Kategorie: Medien

  • Teilhabe und Medienkompetenz fördern

    Teilhabe und Medienkompetenz fördern

    Foto: Sherise Van Dyk auf Unsplash

    Der Deutsche Medienrat spricht sich gegen ein pauschales Social-Media-Verbot aus.

    Berlin (2mind) – Der Deutsche Ethikrat spricht sich gegen ein pauschales Zugangsverbot zu Social Media für Kinder und Jugendliche aus. „Maßnahmen sollten vorrangig darauf abzielen, Risiken in digitalen Umgebungen kontrollierbar zu machen, ohne Teilhabe und Befähigung unnötig einzuschränken“, heißt es in der Ad-Hoc-Stellungnahme. Restriktivere Maßnahmen nur bei besonders gravierenden Gefährdungen gerechtfertigt – oder wenn ein ausreichender Schutz anders nicht erreichbar sei.

    Als Alternative zu einem Verbot schlägt der Ethikrat ein dreistufiges, risikobasiertes Modell für den technischen Kinder- und Jugendschutz vor:

    Stufe 1: Eltern sichern den Schutz ihrer Kinder, indem sie deren Alter bei der Smartphone-Konfiguration eingeben.

    Stufe 2: Zusätzliche Alterskontrollen – etwa durch biometrische Verfahren – können einen zusätzlichen Schutz bieten.

    Stufe 3: Für den Zugang zu Inhalten, die Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden dürfen (etwa pornografische Angebote) sollten die Anbieter auf besonders sichere Altersverifikationsverfahren zurückgreifen.

    „Risikobasierte Ansätze ermöglichen in der Regel ein höheres Maß an Teilhabe und fördern die Entwicklung von Medienkompetenz“, heißt es in der Stellungnahme. „Sie stehen damit in einem geringeren Spannungsverhältnis zu Teilhabe und Befähigung als weiteren zentralen Dimensionen des Kindeswohls.“

    Die > Stellungnahme des Deutschen Ethikrates als PDF zum Download

  • Fast jeder begegnet Fake News: Viele sind verunsichert

    Fast jeder begegnet Fake News: Viele sind verunsichert

    Grafik: Alex Shuper für Unsplash+

    Nach einer Bitkom-Studie begegnen 9 von 10 Deutschen falschen oder irreführenden Informationen im Netz.

    Berlin (2mind) – Fake News erreichen Internetnutzer in Form von Nachrichten, Video-Clips, Screenshots und als Weiterleitungen. Dass die Echtheit von Nachrichten grundsätzlich schwer einschätzbar ist, empfinden fast zwei Drittel (63 Prozent). Neun von zehn Deutschen (91 Prozent) sind bereits auf Fake News gestoßen, 41 Prozent stoßen häufig auf Inhalte, bei denen sie unsicher sind, ob diese stimmen. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Branchenverbandes Bitkom unter 1.006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren.

    „Desinformationen verzerren den öffentlichen Diskurs, beschädigen unsere Demokratie und verunsichern viele Menschen zutiefst“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. KI-generierte Deepfakes sind 75 Prozent der Befragten ein Begriff. Wahrgenommen werden Deepfakes am häufigsten als Video (87 Prozent) sowie als Bild (73 Prozent), seltener als Audio (25 Prozent). Rohleder weiter: „Mit KI-generierten Deepfakes kommt eine neue Qualität der Täuschung hinzu: Inhalte wirken immer authentischer, obwohl sie es nicht sind. Wir alle müssen in der Lage sein, Inhalte zu checken, Quellen zu prüfen und Falschinformationen zu erkennen.“

    Ein Problem dabei zeigt die Studie. 50 Prozent derjenigen, die Social Media für die Informationsbeschaffung nutzen, sagen: Wer hinter einzelnen Nachrichteninhalten steht, „das ist mir manchmal nicht so richtig klar“.

    Für den Bitkom-Chef sind Desinformation und Deepfakes eine Herausforderung und ein Auftrag. „Wir müssen digitale Kommunikation so gestalten, dass Dialog und Teilhabe möglich bleiben, ohne dass Täuschung und Irreführung um sich greifen“, so Rohleder. Hierzu sei das gemeinsame Handeln von Politik, Plattformen und Gesellschaft gefordert.

