität Hildesheim dieser Frage nachgegangen. Ihr Ziel: ein Verfahren zu etablieren, das Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder unter sechs Jahren niedrigschwellig und barrierefrei ermöglicht.

    In ihrem benennen sie verschiedene digitale Tools:

    • Eine App, die Geschichten mit Entscheidungspunkten anbietet.
    • Eine App mit großen Emojis in verschiedenen Farben als Befindlichkeitsampel.
    • Eine App mit einem großen „Aufnahme“-Button als Voice-Recorder.
    • Eine Zeichnen- oder Storyboard-App als Feedback-Angebot mittels Bilder.

    Das Digitale könne eine zusätzliche Möglichkeit schaffen, jungen Kindern Beschwerde und Unwohlseinsäußerungen zu ermöglichen, heißt es in dem nun vorgelegten Ergebnispapier. Ausschlaggebend sei die sensible Integration digitaler Systeme im Rahmen eines gesamten Kinderschutzkonzeptes der Einrichtung und die Schulung aller Betreuungspersonen. Und weiter: „Es ist von größter Bedeutung, dass das gesamte Konzept transparent an Kinder und deren Eltern kommuniziert wird.“

    Das Ergebnispapier > „Mehr Beteiligung von Kindern unter sechs Jahren durch Nutzung digitaler Tools am Beispiel von Beschwerdeverfahren in Kindertagesstätten“ als PDF (Open Access)

  • Social Media und KI fordern junge Menschen heraus

    Social Media und KI fordern junge Menschen heraus

    Grafik: Unsplash+

    Ipos-Umfrage: Geteilte Erwartungen an KI in der Bildung

    Hamburg (2mind) – Die Auswirkungen von Social Media und von Technologien wie KI bilden eine der größten Herausforderungen für junge Menschen in Deutschland. Davon zeigten sich 27 Prozent der Befragten in einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmen Ipsos überzeugt. Einen höheren Wert erreichte nur Mobbing und Gruppenzwang (33 %). Als große Herausforderungen für Kinder und Jugendliche folgen dann eine schlechte Bildungsqualität sowie Armut und Ungleichheit (jeweils 25 %).

    Kritisch sehen die Befragten in Deutschland der Einfluss von Social Media: 53 Prozent spricht sich inzwischen für ein Verbot von Social Media für unter 14-Jährige aus – 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Einem Smartphone-Verbot an Schulen stimmen 56 Prozent zu.

    Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schulen sehen die Deutschen dagegen weniger kritisch: 38 Prozent stimmen ihm zu, 34 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für ein KI-Verbot an Schulen aus.

    Wie wirken sich technologische Fortschritte wie KI auf das Bildungssystem aus? Nur 22 Prozent der Deutschen erwarten positive Auswirkungen. 35 Prozent erwarten, dass sich positive und negative Auswirkungen die Waage halten werden.

    Und: Mit 57 Prozent beurteilt eine deutliche Mehrheit der Deutschen die psychische Gesundheit junger Menschen im Land als schlecht.

    Für die Studie „Ipsos Education Monitor 2025“ wurde eine Umfrage auf der Online-Plattform Global Advisor in 30 Ländern durchgeführt. Mit der Online-Umfrage wurden zwischen dem 20. Juni und dem 4. Juli 2025 insgesamt 23.700 Personen befragt. Die rund 1.000 in Deutschland Befragten waren zwischen 16 und 74 Jahre alt.

  • KI zum Wohl der Mitmenschen und zur eigenen Entlastung

    KI zum Wohl der Mitmenschen und zur eigenen Entlastung

    Screenshot bibleserver.com

    Ethische Prinzipien für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz in Gemeinden und christlichen Werken

    Zürich (2mind) – Wie können haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in Kirchen und christlichen Werken künstliche Intelligenz zum Wohl ihrer Mitmenschen und zur eigenen Entlastung nutzen? Die Schweizerische Evangelische Allianz hat zu diesen Fragen eine Fachgruppe gebildet, die ein Arbeitspapier mit dem Titel „Gemeinde & Digitalisierung: Künstliche Intelligenz (KI) in der Kirche“ erstellt hat.

    „Christen können sehr wohl dazu beitragen, den Missbrauch von KI zu reduzieren und die Risiken zu mindern, indem sie ethische Prinzipien und ihren Glauben als Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von Technologie einsetzen“, heißt es in dem Arbeitspapier, das detaillierter ausführt, was diese ethischen Prinzipien beinhaltet. Dort wird auf das Mitarbeiterproblem in den Gemeinden verwiesen. „Viel Arbeit liegt auf den Schultern von Wenigen – und viel Gutes kann nicht getan werden, weil es an bezahlten und ehrenamtlichen Mitarbeitern fehlt.“ Kirchen sollten deshalb herausfinden, wo KI einen guten Dienst leisten könne.

