Velbert (2mind) – In der Hordtherberge des Jugendhilfeträgers „Wendepunkt“ in Velbert werden sechs Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren intensivpädagogisch begleitet. Für diese jungen Leute soll eine seelische Behinderung vermieden werden (35a SGB VIII). Einrichtungsleiter Thomas Clever und der Schauspieler Christoph Schlemmer haben mit den Jugendlichen ein Theaterprojekt umgesetzt. Welche pädagogischen Möglichkeiten und welche Herausforderungen darin stecken, berichten sie im Gespräch mit 2mind.
Auf 2mind starten wir eine Serie mit Podcasts zur sozialpädagogischen Praxis. Möchten Sie sich beteiligen? Dann senden Sie uns gerne eine Nachricht an redaktion@2mind.org.
Düsseldorf (2mind) – „Die Arche in Wersten ist für viele Kinder eine tägliche Anlaufstelle nach der Schule. Hier bekommen sie ein warmes Mittagessen und Hilfe bei den Hausaufgaben. Wenn die alle erledigt sind, gibt es viele Möglichkeiten auch den Rest des Nachmittags schön zu verbringen. Die Arche ist eine Stiftung, die sich für Kinder und Jugendliche in Armut engagiert. Finanziert wird sie durch Spenden. Seit vielen Jahren bekommt die Einrichtung Unterstützung von der HSBC Bank.“ Das berichtete die Rheinische Post am 9. März 2023
Für 2mind sprach Achim Halfmann mit Kristine Shahinmehr, Einrichtungsleiterin bei der „Die Arche“ Kinderstiftung, über das Angebot der „Arche“, die Situation von Kindern in Armut, das Angebot der Stiftung, die Suche nach Mitarbeitern, die Spendenfinanzierung, die christliche Ausrichtung und Netzwerke in der pädagogischen Arbeit.
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Velbert (2mind) – Am Freitag wurden den Absolvierenden des Berufspraktikums 2022/23 am Berufskolleg Bleibergquelle in einer kleinen Feier ihre Abschlusszeugnisse übergeben. Dabei kamen – humorvoll – die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Distanzunterricht während der Corona-Zeit zur Sprache.
Die Berufseinsteiger sind nun schwerpunktmäßig in Kindertagesstätten, im offenen Ganztag und in der Jugendhilfe tätig, aber auch in eher selteneren Tätigkeitsfeldern wie etwa der Erlebnispädagogik.
Das Berufskolleg Bleibergquelle bietet vielseitige Zugangswege zum Erzieher-Beruf:
die klassische Vollzeit-Fachschule
die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA)
die Berufsintegrierte Ausbildung (BiA) für Studierende mit Berufserfahrungen
Velbert (2mind) – Am Samstag wurde die Einweihung der Grundschule Bleibergquelle gefeiert. Seit dem 10. Februar wird in dem Neubau unterrichtet – derzeit zwei erste Klassen. Mit jedem Schuljahresbeginn werden weitere Klassen hinzukommen und nach dem Konzept der „Draußenschule“ lernen. Dabei verlassen die Klassen einmal pro Woche das Schulgebäude und sind in der Natur oder der Region unterwegs: ein ökologisches Bildungsverständnis, das Lernen in und von der Natur ermöglicht. Zugleich wird die Schule ihre Schülerinnen und Schüler auf das Leben in einer zunehmend digitalen Welt vorbereiten, wie Schulleiter Arnfried Szymanski auf der Einweihungsfeier sagte.
Die Grundschule ist Teil des Bildungszentrums Bleibergquelle, zu dem auch eine Kindertagesstätte, eine inklusive Gesamtschule und ein Berufskolleg für Gesundheit und Soziales gehören.
Wuppertal (2mind) – „Eine angemessene, das Kindeswohl wahrende Aufnahme, Versorgung, Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) ist derzeit an vielen Orten Deutschlands nicht mehr gewährleistet.“ Mit diesem Statement trat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Dezember an die Öffentlichkeit. Das Positionspapier wurde inzwischen von über 370 Dachverbände, Träger, Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet. Die Kernforderung darin lautet: „Kindeswohl für alle Kinder und Jugendlichen sichern“.
Die steigende Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge trifft in Deutschland auf ein deutlich geschwächtes Ankunfts- und Betreuungssystem. „Die Unterbringungssituation gestaltet sich vielerorts als zunehmend katastrophal“, heißt es in dem Papier. In der Inobhutnahme fehle es an geeigneten Plätzen für junge Menschen mit komplexen Bedarfen. Freien Trägern falle es zunehmend schwer, Fachkräfte für ihre Angebote zu finden.
Für die jungen Flüchtlinge gelten eigentlich die Standards des SGB VIII; einige Bundesländer hätten die Standards aber für diese Zielgruppe abgesenkt. Unbegleitete junge Flüchtlinge werden teilweise in Großunterkünften wie Turnhallen untergebracht, zeitweise auch in Einrichtungen für erwachsene Geflüchtete. Und eine Rund-um-die-Uhr-Begleitung ist für diese jungen Menschen mancherorts nicht gewährleistet.
Probleme mit der Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge bestünden insbesondere in Ballungsgebieten, in denen viele dieser jungen Menschen ankommen, sagt Helen Sundermeyer vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Gespräch mit 2mind. Betroffen seien etwa Berlin und Bremen, aber auch Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie höre zudem, dass in fast allen Stellen die Lage angespannt sein. Seit 2017 seien Unterbringungsstrukturen abgeschafft worden. „Die Probleme waren absehbar“, sagt Sundermeyer.
Die Expertin verweist insbesondere auf das Fachkräfteproblem in der Flüchtlingshilfe. Die Arbeit dort sei „super-anstrengend und fordernd“. Durch viele fachfremde Mitarbeitende und Beschäftigungsverhältnisse, deren Bestand von Fluchtbewegungen abhänge, werde das Arbeitsfeld unattraktiver. Wie Sundermeyer weiter berichtet, hat das Bundesfamilienministerium in dieser Woche auf das Positionspapier reagiert und Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Zu den Unterzeichnern des Papiers gehört die Diakonie Wuppertal. In Nordrhein-Westfalen seien Standards für die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge nicht geschlossen abgesenkt worden, sagt Bärbel Hoffmann aus der Geschäftsführung der Diakonie Wuppertal – Kinder – Jugend – Familie. Allerdings sei auch in Wuppertal spürbar, dass sich die Anfragen vermehrten und keine neuen Plätze geschaffen würden. „Die Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe müssen mehr werden“, so Hoffmann.
In der stationären Jugendhilfe seien heute durchweg junge Menschen untergebracht, die etwa aufgrund von Traumatisierungen und sexualisierter Gewalt extrem belastet seien. Hoffmann weiter: „Bei geflüchteten jungen Menschen kommt oft hinzu, dass sie aus Ländern kommen, wo es eine extreme Gewalterfahrungen gegeben hat.“ Die Jugendhilfe kenne sich mit der Situation dieser jungen Menschen aus. Allerdings fehle es an therapeutischen Angeboten – ambulant ebenso wie stationär. „Wir haben es da in der Regel mit jungen Leuten zu tun, die traumatisierende Erfahrungen gemacht haben und viel Unterstützung und Begleitung brauchen“, sagt Hoffmann.
Düsseldorf (2mind) – Reformpädagogik und Begriffe wie „Neues Lernen“ oder „Zeitgemäße Bildung“, auch in Verknüpfung mit Digitalisierung, bilden keine Gegensätze. Diese Auffassung vertreten Jana Reiche und Silke Kipper in ihrem Gastbeitrag „Maria Montessori hätte ein Tablet“ auf dem Portal News4Teachers. Als Maria Montessori im Jahr 1907 in Rom erstmals Verantwortung für ein Kinderhaus übernahm, war von digitalen Technologien allerdings noch keine Rede.