  • „Geködert und turboradikalisiert“: Extremisten rekrutieren Jugendliche über Social Media

    „Geködert und turboradikalisiert“: Extremisten rekrutieren Jugendliche über Social Media

    Bunte Menschen in einer Grafik, wobei einer mit einer dunklen Wolke über sich schwarz-weiß wird
    Grafik: Getty Images auf Unsplash+

    Der Verfassungsschutzbericht 2025 für Brandenburg verweist auf das Radikalisierungspotential von Künstlicher Intelligenz.

    Potsdam (2mind) – Extremisten radikalisieren Jugendliche gezielt über Social Media und bilden gewaltbereite junge Netzwerke: Das beschreibt der heute vorgestellte Verfassungsschutzbericht 2025 des Bundeslandes Brandenburg. „Geködert und turboradikalisiert wird die Jugend über soziale Medien von gewaltorientierten Neonationalsozialisten, Islamisten und Linksextremisten“, so Brandenburgs Innenminister Jan Redmann. Der CDU-Minister fordert Zugangsbeschränkungen für Jugendliche zu Social Media und erweiterte Befugnisse für den Verfassungsschutz.

    Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verzeichnet der Verfassungsschutz deutlich intensivierte Desinformationskampagnen sowie Spionageaktivitäten. Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) sollten gesellschaftliche Spaltungslinien vertieft werden, so der Verfassungsschutz in einer Pressemitteilung.

    Bei der Bewertung von Social Media-Inhalten rät der Bericht, drei Schritte zu unterscheiden:

    • die Erstellung oder Veränderung von Inhalten
    • das Platzieren (Posten) der Inhalte
    • die Reichweitensteigerung

    „KI kann in allen drei Schritten helfen“, heißt es im Verfassungsschutzbericht. „Die Wirkung entsteht dabei häufig nicht durch eine einzelne, perfekt gemachte Fälschung, sondern durch Tempo, Menge und der gezielten inhaltlichen Adressierung bestehender gesellschaftlicher Spannungsfelder.“ Die Einflussakteure zielten dabei nicht nur auf Menschen, sondern auch auf die Informationsgrundlagen von KI-Systemen, indem etwa pro-russische Akteure große Mengen an Inhalten ins Netz stellten. „So kann Propaganda indirekt wirken – nicht als klar erkennbare Botschaft, sondern als scheinbar neutrale Zusammenfassung einer KI“, heißt es im Verfassungsschutzbericht. „Diese subtile Manipulation erhöht die Detektionsschwelle und die eindeutige Zuordnung wird erheblich erschwert.“

    Mithilfe von KI könnten Inhalte „schneller hergestellt, leichter angepasst, regional eingefärbt sowie über künstliche Profile glaubwürdig verpackt werden“. Der Bericht fasst zusammen: „KI hat Desinformation nicht erfunden – aber sie ist ihr effizientester Multiplikator“.

    Und Manipulation zeigt Wirkung: Das Gesamtpotential aller Extremisten in Brandenburg sei im Jahr 2025 um 2.035 Personen auf 7.540 Personen gestiegen, so der Bericht. Drei extremistische Phänomenbereiche verzeichneten den höchsten Stand seit ihrer Erfassung durch den Verfassungsschutz: Rechtsextremismus mit 5.890 Personen (+2.240 Personen), Linksextremismus mit 660 Personen (+110 Personen) und Islamismus mit 260 Personen (+35 Personen).

    Der Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2025 > als PDF zum Download

  • Digital eingeschränkt, aber nicht abgehängt

    Digital eingeschränkt, aber nicht abgehängt

    Foto: Curated Lifestyle auf Unsplash+

    Studie: Wohnungslose Menschen sind auf digitale Zugänge angewiesen.

    Düsseldorf (2mind) – Wohnungslose Menschen nutzen digitale Medien für ihre sozialen Beziehungen und ihre persönlichen Belange – wie andere Menschen in unserer Gesellschaft. Sie seien „in ihrer digitalen Teilhabe zwar eingeschränkt, aber mitnichten gänzlich abgehängt“, heißt es in einer Studie.