    Zum Thema des Arbeitspapiers erschien zudem jüngst in der Reihe „SEA Fokus“ eine Magazinausgabe.

     

  • Bundestag: Alice Weidel führt in Social Media

    Bundestag: Alice Weidel führt in Social Media

    Foto: Curated Lifestyle auf Unsplash+

    „Potenzial der sozialen Medien noch immer nicht ausreichend erschlossen“ – Instagram beliebteste Plattform

    Berlin (2mind) – Die AfD-Chefin Alice Weidel ist reichweitenstärkste Bundestagsabgeordnete. Rund 3,9 Millionen Menschen folgen ihr plattformübergreifend. Damit liegt sie vor Bundeskanzler Friedrich Merz (1,48 Mio.) und Ex-Kanzler Olaf Scholz (1,45 Mio.), wie die Influencer-Marketing-Agentur Netzschreier aus ihrer Studie berichtet. Seit Januar habe Weidel auf Facebook, TikTok, Instagram und YouTube mehr als eine Million Follower hinzugewonnen. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen danach Karl Lauterbach (SPD) mit 1,7 Mio. Followern und Gregor Gysi (Die Linke) mit 1,5 Mio. Followern.

    Unter den Bundestagsabgeordneten ist Instagram (575 Abgeordneten, 91 Prozent Verbreitung) die beliebteste Plattform, gefolgt von Facebook (542 Nutzern, 86 Prozent) und X (343, Nutzer, 55 Prozent). TikTok gewinnt mit 237 Abgeordneten (38 Prozent) an Bedeutung.

    Zählt man die Reichweite aller Abgeordneten einer Fraktion zusammen, führt die AfD mit 10,33 Mio. Followern klar vor CDU/CSU (6,12 Mio.), SPD (5,79 Mio.) und Linken (5,1 Mio.). Bündnis 90/Die Grünen liegt mit 3,5 Mio. dahinter. Bei der durchschnittlichen Reichweite pro Abgeordnetem führen Die Linke (79.900 Follower pro Kopf) und die AfD (68.400) deutlich vor SPD (48.300) und Grünen (41.400). Das Schlusslicht bilden CDU/CSU mit 29.400 durchschnittlichen Followern pro Abgeordnetem.

    „Unsere Analyse zeigt vor allem eines: Die Politiker des deutschen Bundestages haben das Potenzial der sozialen Medien noch immer nicht ausreichend erschlossen“, so Marlon Giglinger, Geschäftsführer von Netzschreier. „Wenn mehr als die Hälfte der Abgeordneten – etwa 320 von 630 – nicht einmal 10.000 Follower erreicht, ist das keine solide digitale Basis.“

    Für die Analyse hat Netzschreier im August die Social-Media-Profile aller Mitglieder des Bundestages untersucht – insgesamt wurden 2.220 Profile auf Facebook, Instagram, X (ehemals Twitter), LinkedIn, YouTube, Bluesky, Threads, Mastodon, Telegram, WhatsApp und TikTok gesichtet.

  • Mit Instagram lässt sich lernen

    Mit Instagram lässt sich lernen

    Foto: Neonbrand auf Unsplash

    Das braucht anregende Inhalte, so eine aktuelle Studie.

    Duisburg (2mind) – Soziale Medien taugen nicht nur für Urlaubsfotos und Selfies, sondern auch für das Lernen. „Wer über Instagram & Co. informieren will, sollte seine Zielgruppe nicht nur zum Liken animieren, sondern sie auch inhaltlich fordern“, so die Medienpsychologin Jana Dreston von der Universität Duisburg-Essen. Dreston wirkte an einer aktuell in der Zeitschrift JCMC (Journal of Computer-Mediated Communication) veröffentlichten Studie mit, die zeigt: Entscheidend ist nicht das Medium selbst, sondern wie Inhalte verarbeitet werden.

