Autor: 2mind

  • Vorgestellt: Das Kinderrechte-Portal

    Vorgestellt: Das Kinderrechte-Portal

    Screenshot kinderrechte-portal.de

    Wie lässt sich Partizipation in unterschiedlichen Bildungsbereichen umsetzen? Welche Bildungsmaterialien gibt es zum Thema „Kinderrechte“? Hier bietet das Kinderrechte-Portal eine gut sortierte und umfangreiche Sammlung. Gesucht werden kann nach Bildungsbereichen (z.B. „Frühe Bildung“ und „Jugendhilfe“), Themenfeldern (z.B. „Umwelt & Klimaschutz“) oder auch nach Medienarten. Angeboten wir die Website vom National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V. Die Sammlung wird fortlaufend erweitert; Leser können eigenes Material einreichen.

    Der Link zum Portal: https://kinderrechte-portal.de/

  • Offener Ganztag der Zukunft: Schule und Jugendhilfe besser vernetzen

    Offener Ganztag der Zukunft: Schule und Jugendhilfe besser vernetzen

    CDC auf Unsplash

    Düsseldorf (2mind) – Das im Oktober 2021 verabschiedete Ganztagsförderungsgesetz garantiert ab August 2026 allen Kindern der ersten Klassenstufe an deutschen Grundschulen einen Platz in Ganztagsbetreuung. Und das trotz dem Mangel an pädagogischen Fachkräften und der mancherorts spartanischen Räume und Ausstattungen der Ganztagseinrichtungen. Um den Anspruch auf einen Ganztagsplatz in drei Jahren mit Qualität erfüllen zu können, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung im Januar einen Expertenbeirat einberufen. Derzeit steht in NRW mit 392.500 Plätzen ein Ganztagsangebot für etwas mehr als die Hälfte aller Kinder im Grundschulalter zur Verfügung. Die qualitative Ausgestaltung dieses Angebotes stellt sich jedoch unterschiedlich dar, sagt Prof. Ulrich Deinet, der dem Expertenbeirat angehört.

    „Die einheitlich aussehende Schullandschaft zerfällt ins sehr unterschiedliche Schulen mit sehr unterschiedlichen Ressourcen und Ausstattungen für den offenen Ganztag, was auch von der Frage abhängt, was eine Kommune finanziell leisten kann“, sagt Deinet, der am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf lehrt und forscht. „Selbst im reichen Düsseldorf sind die Unterschiede zwischen Schulen und Sozialräumen sehr gravierend.“

    Schule als Lebensraum

    Deinet verweist darauf, dass Kinder an Werktagen mehr Zeit in der Schule verbringen als danach wach zuhause. „Wir müssen uns damit beschäftigen, wie Kinder und Jugendliche den Lebensraum Schule erleben und wie sie ihn mitgestalten können“, so der Wissenschaftler. Früher lebten Kinder in einer Gleichaltrigenkultur im Stadtteil oder in der Familie; heute finde dieses gemeinsame Leben in der Schule statt.

    Dabei seien für Kinder auch Rückzugsräume von großer Bedeutung – an denen es im offenen Ganztag mitunter fehle. Deinet weiter: „Viele für die Entspannung gedachte Räume wurden inzwischen allerdings in Gruppenräume umgewandelt, weil der Bedarf so groß ist.“

    Miteinander von Schule und Jugendhilfe

    Eine Besonderheit des offenen Ganztags liegt darin, dass hier „verschiedene Systeme an einem Ort zusammenarbeiten: Schule und Jugendhilfe, meist Wohlfahrtsverbände oder auch Elternvereine. Strukturelle Unterschiede müssen professionell bearbeitet werden“, so Deinet.

    Dass dieses Miteinander gelingt, ist auch eine personelle Frage – und ein Grund, den Fachkräfteanteil im Ganztag hochzuhalten. Qualitätseinbußen beim offenen Ganztag erschwerten dessen Kooperation mit der Schule. Deinet weiter: „Die Lehrkräfte dort verfügen über Universitätsabschlüsse, und ohne qualifizierte Ganztagsmitarbeiter wird die Rede von der Begegnung auf Augenhöhe schwierig.“

    Und es geht um organisatorische Entscheidungen, die eine Verschränkung von Schule und Jugendhilfe fördern. „An manchen Schulen gibt es ‚Mitarbeitendenzimmer‘ statt ‚Lehrerzimmer‘. Professionen der Mitarbeitenden an den Schulen haben sich diversifiziert, deshalb ist ein gutes Teambuilding wichtig. Im Blick auf Schule und Jugendhilfe müssen unterschiedliche Kulturen zusammengebracht werden“, sagt Deinet.

    Dass es mit diesen multiprofessionellen Teams noch nicht überall gut läuft, hat auch Birgit Schröder beobachtet, die am Institut für soziale Arbeit (ISA) den Arbeitsbereich Jugendhilfe und Schule leitet. „Das betrifft auch die Schul- und Jugendhilfeplanung, die abgestimmt aufeinander laufen sollte, jedoch oftmals noch separiert läuft“, so Schröder.

    Planungsprozesse neu denken

    Zu einem abgestimmten Miteinander gehöre auch, dass die schulische Raumentwicklung in kommunalen Planungsprozessen und von Schulleitungen und Ganztagskoordinator:innen neu gedacht werde. Schröder weiter: „Stellen Sie sich vor, die Schule wäre komplett leer: Was brauchen Kinder über den ganzen Tag an Räumlichkeiten und Flächen?“ Angebote im Sozialraum – wie Bauspielplätze – und mögliche Kooperationspartner – wie Büchereien – sollten einbezogen werden. „Unter den Mitarbeitenden darf es das Pronomen ‚mein‘ Raum nicht mehr geben, die Nutzung von Räumen nur für den Unterricht oder nur für den Ganztag muss aufgebrochen werden.“

    Sozialpädagogische Berufskollegs gefordert

    Bei der Frage nach der Fachkräftequalität im offenen Ganztag sieht Schröder die Berufskollegs als Ausbildungsstätten in der Pflicht: „Gehört der offene Ganztag dort zum Portfolio? Ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Curriculum verankert? Gibt es Weiterqualifizierungsangebote – etwa zur OGS-Fachkraft?“, fragt die Expertin.

    Und schließlich müsse im offenen Ganztag die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern stärker in den Blick genommen werden. In der Schule würden Eltern teilweise als Störenfriede wahrgenommen. Schröder weiter: „Wir wissen aber, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Lehr- und pädagogischen Fachkräften mit Eltern bzw. Personensorgeberechtigten einen positiven Impuls für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder hat.“

    „Personal backen können wir nicht“

    Iris Solmaz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISA und sieht im Personalmangel – neben dem Raummangel – die große Herausforderung für eine flächendeckende Einführung des offenen Ganztags. Solmaz dazu: „Wir müssen an diesem Mangel arbeiten, aber Personal backen können wir nicht.“

    Dazu sei auch eine Nachqualifizierung von Quereinsteiger:innen wichtig – so, dass diese im Ganztag Fuß fassen und bleiben könnten. Und im Personal-Wettbewerb etwa mit Kitas müsse sich der offene Ganztag besser aufstellen. „Wenn wir nicht wollen, dass Fachkräfte aus dem offenen Ganztag in die Kita wechseln, müssen Arbeitsbedingungen verbessert und z.B. mehr Vollzeitstellen angeboten werden“, sagt Solmaz.

    Bei der Ganztagsentwicklung sind aber nicht nur Schul- und Jugendhilfeträger gefordert. „Bei allen Planungen muss die Partizipation der Kinder eine Rolle spielen“, sagt Solmaz. „Bei Raumgestaltung und Konzeptentwicklung müssen die Kinder stärker gehört und aktiv beteiligt werden.“

  • „Renterinnen in die Kita“

    „Renterinnen in die Kita“

    Foto: Natalie Bold auf Pexels

    Berlin (2mind) – „Es braucht in den Kitas ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot von morgens halb sieben bis abends neun Uhr.“ Das sagte Peter Adrian (65), Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der „Bild am Sonntag“ (gestrige Ausgabe). Um das zu ermöglichen, will der DIHK-Präsident Arbeitskräfte für die Kita gewinnen, die „vielleicht nicht allen Ausbildungskriterien genügen“.

    Der Hintergrund: Jedes Jahr müssen rund 400 000 Fachkräfte ersetzen, die in Rente gehen. Im Inland sieht Adrian noch Potenziale bei bisher teilzeitbeschäftigten Frauen. „ Viele Frauen können schlicht nicht mehr Stunden arbeiten, weil es keine verlässliche Kinderbetreuung gibt“, so Adrian gegenüber der „Bild“.

    Der DIHK-Präsident schlägt im Blick auf neue Kita-Kräfte deshalb vor: „Es gibt unter den geflüchteten Ukrainerinnen viele, die problemlos aushelfen könnten, auch viele Rentnerinnen und Rentner wären bereit, in Randzeiten stundenweise mitzuarbeiten.“

  • WDR: Hohe Abbrecherquoten in NRW-Erzieherinnen-Ausbildung

    WDR: Hohe Abbrecherquoten in NRW-Erzieherinnen-Ausbildung

    Foto: Daria Shevtsova

    Köln (2mind) – Nach WDR-Recherchen brechen viele angehende Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung ab. Dem Besuch der Fachschule ist häufig eine Ausbildung in der Kinderpflege oder der Sozialassistenz vorgeschaltet. Nach dem gestern veröffentlichten WDR-Bericht liegt die Abbrecherquote dort bei 19. Prozent. Der Sender bezieht sich dabei auf Zahlen aus dem Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2021 und Gespräche mit Fachverbänden. Für die sozialpädagogische Fachschule sprach der WDR mit Ira Lieber vom Alice-Salomon-Berufskolleg, die für ihre Bochumer Schule von einer etwa 10-prozentigen Abbrecherquote berichtet.

    Derzeit befinden sich laut WDR etwa 9.000 junge Menschen in NRW in einer Erzieher:innen-Ausbildung, erforderlich seien in diesem Jahr aber 25.000 neue Fachkräfte. Von den ausgebildeten Fachkräften kämen rund zwei Drittel in den Kitas an. Die anderen wechselten etwa in die Jugendhilfe oder in ein weiterführendes Studium, heißt es in dem Bericht.

    Der Sender sprach mit angehenden Studierenden, die für die ersten beiden Jahre des Vollzeit-Schulbesuchs kein Gehalt bekommen und die berichteten, dass sie auf Bafög oft sehr lange warten müssen. „Zwar gibt es in NRW inzwischen die praxis-integrierte Ausbildung, bei der Azubis von Anfang an bezahlt werden. Aber die setzt sich erst langsam durch“, so der WDR.

  • NRW startet Sofortprogramm Kita: Fachkräftemangel als „größte soziale Herausforderung“

    NRW startet Sofortprogramm Kita: Fachkräftemangel als „größte soziale Herausforderung“

    Foto: BBC Creative auf Unsplash

    Düsseldorf (2mind) – Mehr Quereinsteigerinnen, mehr FSJ-ler in Kitas, mehr Plätze in der praxisintegrierten Ausbildung zur Kinderpflegerin: Das sind Eckpunkte eines „Sofortprogramms Kita“, mit dem die nordrhein-westfälische Landesregierung auf den andauernden Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen reagiert. Die Landesregierung betont, dass dieses Sofortprogramm in engem Austausch mit den kommunalen und freien Trägern entstand.

    „Mit dem ,Sofortprogramm Kita‘ ergreifen wir kurzfristig erste notwendige Maßnahmen in dieser akuten Situation“, so NRW- Familienministerin Josefine Paul. „Der Fachkräftemangel ist gleichwohl eine der größten sozialen Herausforderungen der nächsten Jahre, weshalb das Sofortprogramm nur ein erster Schritt sein kann.“

    Von den Gewerkschaften kamen dazu unterschiedliche Rückmeldungen: Während ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) das Programm kritisierte, begrüßte die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) das Maßnahmenpaket als ersten Schritt. „Es kann kurzfristig im Umgang mit dem Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten helfen“, so die GEW NRW-Vorsitzende Ayla Çelik. In NRW fehlten aktuell mindestens 24.000 Personen. Dem werde das Programm nicht gerecht, es könne aber den Fachkräftemangel möglicherweise kurzfristig abfedern.

    Für die Landesfachbereichsleiterin von ver.di NRW, Andrea Becker, steht mit Blick auf das Sofortprogramm fest: „Der Bildungs- und Qualitätsanspruch an die Kitas in Nordrhein-Westfalen wird schlicht weiter abgesenkt, was die Abwärtsspirale fortsetzen und die Abwanderung von Fachkräften beschleunigen wird“. Die vorgelegten Maßnahmen würden das System nicht stabilisieren.

    Die Maßnahmen im Einzelnen:

    • Etwa 10.500 überwiegend junge Menschen in NRW sich in aus Bundesmitteln geförderten Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) tätig. Die Zahl der jungen FSJ-ler, die in Kitas arbeiten, soll steigen.
    • In der praxisintegrierten Ausbildung zum Kinderpfleger und zur Kinderpflegerin (PiA-K) sollen mit Beginn des Ausbildungsjahres zum 1. August 2023 bis zu 900 Ausbildungsplätze neu gefördert werden. Kinderpfleger:innen und andere Ergänzungskräfte sollen in allen Gruppenformen als Mindestpersonal eingesetzt werden können und so dauerhafte berufliche Perspektiven erhalten.
    • Studierende aus pädagogischen Fachrichtungen sollen gezielt für den Einsatz in der Kindertagesbetreuung gewonnen und weitere Berufsgruppen (etwa Psychologinnen, Sport- oder Kunstpädagogen) für den Einsatz in Kitas zugelassen werden.
    • Das landesgeförderte Projekt der Integrationsbegleiterinnen – Frauen mit eigener Einwanderungsgeschichte – soll auf ganz NRW ausgeweitet werden.
    • Mit einer neuen Imagekampagnen will das Land neue Zielgruppen – zum Beispiel Männer und Menschen mit Einwanderungsgeschichte – für die Arbeit in den Sozial- und Erziehungsberufen begeistern.
  • 7. Februar: Safer Internet Day

    7. Februar: Safer Internet Day

    Foto: finelightarts auf Pixabay

    Berlin (2mind) – Seit 2004 wird in jedem Februar der Safer Internet Day veranstaltet. Die Programme richten sich an (Bildungs-) Einrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen und wollen zu einem besseren und sicheren Miteinander im digitalen Raum beitragen. In Deutschland werden die Programme von klicksafe koordiniert – an diesem 7. Februar unter dem Hashtag #OnlineAmLimit. Auf einer Veranstaltung dazu in Düsseldorf verwiesen Experten auf die politische Verantwortung zur Regulierung von Internetkonzernen.

    Der diesjährige Safer Internet Day (SID) stellt die Fragen nach einer angemessenen Mediennutzung und nach digitalen Stressfallen in den Mittelpunkt. Es geht um verbindliche Regeln für den Medienkonsum in Arbeit, Bildungsinstitutionen und Freizeit und um Kompetenzen für eine ausgewogenes Leben mit Medien.

    Welche Fähigkeiten benötigen Erwachsene, Kinder und Jugendliche für eine gesunde Balance? Und wie können verbindliche Regeln für den Medienkonsum in Job, Schule und Freizeit aufgestellt werden? Zu diesen Fragen können am 7. Februar Posts – insbesondere auf Instagram und Twitter – erstellt werden, die – sofern mit den Hashtags #SID2023, #SaferInternetDay2023, #OnlineAmLimit oder #SID23 versehen, auf > dieser Social Wall erscheinen.

    Zum Thema #OnlineAmLimit bietet klicksafe zahlreiche Impulse, darunter

    Für NRW-Medienminister Nathanael Liminski steht fest, dass Eltern und Lehrende die Medien verstehen müssen, um Vorbild sein zu können. „Gesunde Mediennutzung braucht die Eigenverantwortung jedes Einzelnen sowie einen effektiven regulatorischen Rahmen“, so Liminski auf einer Veranstaltung am 6. Februar in der Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf.

    Der Direktor der Landesanstalt, Tobias Schmid, verwies darauf, dass während der Corona-Jahre „nahezu alle schulischen und sozialen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen ins Digitale verlegt“ worden seien. Die Elterngeneration könne in Bezug auf die Mediennutzung etwas mehr Vertrauen in ihre Kinder entwickeln. „Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht auch ein Auge auf die Designs von Apps und sozialen Netzwerken haben müssen“, so Schmid weiter. „Wo Grenzen des Nutzerschutzes überschritten werden, da brauchen wir auch wirksame Sanktionsmöglichkeiten.“

    Eine effektive Regulierung könnte z.B. Instagram betreffen. Der Public Policy Lead DACH bei Instagram, Alexander Kleist, versicherte auf derselben Veranstaltung: „Wir nehmen die Verantwortung unseren Nutzerinnen und Nutzern gegenüber sehr ernst und möchten sowohl Eltern und Erziehungsberechtigte als auch Teenager bei einer altersgerechten und sicheren Nutzung von Instagram unterstützen.“ Dazu habe die Plattform Funktionen wie die Elternaufsichtstools eingeführt.

    Alle Infos zum SID 23 gibt es hier: https://www.klicksafe.de/sid23

  • Berliner Medienpädagogik-Kita erhält prominenten Besuch

    Berliner Medienpädagogik-Kita erhält prominenten Besuch

    Mädchen mit Tablet (Foto: Igor Starkov auf Unplash)

    Berlin (2mind) – Der INA.Kinder.Garten in Berlin-Spandau wirbt mit dem Schwerpunkt „Medienpädagogik“. Der Kita-Alltag dort bietet viele Bildungsanlässe auf einem mit digitalen Lern- und Spielanregungen ausgestatteten „Active Floor“; Fachkräfte können sich regelmäßig medienpädagogisch weiterbilden. Das ist selten und wohl auch deshalb erhielt die Kita in der vergangenen Woche Besuch vom Berliner Staatssekretär Aziz Bozkurt.

    „Der Alltag in dieser Kita beweist, dass sich Medienpädagogik und Naturerfahrung nicht ausschließen“, sagte der für Jugend, Familie und Schuldigitalisierung zuständige Bozkurt. Medienpädagogik sei ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Kinder. Im spielerischen Umgang mit digitalen Medien und Technologien könnten sie einen kreativen und selbst bestimmten Zugang lernen. Bozkurt weiter: „Dies wird für ihre Kindheit, ihre Jugend, aber auch ihr ganzes Leben von großer Bedeutung sein.“

    Auch nicht selbstverständlich: Die Kita bietet im Internet einen 360-Grad-Rundgang durch ihr Gebäude an.

  • Erinnerung an die NS-Zeit braucht neue Wege

    Erinnerung an die NS-Zeit braucht neue Wege

    Gedenksteine in Langenberg (Foto: Achim Halfmann)

    Berlin (2mind) – Am Freitag (27. Januar) wurde der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. Anlass ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die „Rote Armee“ am 27. Januar 1945. Angesichts des Erstarkens rechtsextremer Strömungen und Parteien und der Zunahme antisemitischer Verschwörungsnarrative fordern zwei große deutsche Bildungsgewerkschaften mehr Investitionen in die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus.

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) verweisen auf die schwindende Zahl verbleibender Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und die deshalb erforderlichen neuen Wege des Erinnerns. „Wir leben in einer Zeit, die von sich überlagernden Krisen geprägt ist und das gesellschaftliche Miteinander auf eine harte Probe stellt“, erklärte der VBE-Vorsitzende Gerhard Brand gegenüber der Presse. „Wirft man den Blick in die Vergangenheit, wird klar, dass insbesondere Epochen wie diese ein Nährboden für Verschwörungstheorien und menschenfeindliche Narrative darstellen.“

    Neue Wege in der Erinnerung an die Gräuel des Nationalsozialismus können digitale Medien einbeziehen. Ein Beispiel gibt die vom WDR entwickelte App „Stolpersteine NRW“: Gedenksteine (siehe Foto) werden nach einer Idee des Künstlers Gunter Demnig auf Bürgersteinen vor den ehemaligen Wohnorten von NS-Opfern verlegt. Die App stellt zu den darauf genannten Personen Informationen und Dokumente zur Verfügung. Sie eignet sich, um mit Kindern und Jugendlichen Ereignisse aus der NS-Zeit in ihrer Heimat zu entdecken und diese – z.B. in (Medien-) Projekten – lebendig werden zu lassen.

    Eine Zusammenstellung von Texten und Tools zur mediengestützten Erinnerungsarbeit gibt es hier: https://orientierungslust.de/erinnerungsarbeit/

  • Mehr als jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet

    Mehr als jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet

    Foto: Luke Pennystan auf Unsplash

    Gütersloh (2mind) – Etwa 2,9 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind armutsgefährdet. Besonders betroffen sind die Kinder Alleinerziehender sowie Familien mit drei oder mehr Kindern. Insgesamt ist mehr als jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Das geht aus dem heute veröffentlichten Factsheet „Kinder- und Jugendarmut in Deutschland“ der Bertelsmann Stiftung hervor.

    Noch ungünstiger sieht es für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren aus: 1,55 Millionen Menschen dieser Altersgruppe gelten als armutsgefährdet. Das sind 25,5 Prozent aller jungen Erwachsenen, wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer, junge Menschen in Ostdeutschland häufiger als die in Westdeutschland.