    Neun von zehn befragten Wohnungslosen besitzen ein Smartphone für den Internetzugang und nutzen es vor allem alltagspraktisch, konsum- und kommunikationsorientiert. Drei Viertel greifen dafür auf kostenpflichtige mobile Datenzugänge zurück, jedoch verfügt nur ein Drittel über ein ausreichendes Guthaben. Menschen ohne Unterkunft (obdachlose Menschen) sind dabei schlechter ausgestattet als etwa wohnungslose Menschen in Einrichtungen. „Armut ist auch bezogen auf digitale Teilhabe der zentrale Ungleichheitsfaktor“, so die Autoren der Studie.

    Während die befragten wohnungslosen Menschen ihre digitalen Basiskompetenzen als gut einschätzten, bewerteten sie ihre Fähigkeiten in den Kompetenzbereichen „Umgang mit Informationen und Daten“ sowie „Kommunikation und Zusammenarbeit“ geringer als die Allgemeinbevölkerung. „Menschen, die über gesicherte und stabile Zugänge zu digitalen Medien verfügen, sehen sich auch besser in der Lage, diese zu nutzen und sie bauen Kompetenzen auf und aus“, heißt es in der Studie.

    Die Forschenden verweisen auf die hohe Bedeutung digitaler Zugänge für wohnungslose Menschen: „Über den Zugang zu Wohnungen oder Arbeit wird etwa überwiegend im digitalen Raum entschieden.“ Auch für die Beantragung existenzsichernder Leistungen sei ein digitaler Zugang wichtig.

    Die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS) hatte mit einer Förderung des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums von Juli bis Dezember 2025 insgesamt 1.026 Menschen online befragt, zwölf Tiefeninterviews geführt und zwei Fokusgruppen mit insgesamt neun wohnungslosen Menschen aus Beratungsstellen und stationären Einrichtungen gebildet.

    Die > Studie als PDF zum Download

  • Radio: Smart Speaker gefährden die Medienvielfalt

    Radio: Smart Speaker gefährden die Medienvielfalt

    Amazon Alexa auf einem Ecktisch
    Foto: Fabian Hurnaus auf Pexels

    Berlin (2mind) – Immer mehr Menschen hören Radiogramme über ihre Smart Speaker. Finanziell profitieren die Radiosender davon kaum. Eine von den Medienanstalten in Auftrag gegebene Studie zeigt: Sollte die Marktdominanz der Big-Tech-Anbieter mit ihren Smart Speakern (wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri) weiter wachsen, könnte den Radioanbietern bis 2030 ein Verlust von mehreren hundert Millionen Euro drohen.

    Zudem fungieren Plattformen wie Amazon, Google oder zunehmend als Gatekeeper für den Zugang zu Audioangeboten. „Für Hörfunkanbieter bedeutet dies, dass Reichweite, Auffindbarkeit und Nutzung zunehmend durch Plattformlogiken, Integrationen und Default-Einstellungen geprägt werden“, heißt es in der Studie.

    Aktuell verfügen fast 30 Prozent der Haushalte in Deutschland über einen Smart Speaker, diese Geräte gelten als eine besonders schnell wachsende Consumer-Technologie.

    Die Direktorin der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, Eva-Maria Sommer, erklärte dazu: „Bislang verwerten die Plattformen sämtliche Nutzungsdaten vor allem für ihre eigenen Zwecke – und entziehen den Radiosendern damit die Möglichkeit, die Reichweite ihrer Inhalte durch Werbung zu refinanzieren.“ Den Radiosendern müssten die bezüglich ihrer Inhalte erhobenen Nutzerdaten zur Verfügung gestellt werden. Sommer weiter: „Durch fairere Wettbewerbsbedingungen könnten Millionen an Umsätzen zu den Radioveranstaltern zurückfließen – und damit auch in die wichtige Finanzierung lokaler journalistischer Strukturen.“

    Der Bericht „Bedeutung von Smart Speakern für den deutschen Hörfunk“ > zum Download

  • „KI stärkt die Macht der Starken“

    „KI stärkt die Macht der Starken“

    Der Petersdom
    Foto: Simone Savoldi auf Unsplash

    Rom (2mind) – Um ethische Perspektiven auf die KI-Entwicklung und den KI-Einsatz geht es bei der gestern von Papst Leo XIV. im Vatikan vorgestellten Enzyklika „Magnifica Humanitas“. Darin schreibt der Papst: „Der Einsatz von KI ist niemals eine rein technische Angelegenheit: Wenn sie in Prozesse eingebunden wird, die das Leben der Menschen beeinflussen, kommt sie mit Rechten, Chancen, gutem Ruf und Freiheit in Berührung.“ Einen Schwerpunkt des Textes bildet der Einsatz von KI (Künstlicher Intelligenz) in Waffensystemen.