    In der Studie wurden die Lernfortschritte von Newsletter-Empfängern mit denen von Instagram-Nutzern verglichen, wobei beiden Gruppen die exakt gleichen Inhalte über verschiedene Aspekte der Tiefsee präsentiert wurden. Solange auf Instagram nur passiver Content vermittelt wurde, war der Wissenszuwachs der Newsletter-Gruppe besser. Jedoch verschwanden diese Unterschiede, sobald in einer der beiden Instagram-Gruppen wurden zusätzlich interaktive Fragen integriert, die gezielt zum Nachdenken anregen sollten. Dreston dazu: „Interaktive Elemente fördern eine tiefere kognitive Verarbeitung. Dadurch, dass Inhalte stärker verarbeitet werden, bleiben sie besser und länger im Gedächtnis gespeichert.“

    Die Studie in der Fachzeitschrift JCMC (Open Access): https://academic.oup.com/jcmc/article/30/5/zmaf014/8220424

  • „Technikzentrierte Kontrollnarrative“ dominieren

    „Technikzentrierte Kontrollnarrative“ dominieren

    Foto: finelightarts auf Pixabay

    JFF analysiert Jugendschutz-Apps

    München (2mind) – Mit dem Einsatz von Jugendmedienschutz-Apps (englisch: Parental Control Apps) wollen Eltern ihre Kinder vor Gefahren im Internet schützen. 20 solcher Apps hat das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis untersucht und stellt ihnen ein überwiegend schlechtes Zeugnis aus. In einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier heißt es dazu, „dass aktuell verfügbare PCA das Potenzial eines lernförderlichen Designs – im Sinne eines ausbalancierten Verhältnisses von Schutz, Befähigung und Teilhabe – bislang kaum ausschöpfen.“ Mehrheitlich verharrten die Apps in einem „technikzentrierten Kontrollnarrativ“. Kinder und Jugendliche würden überwiegend nur als passive und zu schützende Objekte abgebildet, was eine partizipative und entwicklungsförderliche Nutzung weitgehend verhindere, so das Papier.

    Analysiert wurden die Apps anhand von sechs Bewertungsdimensionen:

    • Technische Funktionen
    • Individualisierbarkeit
    • Datenschutz und Datensicherheit
    • Kommunikation und Tonalität
    • Kompetenzförderung
    • Mitbestimmung und Partizipation

    „Als Prämisse für die Gestaltung und die Anwendung von PCA sind aus kinderschutzrechtlicher Perspektive neben Schutzrechten (z. B. das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz) vor allem auch Beteiligungs- und Förderrechte (z. B. das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit, das Recht auf Bildung) von Kindern und Jugendlichen zu achten und zu bewahren“, so das Autorenteam.

    Das Positionspapier im Internet:

  • Smartphones: Verbotsdebatte von „fachfremdem Populismus“ geprägt

    Smartphones: Verbotsdebatte von „fachfremdem Populismus“ geprägt

    Foto: Drew Rae auf Pexels

    GMK und Deutsches Kinderhilfswerk fordern Medienbildung von Anfang an

    Bielefeld (2mind) – Die Smartphone-Verbotsdebatte greift zu kurz, verschärft soziale Ungleichheiten und entspricht nicht den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen.  Davon zeigen sich die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Deutsche Kinderhilfswerk in einem gemeinsamen Statement überzeugt und fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der derzeitigen Diskussion. Die Debatten seien „zunehmend von fachfremdem Populismus geprägt“, so Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Stattdessen müssen digitale Selbstbestimmung, ein kritischer Umgang mit Medien und kreative Mediennutzung gefördert werden.“

    Die Organisationen setzen sich für eine umfassende Bildungsoffensive im Medienbereich schon für Kitas ein, denn die frühkindliche Bildung sei ein wichtiger Schlüssel. „Deshalb sollten bereits in sehr jungen Jahren medienpädagogische Grundlagen gelegt und Medienkompetenz gefördert werden, um die Kinder nachhaltig zu sensibilisieren und zu stärken“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die einen „Digitalpakt Medienbildung von Anfang an“ fordert.

  • Computerspiele von Älteren kaum genutzt

    Computerspiele von Älteren kaum genutzt

    Foto: Alexander Andrews auf Unsplash

    Deutlich mehr Männer als Frauen nutzen Online-Games

    Düsseldorf (2mind) – Wer Computerspiele nutzt, scheint eine Frage des Alters zu sein: Von den 45- bis 74-Jährigen in Nordrhein-Westfalen nutzten in den letzten drei Monaten des Jahres 2024 nur 17% Online-Games. Unter den 16- bis 44-Jährigen waren es im gleichen Zeitraum 45%, berichtet das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen.

    Gut jede fünfte Person (22%) im Alter von 16 bis 74 Jahren in NRW nutzte eine mit dem Internet verbundene Spielekonsole.

    Auch der Geschlechtsunterschied erscheint deutlich: Bei den 16-bis 74-jährigen Männern lag der Anteil mit 35 % höher als bei den Frauen mit 23%.

    Diese Zahlen beruhen auf der europäischen Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT).