Paare in Regenbogenfamilien überwiegend Frauen – jede 200. Familie gehört dazu
Berlin (2mind) – Etwa 31.000 gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern lebten 2024 in Deutschland. In diesen sogenannten Regenbogenfamilien lebten 50.000 minderjährige Kinder. Bei knapp 6,8 Millionen Paarfamilien mit minderjährigen Kindern in Deutschland war rund jede 200. davon im zurückliegenden Jahr eine Regenbogenfamilie.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter berichtet, lebten 2024 etwa 208.000 gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland, darunter 15 % gemeinsam mit Kindern unter 18 Jahren. Gut 70 % der Elternpaare in Regenbogenfamilien waren zwei Frauen (22.000), knapp 30 % Männerpaare (9.000). Berücksichtigt man auch volljährige Kinder, dann lebten 38.000 Regenbogenfamilien mit 62.000 Kindern zusammen.
Die Angaben beruhen auf dem sogenannten Mikrozensus, einer Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird.
Fehlendes Personal, zu große Klassen und mangende individuelle Förderung bilden strukturelle Probleme.
Berlin (2mind) – Inklusion kommt in der Schule kaum voran. So sieht es Tomi Neckov, der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Nach Befragungen in den Jahren 2015, 2017 und 2020 hatte der VBE erneut das Meinungsforschungsinstitut forsa mit einer Umfrage unter 2.737 Lehrkräften beauftragt. „Die größte Herausforderung bleibt, dass die Lehrkräfte die Chancen von Inklusion sehen, aber täglich mangelnde Ausstattung und fehlende Unterstützung erleben“, so Neckov. Angesichts dieses strukturellen Versagens sei das Eingreifen der Politik gefordert.
Weitere Ergebnisse der Befragung:
41 % der befragten Lehrkräfte geben an, dass ihre Schule nicht barrierefrei ist.
62 % der Befragten halten das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung für sinnvoll.
Jedoch halten nur 28 % einen inklusiven Unterricht in der aktuellen schulischen Umsetzung für praktikabel – angesichts fehlenden Personals, großer Klassen und mangelnder individueller Förderung.
Fast der Hälfte der Lehrkräfte fehlt sonderpädagogisches Wissen.
Und ebenso äußert sich fast die Hälfte der Lehrkräfte eher unzufrieden und über ein Drittel sogar sehr unzufrieden mit der Inklusionspolitik in ihren Bundesländern.
Der VBE fragte auch nach dem Einsatz digitaler Endgeräte zur individuellen Förderung in inklusiven Settings. Drei Viertel der befragten Lehrkräfte nutzen digitale Bildungstechnik, die Hälfte der Lehrkräfte wöchentlich. Zum Einsatz kommen etwa Lern-Apps und Spiele, die differenzierte Aufgabenstellungen ermöglichen und die Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler fördern. Bei körperlich beeinträchtigten Kindern werden digitale Endgeräte für alternative Darstellungsformen oder das Vorlesen von Aufgabenstellungen genutzt. Neckov dazu: „Der Einsatz digitaler Unterstützungsmöglichkeiten ist richtig, gut und ein Gewinn für den Unterricht. Aber es kann den persönlichen Kontakt zur Lehrkraft nicht ersetzen.“ Die Entlastung durch den Einsatz digitaler Endgeräte dürfe von der Politik nicht überbewertet werden.
Eine Masterarbeit an der FH Campus Wien untersucht, wie es zu „Systemsprengungen“ kommt.
Wien (2mind) – Wie geraten junge Menschen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in die Situation, dass sie als „Systemsprenger“ und „Systemsprengerinnen“ kategorisiert werden? Dieser Frage geht die an der FH Campus Wien veröffentlichte Masterarbeit von Oliver Klement nach. „Systemsprengung“ ist danach kein plötzliches Ereignis, sondern ein schleichender Prozess, der durch die Häufung sich gegenseitig verstärkender Belastungsfaktoren entsteht. Zu diesen Faktoren gehören die Überforderung der Fachkräfte, strukturelle Rahmenbedingungen und institutionelle Begrenzungen.
Nach den Ergebnissen einer im Rahmen der Masterarbeit durchgeführten Studie wird Überforderung in sozialpädagogischen Strukturen „vor allem durch Dauer, Häufigkeit, Intensität, Kontrollierbarkeit und Vorhersagbarkeit bestimmt“. Verschiedene gleichzeitig auftretende Stressfaktoren verstärken sich dabei gegenseitig, und das System Jugendhilfe wird bis an seine Grenzen belastet.
Beispielhaft geht die Arbeit auf den übermäßigen Gebrauch von Drogen durch Jugendliche ein. Dazu schreibt Klement: „Eine vorherige Verwendung von Drogen könnte als Risikofaktor betrachtet werden, während ein steigender Konsum als Frühwarnzeichen und ein besonders exzessiver oder eskalierender Konsum als Anzeichen für eine ‚Systemsprengung‘ angesehen werden könnte.“ Die Grenzen zwischen diesen Kategorien sei jedoch fließend.
Gewerkschaft GEW: Gute Bildung fördert den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.
Kassel (2mind) – Am Tag der Arbeit stellt die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) die Bedeutung der Bildung für die Demokratie in den Mittelpunkt: „Wir brauchen ein Bildungssystem, das den engen Zusammenhang zwischen Armut und Bildungserfolg entkoppelt – nicht weiter zementiert“, sagte GEW-Vorstandsmitglied Doreen Siebernik am 1. Mai bei einer Kundgebung in Kassel. „Dafür sind gut qualifizierte Fachkräfte in den Bildungseinrichtungen notwendig, die ausreichend Zeit haben, alle Lernenden zu unterstützen und zu fördern.“
Der Fachkräftemangel sei in Kitas und Schulen dramatisch; das Bildungswesen müsse als Arbeitgeber daher wieder attraktiver werden. Erwiesen sei der Zusammenhang zwischen Armut und mangelndem Bildungserfolg. Siebernik weiter: „Dieser Zusammenhang ist entscheidend für alle. Das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft müssen wir aufbrechen.“
Der „Tag der Arbeit“ steht 2025 unter dem Motto „Mach dich stark mit uns“ – die GEW fordert von der Bundesregierung ein Sondervermögen mit mindestens 130 Milliarden Euro zusätzlich für den Bildungsbereich.
Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Taten mehr als verdoppelt. Es geht etwa um die Verwendung der Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen in Chats.
Hamburg (2mind) – Über ein Rekordhoch rechtsmotivierter Straftaten an deutschen Schulen berichtet das Magazin Stern. Nach einer Umfrage der Stern-Redaktion unter den Landeskriminalämtern haben sich die bei der Polizei gemeldeten Fälle an Schulen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt und sie sind auch im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Jedoch erfassen nicht alle Bundeländer entsprechende Fallzahlen.
Am häufigsten wurde durch die Landeskriminalämter das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen registriert – Taten wie das Einritzen von Hakenkreuzen in Schulbänke oder das Zeigen des Hitlergrußes auf dem Schulgelände.
Den deutlichsten Anstieg der Fälle erfasste die Polizei laut Stern in Sachsen-Anhalt: Dort stieg die Fallzahl im Jahr 2024 auf 185 – und damit im Vergleich zu 2023 um 150 Prozent. Deutliche Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr meldeten auch Rheinland-Pfalz (80 %), Sachsen (52 %) und Bayern (39 %).
Besonders häufig registriert wurde von den Landeskriminalämtern das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Das meint beispielsweise in Schulbänke eingeritzte Hakenkreuze oder das Zeigen des Hitlergrußes auf dem Schulgelände.
Nach Auskunft der Landeskriminalämter wird die Verwendung rechtsextremer Symbole in Klassenchats zu einem wachsenden Problem. Beliebt sei an Schulen zudem der Partysong „L’Amour Toujours“: Im vergangenen Sommer wurde der Song durch einen Vorfall auf Sylt bekannt; der Text wurde dabei ausländerfeindlich umgedichtet auf „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“.
Auch die Zahl der Ausbildungsabbrüche steigt kontinuierlich. Der Arbeitsmarkt für Helfer wird sich verschlechtern. Das IAB rät zu niedrigschwelligen und berufsbegleitenden Angeboten.
Berlin (2mind) – Der Anteil junger Erwachsener ohne Berufsabschluss steigt seit über zehn Jahren kontinuierlich an. Lag die Zahl der 20 bis 34-jährigen Erwerbspersonen ohne berufliche Qualifizierung im Jahr 2013 noch bei 10 %, so stieg er bis 2024 auf 13 % an. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.
Ein Teil dieses Anstiegs lasse sich durch Zuwanderung erklären; in dieser Bevölkerungsgruppe sei der Anteil der nicht formal Qualifizierten höher. Jedoch stieg die Quote auch unter Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit an. Zudem brachen zwischen 2005 und 2020 immer mehr Auszubildende die von ihnen gewählte Ausbildung vorzeitig ab; im Jahr 2020 lagt der Anteil der Ausbildungsabbrüche bei etwa 23 %. Insgesamt gelten 1,6 Millionen Menschen in der Altersgruppe von 20 bis 34 Jahren als nicht formal qualifiziert.
Das IAB verweist auf die Erhöhung des Mindestlohns und die damit gestiegene Attraktivität von Helfertätigkeiten. Perspektivisch werde sich die Arbeitsmarktlage bei Helfertätigkeiten jedoch verschlechtern, so dass IAB.
“Dass junge Menschen den Weg zu einer formalen Qualifizierung finden, dazu können gezielte niedrigschwellige Angebote beitragen. Diese können modular aufgebaut sein und gegebenenfalls berufsbegleitend zum vollwertigen Abschluss führen“, schreiben die Forscher. Verantwortliche in Berufsschulen und Betrieben sollten im Umgang mit lernschwächeren Menschen befähigt werden. Im Blick auf Zugewanderte “kommt es darauf an, Kompetenzen festzustellen, zügig anzuerkennen und berufsbegleitend gezielt Qualifikation weiterzuentwickeln sowie Sprachkenntnisse zu fördern“, so das IAB.
In Kindheit und Jugend führen falsche oder fehlende Diagnosen zu negativen Folgen bei Mädchen. Im späteren Lebensalter gleichen sich die Diagnosezahlen im Geschlechterverhältnis an.
München (2mind) – ADHS wird bei Mädchen häufig später erkannt als bei Jungen. Bei Jungen seien die Symptome von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Störung) häufig externalisiert, bei Mädchen dagegen würden Symptome oft als innerlich beschrieben, so die Psychiaterin Lotta Borg Skoglund im Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Mädchen würden häufiger als ADS diagnostiziert, die Hyperaktivität wird nicht berücksichtigt. “Wenn man genau hinzieht, erkennt man, dass auch Mädchen viele Symptome zeigen, die Hyperaktivität oder Impulsivität widerspiegeln. Etwa, wenn sie viel und schnell reden, mit Dingen herum Fuchteln oder ständig mit ihren Haaren spielen“, so Borg Skoglund im Interview.
Die unterschiedliche Symptomatik bei Jungen und Mädchen könnte an gesellschaftlichen Erwartungen liegen. Jungen werde erlaubt, laut zu sein, während von Mädchen schon früh ein organisiertes Verhalten erwartet werde. Dass in Deutschland ADHS bei Jungen viermal so häufig wie bei Mädchen diagnostiziert werde, liege nicht an einer ungleichen Verteilung der Erkrankung. “Viele Mädchen und Frauen mit ADHS werden in ihren ersten Lebensjahren entweder falsch oder gar nicht diagnostiziert“, so die Expertin. Im Erwachsenenalter gliche sich die Häufigkeit der Diagnosen dann bei beiden Geschlechtern an.
Die Jahre vor der ADHS-Diagnose könnten für Frauen gefüllt sein mit Begleitkrankheiten wie Essstörungen, Depressionen oder Angstzuständen. Das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung seien häufig beeinträchtigt. Borg Skoglund weiter: “Es kann herzzerreißend sein, wenn Frauen davon erzählen, wie viele Behandlungen und psychologische Beurteilungen sie durchlaufen haben, bis sie die richtige Diagnose bekommen haben und damit auch eine Erklärung für ihr Verhalten.“
Lotta Borg Skoglund ist als außerordentliche Professorin in der Abteilung für Frauen- und Kindergesundheit an der Universität Uppsala tätig.
Das soeben erschienene DHS Jahrbuch Sucht 2025 steht als eBook mit den aktuellen Statistiken zu den verschiedenen Suchtformen und Fachtexten zu aktuellen Themen kostenlos zum Download zur Verfügung.
Hamm (2mind) – Das Jahrbuch Sucht 2025 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) ist soeben erschienen. Es zeigt aktuelle Entwicklungen und Probleme im Bereich Sucht und Drogen auf. Besonders der Alkoholkonsum in Deutschland wird kritisch beleuchtet: Alkohol sei hier so günstig wie in keinem anderen europäischen Land, was zu hohen gesundheitlichen Schäden und Folgekosten von über 57 Milliarden Euro jährlich führe. Die DHS kritisiert die seit Jahrzehnten unveränderten Verbrauchsteuern auf Alkohol und fordert Preiserhöhungen, um den Konsum zu senken und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Das Jahrbuch steht als eBook kostenlos auf der > DHS-Website zum Download bereit.