    Leo XIV. beschreibt eine Machtverschiebung: Im Blick auf digitale Anwendungen liege die Kontrolle in vielen Fällen nicht in der Hand des Staates, sondern von wirtschaftlichen Akteuren. Das birgt Risiken: „Wie es bei jeder großen technologischen Wende der Fall ist, so neigt auch die KI dazu, vor allem die Macht derjenigen zu stärken, die bereits über wirtschaftliche Ressourcen, Kompetenzen und Zugang zu Daten verfügen“, heißt es in der Enzyklika, die auf die Themenbereiche Bildung, Arbeit, Familie und Verteidigung der Freiheit eingeht.

    Als Leitkriterium formuliert Leo XIV.: „Es reicht nicht aus, dass KI uns effizienter oder vernetzter macht; sie muss dazu dienen, jene universale Menschheitsfamilie mit gemeinsamen Rechten und Pflichten aufzubauen, in der digitale Nähe zu einer echten Chance für Begegnung und gegenseitige Fürsorge wird.“

    Angesichts eines neuen Wettrüstens geht die Enzyklika ausführlich auf den KI-Einsatz im Krieg ein. „Zuallererst muss bei jedem System, das zu Kriegszwecken eingesetzt wird, die Rückverfolgbarkeit und die Möglichkeit gewährleistet sein, Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen, damit sich Verantwortlichkeiten und eventuelle Verschuldungen nicht „in der Maschine“ verlieren“, fordert Leo XIV. Die Entscheidung über den Einsatz tödlicher Gewalt dürfe nicht an undurchsichtige oder automatisierte Prozesse delegiert werden. Und es brauche international festgelegte Regeln, die den Wettlauf um hochtechnisierte Waffensysteme bremsen.

    Die > Enzyklika „Magnifica Humanitas“ im Web

  • #PingTok oder #TripTok: Drogendeals per Hashtag

    #PingTok oder #TripTok: Drogendeals per Hashtag

    Von einer jungen Frau wird ein Video aufgenommen.
    Foto: Amanda Vick auf Unsplash

    jugendschutz.net nimmt die Bedeutung von TikTok für den Drogenhandel unter die Lupe.

    Mainz (2mind) – Drogeninhalte finden auf TikTok unter Hashtags wie #PingTok oder #TripTok eine weite Verbreitung. Ein aktueller Bericht von jugendschutz.net verdeutlicht, wie dort der Konsum illegaler Substanz wie Marihuana, Ecstasy, Ketamin, Speed oder auch Kokain durch ästhetische Inszenierungen und humorvolle Formate verharmlost oder glorifiziert wird, was insbesondere auf Jugendliche eine starke Anziehungskraft ausübt. Über die Kommentarspalten und spezielle Codewörter fungiert die Plattform zudem als Marktplatz für den Drogenhandel, wobei Dealer gezielt junge Zielgruppen ansprechen. Der TikTok-Algorithmus verstärkt diese Gefahren, indem er interessierten Nutzern fortlaufend ähnliche Beiträge zuspielt und so eine gefährliche Normalisierung des Konsums fördert.