Die Autorinnen verweisen insbesondere auf den Dreiklang von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), digitaler Bildung und Reformpädagogik. „Es war ein Anliegen der Reformpädagogik, Schule und Erziehung durch neue Praxisansätze zu revolutionieren, auch um dem damals herrschenden Kulturpessimismus zu begegnen“, schreiben sie. Auch die als „4K“ bekannten Kompetenzen für das Lernen in der digitalen Welt – Kreativität, Kommunikation, kritisches Denken und Kommunikation / Problemlösung – seien von Montessori bereits ins Zentrum der Bildung gerückt worden.
In der Montessoripädagogik gehe es um das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Kultur. Dabei werde vieles am Beispiel geübt und dann an der Wirklichkeit überprüft. „Folgerichtig ist es unabdingbar, dass wir uns in Rahmen der Montessoripädagogik auf moderne Entwicklungen einlassen, sie sozusagen konzeptionell integrieren“, so die Autorinnen.
Als Beispiel verweisen die Autorinnen auf eine Schülerfirma für Schüler:innen der vierten bis sechsten Klassen, in der – Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft folgend – nachhaltig zu produzierende T-Shirts designt und ein Rücknahme-System entwickelt wurde. „Eine Domain für einen Webshop ist bereits gesichert.“
Berlin (2mind) – „Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen darf kein Tabuthema sein“, unter diesem Motto steht die aktuelle Website #UNDDU?. Das Online-Angebot widmet sich insbesondere der sexualisierten Gewalt, die von Jugendlichen selbst ausgeht. Das Angebot will die sexuelle Selbstbestimmung Jugendlicher und eine klare Haltung gegen sexualisierte Gewalt fördern.
„Jugendliche müssen in einem partnerschaftlichen Umgang und ihrer (digitaler) Beziehungskompetenz gestärkt werden und befähigt werden Ansprechpartner*innen für betroffene Jugendliche zu sein“, heißt es auf der Website. „Präventions- und Interventionsangebote müssen betroffene Jugendliche ermutigen, sich anzuvertrauen und auch so genannte Bystander (beobachtende Jugendliche) darin bestärken, einzugreifen.“
Die Website bietet eigene Bereiche für Fachkräfte, Eltern und Jugendliche. Ein Lexikon erklärt einschlägige Begriffe; in Handlungsleitfäden bieten Videos Impulse für den Umgang mit und die Einstellung zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen. Zudem gibt es spielerische Einführungen zu den Themen rund um die sexualisierte Gewalt und ein Workshopangebot. Zudem soll eine digitale Community für Fachkräfte entstehen. Und es gibt eine Fachkräfte-App für Android- und iOS-Geräte.
Herausgeber ist der Berliner Verein Innocence in Danger, der insbesondere mittels digitaler Medien gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen kämpft. Das Bundesjugendministerium fördert die Website.
Konzentrationslager Birkenau (Foto: Marcin Czerniawski auf Unsplash)
Berlin (2mind) – Junge Erwachsene wollen mehr über die NS-Zeit wissen: über historische Orte und Gegenwartsbezüge. Das geht aus der in dieser Woche vorgestellten MEMO-Jugendstudie hervor, die von der Universität Bielefeld im Auftrag der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) erstellt wurde.
„Jungen Erwachsenen wird gern historisches und politisches Desinteresse unterstellt“, so Prof. Jonas Rees von Universität Bielefeld gegenüber der Presse. „Unsere Befragung ergibt jedoch das Bild einer in weiten Teilen engagierten und interessierten Generation.“ Gleichzeitig zeigten sich aber auch Lücken mit Blick auf das Wissen zu grundlegenden historischen Fakten.
So konnte die Hälfte der befragten 16- bis 25-Jährigen den Zeitraum der NS-Herrschaft nicht korrekt benennen. Trotzdem hatten sich 63 Prozent der jungen Erwachsenen – im Vergleich zu 53 Prozent im Durchschnitt aller Altersgruppen – nach eigenen Angaben intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Rund drei Viertel der 16- bis 25-Jährigen stellen den Sinn der Beschäftigung mit der NS-Geschichte nicht in Frage. Und ein Drittel fühlte sich im Alltag selbst schon diskriminiert.
