Wie Chatbots die politische Informationssuche verändern
Düsseldorf (2mind) – Wer KI-Tools für die Information zu politischen Themen nutzt, verwendet dazu meistens kurze fragenbasierte Eingaben. Durch den Promt – die Eingabe – entscheidet der Nutzer, ob das KI-Tool eine Websuche auslöst oder ohne externen Quellenabgleich antwortet, so die Landesanstalt für Medien NRW in einer aktuellen Studie. Weiter heißt es dort: „Für Medienkompetenz und politische Bildung ergibt sich daraus eine neue Aufgabe: Nutzende müssen nicht nur lernen, KI-Outputs kritisch zu hinterfragen, sondern auch verstehen, wie ihre eigenen Eingaben die Antworten formen – und wann ein Modell auf aktuelle Quellen zurückgreift und wann nicht.“
Die Intransparenz der KI-Tools zu ihrer Arbeitsweise sei ein Problem für die Nutzenden. Verschärft werde dieses durch die Personalisierung: Die Informationen des KI-Chatbots über die Nutzenden beeinflusse ebenfalls die Antwort.
Frauen schneiden in vielen Bildungsbereichen besser ab
Wiesbaden (2mind) – In vielen schulischen Bildungsbereichen schneiden Frauen besser ab. Von den rund 258.000 Absolvierenden mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen im Jahr 2024 waren 55 % Frauen und 45 % Männer, wie das Statistische Bundesamt in dieser Woche mitteilte. Je geringer der formale Schulabschluss, umso höher wird der Männeranteil:
So waren unter den rund 133.000 Absolvierenden mit erstem Schulabschluss 59 % Männer und 41 % Frauen. Einen mittleren Schulabschluss erreichten 51 % der Männer und 49 % der Frauen.
Zahlen zu Gamescom, die in der kommenden Woche in Köln startet
Düsseldorf (2mind) – Einen Gesamtumsatz von 49,1 Milliarden Euro erzielte die Kultur- und Kreativwirtschaft Nordrhein-Westfalens im Jahr 2023 – zu einem großen Teil durch die Entwicklung und den Verkauf digitaler Spiele: Mit rund einem Drittel trug die Software- und Games-Industrie den größten Anteil am Gesamtumsatz bei. Anlässlich der 26.-30. August 2026 in Köln stattfindenden Gamescom – nach eigenen Angaben das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele – hat das Landesamt Statistik NRW einige Zahlen zu digitalen Spielen zusammengestellt.
2024 spielten 29 % der 16- bis 74-Jährigen in NRW in den letzten drei Monaten vor der Befragung Online-Spiele oder downloadeten diese. 45 % dieser Online-Gamer waren 16- bis 44-Jährige; der Anteil der 45- bis 74-Jährigen lag bei 17 %. Mit 35 % lag der Anteil bei den Männern höher als bei den Frauen mit 23 %.
Mindestens eine Spielekonsole besaßen Anfang 2024 insgesamt 3,2 Millionen der NRW-Haushalte und damit 39 % aller Haushalte; in Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren waren es 70 %.
Spiele dürfen auch Geld kosten: Im vergangenen Jahr kauften 15 % der 16- bis 74-Jährigen in NRW innerhalb der letzten drei Monate vor der Befragung Computer- oder Videospiele online zum Download; 7 % nutzten ein kostenpflichtiges Abonnement für Cloud Gaming.
36.000 EUR Geldbuße gegen Stuttgarter Influencerin verhängt
Stuttgart (2mind) – Eine Influencerin mit 750.000 Followerinnen und Follower veröffentlicht auf Instagram Beauty-, Make-up- und Lifestyle-Inhalte. Zwischen Mai und Juli 2025 kooperierte sie in ihren Storys mit Unternehmen, bewarb deren Produkte und erhielt dafür Geldzahlungen sowie Sachleistungen. Das kennzeichnete sie nicht oder nur so, dass es kaum wahrnehmbar war.
Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) wies die Influencerin bereits in den Jahren 2020 und 2022 auf die Anforderungen an eine ausreichend deutliche Werbekennzeichnung hin. Nun verhängte die LFK wegen wiederholter Verstöße gegen die gesetzlichen Vorgaben zur Werbekennzeichnung eine Geldbuße von insgesamt 36.000 EUR gegen die Influencerin. Mit Verfahrensgebühren und Auslagen muss die Frau 37.803,50 EUR zahlen. Der Bußgeldbescheid ist bestandskräftig.
Werbung darf nicht erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar werden“, so LFK-Präsident Wolfgang Kreißig in einer Pressemitteilung. „Gerade reichweitenstarke Influencerinnen und Influencer tragen eine besondere Verantwortung für Transparenz. Nutzerinnen und Nutzer müssen unmittelbar erkennen können, ob sie einen redaktionellen oder persönlichen Inhalt sehen, oder ob es sich um bezahlte kommerzielle Kommunikation handelt.“ Die LFK ist die Medienanstalt für Baden-Württemberg.
Die Ergebnisse der JIMplus-Studie 2026 weisen auf eine differenzierte Einstellung gegenüber digitalen Medien.
Stuttgart (2mind) – Digitale Medien sind für Jugendliche eine wichtige Inspirationsquelle, bringen aber auch Belastungen mit sich. Besonders Social Media wirkt wie ein Drahtseilakt zwischen positiven und negativen Erfahrungen, so die JIMplus-Studie 2026. Problematische Inhalte, der Vergleichsdruck und die Ablenkung durch ständiges Scrollen stehen den positiven Aspekten wie Wissenszugang und sozialer Vernetzung gegenüber. Die Ergebnisse der Sonderstudie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigen, dass Jugendliche digitale Medien keinesfalls unkritisch nutzen. Sie sind sich der Schattenseiten bewusst und reflektieren ihre Nutzung – oft wünschen sie sich sogar strengere Altersgrenzen und mehr Rücksicht auf ihre Perspektive in gesellschaftlichen Debatten. Dennoch bleiben der Umgang mit problematischen Inhalten und deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden eine Schlüsselherausforderung für Eltern, Pädagogen und die Plattformbetreiber.
Die Sonderstudie, die qualitative und quantitative Daten kombiniert, bietet einen detaillierten Blick auf die ambivalente Beziehung zwischen Jugendlichen und digitalen Medien. Einzelne Ergebnisse:
Social Media wie TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat dominieren die Online-Aktivitäten Jugendlicher und werden von diesen ambivalent wahrgenommen:
Für 82 % der Jugendlichen bieten soziale Netzwerke einen wichtigen Zugang zu Wissen, und etwa die Hälfte fühlt sich dort verstanden. Vor allem bei kreativen oder inspirierenden Inhalten erfahren sie positive Emotionen und nutzen die Plattformen, um sich auszudrücken oder mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.
Gleichzeitig berichten 72 %, dass Social Media sie von wichtigen Aufgaben ablenkt, und 55 % geben an, dass die Nutzung ihnen Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten raubt. Besonders 40 % der Befragten beklagen eine verringerte Konzentrationsfähigkeit durch ständiges Scrollen.
Besonders betroffen von den negativen Auswirkungen sind Mädchen, die häufiger von Vergleichsdruck, einem Unwohlsein im eigenen Körper und belastenden Gefühlen berichten.
Problematische Inhalte sind für Jugendliche allgegenwärtig. 71 % begegnen Fake News, 43 % extremen politischen oder religiösen Inhalten und 40 % Hate Speech. Besonders belastend empfinden Jugendliche jedoch ungewollte Nacktbilder, Mobbing-Inhalte, drastische Gewaltdarstellungen und Inhalte, die Essstörungen oder selbstverletzendes Verhalten verharmlosen.
Die Plattform TikTok wird besonders kritisch gesehen: Zehn von 13 Gruppen problematischer Inhalte werden am häufigsten mit TikTok in Verbindung gebracht. Dennoch ist TikTok für viele Jugendliche unverzichtbar – bei Mädchen steht die Plattform sogar an erster Stelle der Dienste, die sie am meisten vermissen würden. Und 13 % der Jugendlichen nutzen TikTok mehr als drei Stunden täglich nutzen – der höchste Wert unter allen Plattformen.
Die Reaktionen auf problematische Inhalte sind vielfältig: Ein Drittel der Jugendlichen scrollt einfach weiter oder hat sich bereits an die häufigen problematischen Inhalte gewöhnt. Lediglich ein Viertel meldet problematische Beiträge aktiv an die Plattformen. Der Kontakt mit solchen Inhalten hat spürbare Auswirkungen: Jugendliche, die häufig problematischen Inhalten begegnen, berichten von einem insgesamt niedrigeren digitalen Wohlbefinden.
Trotz der großen Rolle digitaler Medien bleiben soziale Beziehungen der wichtigste Faktor für das Wohlbefinden von Jugendlichen. Aktivitäten mit Freunden und eine starke familiäre Einbindung stehen an erster Stelle, wenn es um Zufriedenheit und Stressbewältigung geht. Neue Technologien wie KI-Chatbots spielen bei der Bewältigung von Sorgen heute eine geringe Rolle: 12 % der Jugendlichen nutzen Chatbots, wenn sie belastet sind. Mehrheitlich setzen sie auf Musik und Gespräche mit vertrauten Personen, um mit Belastungen umzugehen.
Der digitalen Medienwelt stehen Jugendliche also keineswegs unkritisch gegenüber: Laut JIMplus-Studie 2026 beneiden 47 % ältere Generationen, die ohne soziale Netzwerke aufgewachsen sind – bei Mädchen ist dieser Anteil mit 52 % deutlich höher als bei Jungen (42 %). Auch die Frage nach Altersgrenzen wird differenziert betrachtet: Während über die Hälfte der Jugendlichen skeptisch gegenüber Verboten ist, glauben 43 %, dass Social Media unter einem bestimmten Alter verboten sein sollte. Viele Jugendliche empfehlen rückblickend ein höheres Einstiegsalter, als sie selbst bei ihrer ersten Nutzung hatten.
Die im Juli veröffentlichte JIMplus-Studie ergänzt die seit 1998 jährlich durchgeführte JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) und fokussiert auf das digitale Wohlbefinden. 800 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren wurden im Mai 2026 in einer repräsentativen Online-Umfrage befragt. 33 Jugendliche dokumentierten ihren digitalen Alltag in Online-Tagebüchern. Und 20 von ihnen nahmen an Online-Einzelinterviews teil.
Zum Teil werden Propagandaquellen wie Nachrichten zitiert.
Berlin (2mind) – Nur 5 Prozent der Erwachsenen nutzen KI-Chatbots für Nachrichten. Wie der Reuters Institute Digital News Report 2026 zeigt, werden KI-Tools hauptsächlich zur Erklärung, Einordnung oder Zusammenfassung von Themen genutzt. Nutzende sollten dabei wissen, dass wenige reichweitenstarke Domains diese Zusammenfassungen dominieren. Darauf weist die Studie „Meinungsbildung im Wandel“ von Agora Digitale Transformation hin.
Das von der Stiftung Mercator getragene Institut analysierte 4.811 Quellenverweise aus 675 Anfragen zu politisch und gesellschaftlich relevanten Themen. In den analysierten Outputs kam die Mehrzahl der insgesamt 554 identifizierten Quellen nur vereinzelt vor. Das führe zu Verzerrungen. Je nach Thema verschiebe sich – für den Nutzenden nicht erkennbar – die politische Ausrichtung der zitierten Quellen. Laut Bericht zitierte Claude zudem Domains des russischen Desinformationsnetzwerks Pravda wie eine Nachrichtenquelle.
„Die Quellenauswahl der KI-Systeme ist eine Blackbox“, heißt es in dem Bericht. „Keiner der untersuchten Anbieter dokumentiert, nach welchen Kriterien das System Quellen auswählt und gewichtet.“ Die Autoren fordern eine Transparenzpflichten im laufenden Betrieb von KI-Modellen und eine faire Vergütung bei Zugriff auf Inhalte Dritter. Zudem müssten bestehende Kooperationen mit Medienhäusern für KI-Anwendende offengelegt werden.
Alleinerziehende sind besonders häufig betroffen, ebenso Alleinlebende und Menschen mit geringer beruflicher Qualifikation.
Düsseldorf (2min) – 2025 lebten in Nordrhein-Westfalen 4,1 Millionen Menschen in Haushalten, die sich keine Woche Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände leisten konnten. Das entspricht für dieses Bundesland einem Anteil von 23,1 Prozent der Gesamtbevölkerung, was über dem deutschlandweiten Wert von 20,9 liegt. Wie der Landesbetrieb IT.NRW weiter berichtet, war besonders für Alleinerziehende die Finanzierung einer Urlaubsreise schwierig: Fast die Hälfte von ihnen und ihren Kindern (46,8 Prozent) konnte sich keine Woche Urlaub außer Haus leisten. Bei Alleinlebenden war fast ein Drittel (32,3 Prozent) betroffen.
Insgesamt konnten sich Menschen mit geringer beruflicher Qualifikation mit 39,9 Prozent deutlich häufiger keine Urlaubswoche leisten als Hochqualifizierte mit 10,5 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die in Deutschland eine Unterstichprobe im Mikrozensus bildet.
2025 war die Zahl der Suizide im Strafvollzug NRW gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Ein hohes Risiko besteht zu Beginn der Inhaftierung und in Untersuchungshaft.
Düsseldorf (2mind) – Die Justizvollzugsanstalt Köln ist im Juli mit dem Suizidpräventionspreis der Bundesarbeitsgemeinschaft “Suizidprävention im Justizvollzug” (BAG) geehrt worden. Die bundesweit vergebene Auszeichnung würdigt innovative und praxisbewährte Ansätze. In der BAG sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Justizvollzug aller Bundesländer vertreten. Der Suizidpräventionspreis der Arbeitsgruppe wurde seit 2012 jeweils in ein anderes Bundesland und nach Österreich vergeben und ging nun erstmals nach Nordrhein-Westfalen.
Die Zahl der Suizide im nordrhein-westfälischen Strafvollzug war 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: 24 Gefangene nahmen sich im vergangenen Jahr das Leben; 2024 waren es 13 Gefangene. In den Jahren von 2014 bis 2025 schwankte die Zahl der Suizide im nordrhein-westfälischen Justizvollzug zwischen 9 und 25 Fällen. An einem beliebigen Stichtag befinden sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) rund 14.000 Menschen in Haft, jährlich durchlaufen etwa 30.000 bis 40.000 Gefangene die Haftanstalten.
Im Zentrum der Arbeit in der JVA Köln steht ein niederschwelliges interdisziplinäres Gesamtkonzept für akut suizidgefährdete und psychisch belastete Inhaftierte. Psychologische, pädagogische, seelsorgerische und vollzugliche Fachkräfte arbeiten eng zusammen, um auch schwer erreichbare Menschen zu unterstützen. Eine wichtige Rolle kommt alltagsnahen Gruppenangeboten zu: Gemeinsames Kochen, Stricken oder kreative Projekte sollen eine Vertrauensbasis schaffen, die klassische Hilfsangebote oft nicht bieten können. Sprachliche Unterstützung, insbesondere für Erstinhaftierte, sollen zusätzlich den Zugang erleichtern.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis 90/Die Grünen) lobte die Arbeit der Kölner Anstalt als „herausragend und hoch engagiert“. JVA-Leiterin Angela Wotzlaw sieht die Ehrung als „Anerkennung und Verpflichtung, die Suizidprävention auch künftig als wesentlichen Bestandteil eines verantwortungsvollen und humanen Justizvollzugs weiterzuentwickeln“.
Die Suizidprävention in den NRW-Vollzugsanstalten wird in einer 2022 erlassenen Verwaltungsvorschrift geregelt. In allen Anstalten entwickeln speziell geschulte Suizidpräventionsbeauftragte anstaltsbezogene Präventionskonzepte, schulen das Personal und arbeiten Suizidfälle systematisch auf. Ein mehrstufiges Screening-System soll für eine frühzeitige Erkennung von Risiken sorgen: Neben dem Erstscreening bei Aufnahme erfolgen weitere Screenings im ersten Haftjahr sowie anlassbezogen, etwa nach Gerichtsurteilen oder persönlichen Krisen. Je nach Gefährdungsgrad werden die Betroffenen intensiv betreut – mit Maßnahmen wie gemeinschaftlicher Unterbringung, unregelmäßigen Beobachtungen oder Kameraüberwachung.
Risiken und Ursachen von Suiziden in Haft
In ihrem Fachbeitrag „Suizide im deutschen Strafvollzug: Häufigkeit, Risikofaktoren und Prävention“ sind Annette Opitz-Welke und Norbert Konrad 2021 der Frage nach Ursachen und Risikofaktoren nachgegangen. „Insbesondere zu Beginn einer Inhaftierung und in der Untersuchungshaft entwickeln viele Gefangene reaktivdepressive Störungsbilder. Einwirkende Belastungsfaktoren sind das hohe Maß an externer Kontrolle, stark eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten zu Personen außerhalb der Justizvollzugsanstalten, Auseinandersetzung mit dem laufenden Strafverfahren und die Konfrontation mit der anstaltsinternen Subkultur“, heißt es in dem Text. Und weiter: „Anpassungsstörungen mit depressiver und gelegentlich auch paranoider Symptomatik treten besonders bei Untersuchungsgefangenen häufig auf und sind allgemein als Ausdruck der erhöhten psychosozialen Vulnerabilität von Gefangenen aufzufassen. Einerseits kann Inhaftierung für ein Individuum in einer spezifischen Situation eine unlösbar erscheinende Konfliktsituation darstellen, in der, im Sinn des ‚Krisenmodells der Suizidalität‘, eine Selbsttötungsabsicht als Reaktion oder Dekompensation einer eigentlich ansonsten ausreichend stabilen Persönlichkeit verstanden werden kann. Auf der anderen Seite leiden Gefangene im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger unter psychiatrischen Erkrankungen und Substanzkonsumstörungen, die als Risikofaktoren für Suizidalität gut belegt und konzeptionell dem „Krankheitsmodell der Suizidalität“ zuzuordnen sind.“ Die Diagnose einer psychiatrischen Erkrankung oder einer Substanzkonsumstörung erhöhen das Suizidrisiko. Der ganze Beitrag als PDF:
Schuldnerberatungsstellen stehen durch aufwändigere Beratungen unter Druck.
Berlin (2mind) – Mit 34.650 Euro waren die von Schuldnerberatungsstellen im vergangenen Jahr begleiteten Menschen durchschnittlich verschuldet. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, lag die durchschnittliche Verschuldung 2025 bei Männern mit 39.717 Euro deutlich über der von Frauen mit 29.500 Euro. Hauptverschuldungsursachen waren bei den Hilfesuchenden der Schuldnerberatungsstellen mit 18 Prozent Erkrankung, Sucht oder Unfall – gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent.
Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin waren für alleinerziehende Frauen in rund 23 Prozent der Fälle ein Hauptauslöser der Überschuldung. Einpersonenhaushalte bildeten unter den Ratsuchenden mit mehr als der Hälfte (knapp 52 Prozent) die größte Gruppe.
In den meisten Fällen lagen Zahlungsrückstände gegenüber mehreren Gläubigern vor, darunter besonders häufig gegenüber
der öffentlichen Hand (z.B. Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern) bei rund 57 Prozent aller beratenen Personen,
Telekommunikationsunternehmen mit einem Anteil von etwa 47 Prozent,
Kreditinstituten mit rund 37 Prozent und
dem Online- und Versandhandel mit knapp 29 Prozent der Fälle.
„Am Anfang einer Verschuldungsspirale stehen oft Schicksalsschläge“, so die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa gegenüber der Presse. „Es manifestieren sich Lebensrisiken, die grundsätzlich jeden treffen können und die zu bewältigen alleine oft nicht gelingt.“ Die soziale Schuldnerberatung sei überlastet. Die Caritas-Präsidentin weiter: „Die Beratungskonstellationen werden komplexer und damit aufwändiger. Eine schnelle Beratung kann verhindern, dass sich Probleme zu Problembergen stapeln, unter denen die hoch verschuldeten Menschen förmlich zusammenbrechen.“ Deshalb müsse das Angebot der Schuldnerberatung auch angesichts finanzieller Engpässe in zahlreichen Kommunen erhalten bleiben.
Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2025 beruhen auf Angaben von 738 der insgesamt etwa 1.360 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu rund 187.000 beratenen Personen.
Düsseldorf (2mind) – Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen haben 2025 in rund 75.300 Fällen eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a SGB VIII (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung) vorgenommen – ein Anstieg von 11 % gegenüber 2024 und sogar 39 % gegenüber 2020. Das teilt das Statistische Landesamt IT.NRW mit. In rund einem Viertel der Fälle wurde eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt.
Während die Zahl akuter Gefährdungen leicht um 3 % zurückging (ca. 10.700 Fälle), stiegen latente Gefährdungen um 28 % auf knapp 8.000 Fälle. Vernachlässigung war mit rund 9.800 Fällen die häufigste Gefährdungsform, gefolgt von psychischer (7.100) und körperlicher Misshandlung (6.400). Statistisch waren 6 von 1.000 Minderjährigen in NRW betroffen.