    „Wer als junger Mensch in Armut aufwächst, leidet täglich unter Mangel, Verzicht und Scham und hat zugleich deutlich schlechtere Zukunftsaussichten“, so Anette Stein, Director Bildung und Next Generation bei der Bertelsmann Stiftung, in einem Statement. „Das ist sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Gesellschaft als Ganzes untragbar. Die derzeitigen Krisen und Preissteigerungen verschärfen das Problem.“

    Bildungssystem gefordert

    Das stellt auch für den Bildungsbereich eine Herausforderung dar. Antje Funcke, Senior Expert Familie und Bildung, sagte gegenüber 2mind: „Es ist notwendig, in Bildungseinrichtungen über Armut zu sprechen und das Thema nicht zu tabuisieren.“ Der sozio-ökonomische Status von Kindern sei immer noch entscheidend für deren Bildungserfolg; es gehe also auch um Bildungsgerechtigkeit. „Pädagoginnen und Pädagogen sollten dafür sensibilisiert sein, was es mit Kindern macht, wenn sie unter Armutsbedingungen aufwachsen“, so Funcke. Keinesfalls dürften diese Kinder stigmatisiert werden.

    Die deutlich steigende Zahl von Kindern in SGB II-Haushalten ist laut Bertelsmann Stiftung vor allem auf die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen zurückzuführen. In Bezug auf die regionale Verteilung zeigt sich eine große Spannbreite zwischen drei Prozent betroffener Kinder und Jugendlicher im bayerischen Roth und 42 Prozent in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen.

    Kindergrundsicherung – bedarfsorientiert

    Von der Politik fordert die Bertelsmann Stiftung, die Bekämpfung der Kinder- und Jugendarmut zur Priorität zu machen. Die Bundesregierung müsse „die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kindergrundsicherung jetzt schnellstmöglich und im benötigten Umfang beschließen“, so Anette Stein. Die Kindergrundsicherung müsse sich an den tatsächlichen Bedarfen junger Menschen für gutes Aufwachsen, Bildung und Teilhabe orientierten. Dazu müssten junge Menschen beteiligt und regelmäßig zu ihren Bedarfen befragt werden.

    Die Diakonie-Vorständin Sozialpolitik, Maria Loheide, sieht das ähnlich: „Die Bertelsmann-Studie zu Kinderarmut zeigt, wie wichtig jetzt eine wirksame Kindergrundsicherung ist. Bei der materiellen Ausstattung darf die Bundesregierung keine Schnellschüsse liefern“, so Loheide gegenüber 2mind. „Es darf keine Ermittlung des Existenzminimums nach Haushalts- oder Kassenlage geben. Nötig ist eine Neuberechnung, die sich an dem orientiert, was Kinder und Jugendliche für ein gutes Aufwachsen wirklich und maßgeblich brauchen.“

    Bei den Berechnungen im Factsheet „Kinder- und Jugendarmut“ orientiert sich die Bertelsmann Stiftung erstens an der Armutsgefährdungsquote, der zufolge Familien als arm gelten, die über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens verfügen. Einen zweiten Orientierungspunkt bildet die SGBII-Hilfequote, die Aufschlüsse über das Armutsrisiko zum Beispiel nach Wohnort oder Familienform gibt.

    Stand: 26.01.23, 14:17 h

  • „Medienpraxis mit Geflüchteten“: Neue Tipps und Projekte

    „Medienpraxis mit Geflüchteten“: Neue Tipps und Projekte

    Foto: geralt auf pixabay

    Bielefeld (2mind) – Medienpädagogische Projekte können das Ankommen und die Teilhabe von geflüchteten Menschen unterstützen. Dazu bietet die neu bearbeitete Website Medienpraxis mit Geflüchteten Haupt- und ehrenamtlich Tätigen zahlreiche Anregungen für den Medieneinsatz in Freizeitangeboten, Integrationskursen, kultureller oder politischer Bildung und sozialer Arbeit.

    Auf der Website stellt die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) bereits realisierte medienpädagogische Projekte dar, die Partizipation, Kooperation, Empowerment und Alltagsorientierung stärken. Detaillierte Anleitungen und ergänzende Materialien erleichtern es, ähnliche Projekte in der eigenen Arbeit umzusetzen.

    Vorgestellt werden Foto- und Videoprojekte, die Arbeit mit Websites und Apps, die eine Orientierung im Sozialraum oder den Spracherwerb unterstützen, zur Auseinandersetzung mit Erfahrungen und der eigenen Identität einladen oder mit denen Themen wie etwa „Menschenrechte“ adressiert werden können.

    Die GMK wurde 1984 als bundesweiter Zusammenschluss von Fachleuten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Medien gegründet und setzt sich für die Förderung einer ganzheitlichen, umfassenden Medienpädagogik ein.

    Die Website: https://medienpraxis-mit-gefluechteten.de/