    Drogen als „normaler Teil des Alltags“

    Emotional aufgeladene Inszenierungen, Ästhetisierung und Verharmlosung geschehen auf verschiedene Weise:

    • Ästhetische Inszenierung des Rausches: Drogenkonsum wird häufig mit bunten Farben, Lichtern und Party-Atmosphäre verknüpft. Der Rausch wird dabei als Ausdruck von Freiheit, Gemeinschaft, Selbstfindung oder als fester Bestandteil der Partykultur dargestellt. Sogar negative körperliche Begleiterscheinungen wie geweitete Pupillen, Zittern, Kontrollverlust oder Erbrechen werden ästhetisch in Szene gesetzt und so romantisiert.
    • Humorvolle und triviale Kontexte: Manche Videos stellen Drogentrips in einem humoristischen oder trivialisierenden Rahmen dar. Der Konsum wird als spaßiges Mittel zum Feiern oder als unbeschwerte Flucht aus dem Alltag präsentiert, was auf Jugendliche faszinierend wirken kann.
    • Nutzung von Trends und Popkultur: User unterlegen ihre Videos mit szenetypischen Sounds, Memes oder Songtexten von Rappern, die Substanzen wie Ketamin als Partydroge feiern.
    • Verwendung von Codes und Verharmlosung durch Sprache: Unter Hashtags wie #PingTok, #TripTok, #SniffTok oder #Emma teilen Nutzer scheinbar beiläufig ihre Erfahrungen. Dabei werden gesundheitsschädliche Substanzen oft mit harmlos wirkenden Emojis codiert, wie etwa ein Einhorn für Ketamin, ein Puzzleteil für LSD oder ein Fliegenpilz für psychoaktive Pilze.
    • Ausblendung von Risiken: In derartigen Inhalten werden Gefahren wie Suchtpotential, psychische Folgen (z.B. Psychosen, Depressionen), körperliche Schäden oder Unfälle selten thematisiert.
    • Normalisierung durch den Algorithmus: Durch die algorithmische Verstärkung entstehen für User sogenannte „Echokammern“, in denen Drogeninhalte ständig präsent sind. Dies erzeugt den Eindruck, Drogenkonsum sei weit verbreitet und gesellschaftlich normal („Das machen doch alle“), was die Hemmschwelle für den Erstkonsum senken kann.

    Gegenmaßnahmen bleiben lückenhaft

    TikTok reagiert auf die Verbreitung von Drogeninhalten, jedoch inkonsistent und teilweise unzureichend, so der Bericht von jugendschutz.net. Im Einzelnen reagiert die Plattform wie folgt:

    • Richtlinien und Meldesystem: Offiziell verbietet TikTok in seinen Richtlinien Inhalte, die den Konsum oder Handel mit illegalen Drogen fördern. Zudem gibt es eine Meldefunktion, über die Nutzer solche Inhalte melden können.
    • Sperrung von Hashtags: Um die Auffindbarkeit von Drogeninhalten einzuschränken, hat TikTok vereinzelt szenetypische Hashtags wie beispielsweise #SpecialK oder #TripTok gesperrt.
    • Löschung von Inhalten: Teilweise wird TikTok erst dann aktiv, wenn offenkundig Drogen zum Verkauf angeboten werden. Dabei kommt es vor, dass lediglich die Kommentare gelöscht werden, die einen Handel einleiten, während das ursprüngliche Video online bleibt. Dies führt dazu, dass die Kommentarspalten oft kurz darauf erneut für den Drogenhandel genutzt werden.
    • Unterschiedliche Reaktionen bei Meldungen: Ein Test von jugendschutz.net zeigte, dass TikTok auf Meldungen jugendgefährdender Inhalte durch normale User nur in 18 Prozent der Fälle reagierte. Allerdings wurden 89 Prozent der Inhalte entfernt, wenn sie offiziell durch jugendschutz.net gemeldet wurden.
    • Probleme bei der Durchsetzung: Die Maßnahmen von TikTok lassen sich leicht umgehen, so der Bericht. Nutzer wandeln Hashtags gezielt ab, um automatische Filter zu vermeiden, und nutzen Zweit- oder Drittaccounts als Backups für den Fall einer Sperrung.

    Da die bisherigen Moderationsmaßnahmen des Anbieters lückenhaft bleiben, fordert jugendschutz.net strengere Altersprüfungen, effektivere Meldesysteme und eine stärkere Sichtbarkeit von Präventionsangeboten. Letztlich unterstreicht der Bericht die Notwendigkeit eines besseren Jugendschutzes, um Kinder vor gesundheitlichen Risiken in digitalen Räumen zu bewahren.