„Wer sich mit Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten auseinandersetzt, schaut sensibilisierter auf Diskriminierung heute“, so die Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ, Andrea Despot. Geschichtsvermittlung sei ein Booster für Solidarität und Demokratie. Despot weiter: „Wir brauchen interaktive und partizipative Angebote für Geschichtsvermittlung – innerhalb und außerhalb der Schule.“
Für die MEMO-Jugendstudie wurden 3.485 repräsentativ ausgewählte junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren im September und Oktober 2021 sowie 838 Teilnehmer:innen erneut im September 2022 online befragt.
Berlin (2mind) – Eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe setzt heute digitale Kompetenzen voraus. Dies gilt genauso für Menschen mit Sinnes- und Mobilitätsbeeinträchtigungen. Für sie kann eine souveräne Nutzung digitaler Technologien die selbstbestimmte Gestaltung des Lebensalltags erleichtern. Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke startete dazu heute das Projekt „Digital-Kompass – Digitale Teilhabe für Menschen mit besonderen Aufklärungsbedarfen“.
Die Website https://www.digital-kompass.de/ richtet sich insbesondere an ehrenamtlich Engagierte und bietet Materialien, eine Landkarte zu Projektstandorten, einen Terminkalender und Qualifizierungsangebote. So werden über das Projekt Digital-Kompass z.B. Teilnehmende für digitale Lerntandems gesucht, in denen Menschen mit Sinnes- und Mobilitätsbeeinträchtigungen bei der Nutzung digitaler Medien unterstützt werden.
Ministerin Lemke erklärte gegenüber der Presse: „Ich freue mich, dass wir mit den Projektpartnern und Engagierten gemeinsam an dem Ziel arbeiten, noch mehr Menschen den Weg in die digitale Welt zu ebnen.“ Am Projekt beteiligen sich mehrere Verbände, die Universität Vechta und Ehrenamtliche. Bis 2025 wird der Digital-Kompass vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.
Berlin (2mind) – Die personelle Situation in Kitas erscheint bedrohlich und Statements wie das von Peter Adrian lösen den Unmut der Kita-Fachkräfte aus. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hatte in der „Bild am Sonntag“ angeregt, auch Arbeitskräfte für die Kita zu gewinnen, die „vielleicht nicht allen Ausbildungskriterien genügen“ – etwa Rentnerinnen. In dieser Woche reagieren die deutschen Kita-Fachkräfteverbände mit einem offenen Brief. Die DIHK brauche „auch in 15-20 Jahren stabile Persönlichkeiten und gut gebildete Menschen“, heißt es darin. „Die Bildungsbiografie beginnt in der Kita, und Bindung kommt vor Bildung“, so die Verbände weiter. „Wer Kita-Betreuung losgelöst von ihren pädagogischen und psychologischen Zusammenhängen betrachtet, hat nicht verstanden, was Kinder brauchen, um sich gesund zu entwickeln.“ (> Der offene Brief als PDF)
Eine weitere gemeinsame Erklärung haben die deutschen Kita-Fachkräfteverbände in dieser Woche veröffentlicht. Darin fordern sie einen Kita-Gipfel auf Bundesebene. „Es braucht endlich eine ehrliche Analyse der Ursachen für die vielfältigen Probleme im Kita- Bereich und einen entschlossenen politischen Willen, bessere Rahmenbedingungen zu etablieren“, heißt es in dem Pressestatement. Die Standards für eine kindgerechte pädagogische Qualität seien bekannt; jetzt gehe es um die Umsetzung. Und weiter: „Kindgerechte Personalschlüssel und adäquate Räumlichkeiten sind außerdem die beste Motivation zur Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung.“ Der Bund trage die Verantwortung für Umsetzung vergleichbarer Standards in den Ländern.