Auch beim Tabak- und Nikotinkonsum sieht die DHS Handlungsbedarf. Laut der aktuellen Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA-Studie) rauchten 2024 etwa 30,4 % der Bevölkerung, wobei der Anteil bei Jugendlichen geringer ist. Der Konsum von E-Zigaretten, Tabakerhitzern und Wasserpfeifen nimmt seit 2018 zu, besonders bei jungen Erwachsenen. Gleichzeitig ist der Absatz von Fertigzigaretten erstmals seit 2019 wieder gestiegen. Rauchen bleibt eine der Hauptursachen für vorzeitige Sterblichkeit. Die DHS fordert daher stärkere Maßnahmen zur Prävention und Regulierung.
Im Bereich illegaler Drogen zeigt das Jahrbuch: 1,2 % der Jugendlichen und 3,6 % der Erwachsenen haben in den letzten zwölf Monaten mindestens eine illegale Droge konsumiert. Besonders problematisch ist der Mischkonsum und das Auftauchen gefährlicher Substanzen wie Crack und Fentanyl in lokalen Drogenszenen. Die DHS betont, dass Suchterkrankungen durch Prävention und Behandlung hohe Folgekosten vermeiden könnten – die Bundesregierung müsse dringend handeln.
Neben Daten zu unterschiedlichen Suchtformen – darunter auch Glücksspiel und Internetnutzungsstörung – enthält das Jahrbuch Fachtexte zu aktuellen Themen, etwa zu ADHS und Abhängigkeit.
Eine aktuelle Studie verweist auf Risiken – insbesondere für Frauen mit Essstörungen.
Osnabrück (2mind) – TV-Modelwettbewerbs wie „Germany’s Next Topmodel“ (GNT) können zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen beitragen. Eine aktuelle Studie liefert erste Belege dafür, dass Frauen mit und ohne Essstörungen nach dem Ansehen einer deutschen GNT-Folge eine erhöhte Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Körper zeigen. Frauen mit Essstörungen zeigten danach verstärkt negative Gefühle und ein Missverhältnis zum Selbstideal, wobei letzteres im Verlauf einer Staffel weiter zunahm.
Die Studie der Psychologin Friederike-Johanna Holtmann, Universität Osnabrück, und eines Forscherteams ist nach eigenen Angaben die erste, die die Effekte des internationalen Topmodel-Formats untersucht. Frauen sollten über diese negativen Auswirkungen informiert werden, fordert das Autorenteam. Bei Personen mit einer Essstörung sollte der Einfluss von Medieninhalten auf die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Symptome bei der Behandlung in den Blick genommen werden, um die Medienkompetenz zu verbessern und so die negativen Auswirkungen von Medieninhalten zu reduzieren.
Die NRW-Justizvollzug baut eine palliativmedizinische Abteilung im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg auf. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD hervor.
Düsseldorf (2mind) – Im Strafvollzug werden vermehrt Gefangene sterben. Das erwartet Sonja Bongers, SPD-Abgeordnete im NRW-Landtag, und verweist in einer Kleinen Anfrage zum Thema „Altern und Sterben im Justizvollzug“ auf die allgemein alternde Bevölkerung. „Wie kann auch unter den besonderen Bedingungen des Justizvollzugs sichergestellt werden, dass den Inhaftierten ein Sterben in Würde möglich ist? Wie kann den Angehörigen ermöglicht werden, sich angemessen von den Sterbenden zu verabschieden?“, wollten die Abgeordnete wissen (DS 18/13055).
In seiner Antwort berichtet NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) zunächst die Zahlen: In den letzten zehn Jahren starben 98 ältere Inhaftierte über 60 Jahre, darunter acht durch Suizid. Statistiken zu Haftunterbrechungen oder Begnadigungen für sterbenskranke Gefangene werden nicht gesondert erfasst, so der Minister. Es werde jedoch regelmäßig versucht, ein Sterben außerhalb des Vollzugs zu ermöglichen: Etwa in Pflege- oder Hospizeinrichtungen, sofern die Betroffenen dies wünschen und entsprechende Möglichkeiten bestehen.
Für Gefangene, die im Vollzug sterben, wird eine individuelle Betreuung angeboten – durch Seelsorge, psychologische und medizinische Dienste. Zudem werde im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg ein Fachbereich für Hospiz- und Palliativmedizin eingerichtet, der drei Betten für schwerkranke Gefangene bereitstellen soll.
Angehörigen werde ermöglicht, sich von sterbenden Gefangenen zu verabschieden – durch vermehrte Besuche, Telefonkontakte oder Sonderbesuche. Auch Justizvollzugsbeamte erhalten Unterstützung, um die Belastungen im Umgang mit sterbenden Inhaftierten besser zu bewältigen. Dazu zählen die Begleitung durch psychosoziale Notfallteams, seelsorgerische und psychologische Dienste sowie spezielle Fortbildungen.