    Der „Report: #PingTok, #TripTok & Co“ > als PDF zum Download

  • Social Media: Toxische Debatten führen zu Rückzug und Resignation

    Social Media: Toxische Debatten führen zu Rückzug und Resignation

    Grafik: Planet Volumes auf Unsplash+

    Der „Transparenz-Check Digitale Diskursräume“ der Landesmedienanstalten analysiert Online-Debatten unter journalistischen Inhalten.

    Berlin (2mind) – Viele Menschen wünschen sich in sozialen Medien einen respektvollen Austausch, tatsächlich jedoch führen eine aggressive Grundstimmung und toxische Debatten zu kontroversen Themen oft zu Rückzug und Resignation. Das zeigt der aktuelle „Transparenz-Check Digitale Diskursräume“ der Landesmedienanstalten.

    Die Studie verdeutlicht, dass sichtbare Moderation das Sicherheitsgefühl und die Qualität der Gespräche messbar verbessert, wenngleich Redaktionen häufig unter Ressourcenmangel leiden. Plattformen wie Facebook und X werden von den Nutzern als besonders problematisch wahrgenommen, während Instagram als konstruktiver gilt.

    Die Diskursqualität in sozialen Medien wird laut der Studie sehr unterschiedlich wahrgenommen und variiert stark zwischen den einzelnen Plattformen:

    • Instagram: Unter den befragten Experten gilt Instagram als die Plattform, auf der konstruktive Debatten derzeit am ehesten möglich sind.
    • Facebook und Twitter/X: Diese beiden Plattformen werden als besonders problematisch wahrgenommen. Ehemalige Nutzende bewerten sie im Vergleich zu aktuellen Nutzenden als respektloser, künstlicher und unausgewogener.
    • Sonderrolle von Facebook: Trotz der negativen Wahrnehmung bleibt Facebook die Plattform, auf der am häufigsten Kommentare unter journalistischen Beiträgen gelesen und verfasst werden. Gleichzeitig berichten Community-Manager hier von einer zunehmenden Resignation: Aufgrund des als zu toxisch empfundenen Tonfalls findet eine aktive Moderation häufig nicht mehr statt. Besonders bei polarisierenden Themen wie Klimaschutz, Migration oder Kriegen wird ein konstruktiver Austausch auf Plattformen wie Facebook als kaum noch möglich beschrieben.
    • Bot-Aktivität: Interessanterweise zeigen sich bei der tatsächlichen Analyse von Bot-Kommentaren (etwa vier Prozent der untersuchten Kommentare) nur geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Plattformen. Dies steht im Gegensatz zur Wahrnehmung vieler Nutzender, die das Problem oft als wesentlich gravierender einschätzen.

    Insgesamt wird die Debattenkultur auf sozialen Plattformen von vielen als schlecht eingestuft, wobei eine aggressive Stimmung oft dazu führt, dass sich Nutzende nicht an Diskussionen beteiligen.

    Für den „Transparenz-Check Digitale Diskussionsräume“ ließen die Medienanstalten in der 2. Jahreshälfte 2025 Kommentar-Sektionen unter journalistischen Beiträgen auf Facebook, Instagram und YouTube untersuchen sowie Online-Interviews und Tiefeninterviews führen. Für die Bot-Analyse wurden Kommentare unter den Online-Ausgaben von „Bild“, „Spiegel“, „Süddeutscher Zeitung“ und „Die Zeit“ analysiert. Insgesamt wurden 9.418 Kommentare erfasst und davon 6.485 Kommentare für die Studie berücksichtigt.

    Der > „Transparenzcheck Digitale Diskursräume“ als PDF zum Download

  • DIGITAL GLAUBEN – Impulse für die Jugendarbeit

    DIGITAL GLAUBEN – Impulse für die Jugendarbeit

    Screenshot des Magazintitels
    Screenshot des Magazintitels

    Das an der CVJM Hochschule erstellte Magazin ist als Ausgabe #2 erschienen.

    Kassel (2mind) – Praxisimpulse für die Kinder- und Jugendarbeit bietet das Online-Magazin DIGITAL GLAUBEN. Die 2. Ausgabe bietet Impulse fad die digitale Bibellese, präsentiert Gaming als einen Erfahrungsraum für den Glauben, thematisiert Einsamkeit im Kontext digitaler Lebenswelten und fragt ganz grundsätzlich nach den Pros und Contras zum Social Media-Einsatz in der Kinder- und Jugendarbeit.

    Das am Institut für missionarische Jugendarbeit der CVJM Hochschule erstellte Magazin kann online gelesen oder als PDF heruntergeladen werden. Die Texte des Magazins sind offen lizenziert (CC BY 4.0) und können damit in anderen (Bildungs-)Kontexten verwendet werden.

    Der Link: https://zukunft-jugendarbeit.de/digital-glauben/

  • Arbeiten 4.0: Zwischen Automatisierung und Menschlichkeit

    Arbeiten 4.0: Zwischen Automatisierung und Menschlichkeit

    ​Die Balance zwischen Effizienzsteigerung und sozialer Verantwortung in der digitalen Ära

    Berlin (2mind) – Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt grundlegend verändert und bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Das IAB-Forum beleuchtet die Ambivalenz dieser Entwicklung in einem Artikel vom 16. März und zeigt auf, wie Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt davon betroffen sind.

    Chancen der Digitalisierung

    Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die Arbeitswelt effizienter und flexibler zu gestalten. Automatisierung und künstliche Intelligenz (KI) können Routineaufgaben übernehmen, wodurch Mitarbeitende mehr Zeit für kreative und strategische Tätigkeiten gewinnen. Zudem ermöglicht die digitale Transformation neue Geschäftsmodelle und Arbeitsformen, wie etwa das Arbeiten im Homeoffice oder die Nutzung von Plattformen für projektbasierte Tätigkeiten. Diese Entwicklungen fördern nicht nur die Produktivität, sondern auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

    Ein weiterer Vorteil liegt in der Verbesserung der Weiterbildungsmöglichkeiten. Digitale Lernplattformen und E-Learning-Angebote erleichtern es, sich kontinuierlich weiterzubilden und neue Kompetenzen zu erwerben ß was bedeutsam ist, da sich die Anforderungen an Arbeitskräfte durch die Digitalisierung ständig verändern.

    Herausforderungen und Risiken

    Zu den zentralen Herausforderungen der Digitalisierung zählt die Gefahr der sozialen Ungleichheit. Nicht alle Beschäftigten haben gleichermaßen Zugang zu digitalen Technologien oder die Möglichkeit, sich die notwendigen Kompetenzen anzueignen. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Gruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden.

    Ein weiteres Risiko liegt im Verlust von Arbeitsplätzen durch Automatisierung. Besonders betroffen sind Tätigkeiten, die leicht durch Maschinen ersetzt werden können, wie etwa in der Produktion oder im Dienstleistungssektor. Gleichzeitig entstehen zwar neue Berufe, doch diese erfordern oft spezialisierte Fähigkeiten, die nicht alle Beschäftigten mitbringen.

    Auch die psychischen Belastungen nehmen zu. Die ständige Erreichbarkeit und der Druck, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten, können Stress und Überforderung auslösen. Zudem stellt die Digitalisierung Unternehmen vor die Herausforderung, Datenschutz und IT-Sicherheit zu gewährleisten.

    Handlungsbedarf und Lösungsansätze

    Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und die Risiken zu minimieren, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Unternehmen sollten in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden investieren und eine Kultur des lebenslangen Lernens fördern. Gleichzeitig ist es wichtig, die digitale Infrastruktur auszubauen, um allen Beschäftigten den Zugang zu modernen Technologien zu ermöglichen.

    Die Politik spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Sie muss Rahmenbedingungen schaffen, die Innovationen fördern und gleichzeitig soziale Sicherheit gewährleisten. Dazu gehört auch, den Arbeitsmarkt so zu gestalten, dass er den Anforderungen der digitalen Ära gerecht wird, etwa durch die Förderung von Umschulungsprogrammen.

    Aktive Gestaltung als Schlüssel

    Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist weder ausschließlich Fluch noch Segen, sondern eine komplexe Entwicklung mit vielfältigen Auswirkungen. Entscheidend ist, wie Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt mit den Herausforderungen umgehen und die Chancen nutzen. Nur durch eine aktive Gestaltung der digitalen Transformation kann sichergestellt werden, dass alle von den Vorteilen profitieren.

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